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Südkreis Mann schickt Pornobilder an 15-Jährige
Landkreis Südkreis Mann schickt Pornobilder an 15-Jährige
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15:54 25.02.2020
Symbolfoto: Zwei Jugendliche nutzen auf ihren Smartphones einen Messenger-Dienst. Über den versuchte sich auch der Angeklagte an eine Minderjährige heranzumachen. Quelle: Henning Kaiser/Archiv
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Marburg

Die Liste der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den Angeklagten war nicht gerade kurz – er musste sich vor dem Marburger Amtsgericht wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften sowie ­deren Verbreitung über einen Onlinechat und darüber hinaus wegen Anstiftung zu sexuellen Handlungen mit einer Minderjährigen verantworten.

Der Tatzeitraum beginnt bereits im Januar 2017. Auslöser war ein fragwürdiger Chat-Kontakt des Mannes: Er stand in Kontakt zu einem damals 15 Jahre alten Mädchen, mit dem er über einen Messenger-Dienst gechattet und ihr dabei pornografische Bilder zugesandt hatte. Im Zuge des Chatverlaufs soll der Angeklagte anrüchige Fragen gestellt haben, ob sich die Minderjährige vorstellen könne, mit älteren Männern zu schlafen. Dabei sei er sich bewusst gewesen, dass sie erst 15 Jahre alt war, so die ­Anklage.

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Bei der Hausdurchsuchung des Angeklagten wurden dann mehrere Dateien mit ­kinderpornografischem Inhalt auf PC und Handy gefunden.

8.550 Euro Strafe – plus Schmerzensgeld

Der Angeklagte bezog vor Gericht zu den Vorwürfen gegen ihn selber keine Stellung, ließ durch seinen Verteidiger Sascha Marks ein vollumfängliches Geständnis übermitteln. Dadurch werde der Geschädigten – heute 18 Jahre alt – eine Aussage vor Gericht erspart, betonte Marks. Auch die umfangreichen Chatverläufe sowie an das Mädchen gesendeten Bilddateien mussten nicht erneut durchgesehen oder verlesen werden. Die Geschädigte erhob außerdem eine Schadenersatzforderung, welcher der Angeklagte zustimmte: Er wolle hierbei nicht feilschen und sehe die geforderten 3.000 Euro „als Wiedergutmachung“ an.

Der Richter folgte in seiner Entscheidung dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 190 Tagessätzen zu je 45 Euro – insgesamt 8.550 Euro. Hinzu kommt das Schmerzensgeld.

Dass der Beschuldigte bereits vor zwölf Jahren wegen eines ähnliches Delikts verurteilt wurde, spielte nicht in das Urteil mit hinein, da die frühere Vorstrafe nicht mehr im aktuellen Auszug des Bundeszentralregisters auftaucht. Daher gab es laut Richter keinen Anlass für eine Freiheitsstrafe.

Staatsanwaltschaft wie Verteidigung verzichten auf Rechtsmittel, das Urteil ist somit rechtskräftig.

von Jörn George

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