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Südkreis Berufswunsch Social Media Star
Landkreis Südkreis Berufswunsch Social Media Star
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23:12 08.03.2020
Die Influencerinnen Alexandra (links) und Alina Schulte (rechts) mit einem Fan. Quelle: Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Die Profis der Fußball-Nationalmannschaft, Web-Video-Produzentinnen Lisa und Lena, Beautyqueen Bianca Claßen, Landwirtin Ann-Christian Kahler, Fitness-Profi Sophia Thiel und Paulina Sophie Rau aus Marburg – sie alle sind Influencer auf den sozialen Kanälen wie Facebook, Instagram, Snapchat oder TikTok. Millionen Menschen weltweit „folgen“ ihnen, indem sie die Fotos und Videos auf den diversen Plattformen liken, ihnen also direkt mit einem Klick mitteilen, dass sie das, was sie da sehen, toll finden.

Influencer, Social-Media-Star? Was ist das?

Genau das erfahren Mädchen an diesem Wochenende in Wolfshausen. „Berufswunsch Social-Media-Star“ heißt das Mädchenseminar für 12- bis 14-Jährige. „Wir wollen keine Anleitung geben“, betont Organisatorin Katrin Bednarz vom Fachdienst Jugendförderung des Landkreises. „Die Mädchen sollen schon erfahren, dass so ein Influencer-Dasein harte Arbeit ist“, ergänzt sie noch. Die Marburgerin Paulina Sophie Rau berichtet aus ihrem Influencer-Leben und wird klarstellen, dass das „Aufstehfoto“ eben nicht direkt nach dem Aufstehen entstanden ist. Dass jedes Foto, jeder Text gut durchdacht ist, damit die Zielgruppe erreicht werden kann. Damit sie klicken, teilen und die beworbenen Produkte auch kaufen. Denn das wollen die Firmen, die mit den Protagonisten Verträge abschließen.

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Influencer sind Unternehmer

Harte Arbeit, die neben einem guten Aussehen auch Buchführung und Steuerzahlungen voraussetzt. Denn das Geld, das verdient wird, muss ab einer bestimmten Höhe versteuert werden, wie in jedem anderen Unternehmen auch. Denn Influencer sind Unternehmer. Zwar nicht im Sinne der Industrie- und Handelskammer, aber im Sinne des Freiberuflers. „In der Berufsberatung taucht der Wunsch immer mal auf“, berichtet Katrin Bednarz im OP-Gespräch und weiß, dass die Kinder und Jugendlichen immer viele Fragen zu dieser Art Job haben. Einige von denen wird Paulina Sophie Rau beantworten können, die anderen Antworten werden in Workshops erarbeitet. „Wir wollen nicht warnen, aber schon auf Grenzen und Gefahren hinweisen. Und dass es eben harte Arbeit ist und nicht so leicht ist, wie es auf den Kanälen immer aussieht“, will die Jugendförderung den Berufswunsch durchaus kritisch betrachten und auch rechtliche Aspekte beleuchten.

Von Katja Peters

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