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Südkreis Schilder sollen Lastwagen zum Kreisel führen
Landkreis Südkreis Schilder sollen Lastwagen zum Kreisel führen
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00:20 07.04.2019
Eine Baustelle im Bahnhofsweg bedingt derzeit ein Durchfahrverbot von der Rother Straße in Wenkbach aus wie auch von der Bahnhofstraße in Niederwalgern aus. Quelle: Götz Schaub
Niederwalgern

Erneut tagten jüngst die beiden Ortsbeiräte von Wenkbach und Niederwalgern zusammen, weil die dominierenden Themen beide Orte­ betreffen und in irgendeiner Weise mit dem großen schwarzen Bau zu tun haben, der auf dem Gewerbegebiet zwischen den beiden Orten entstanden ist und ab Mai wie bereits bekannt als Logistikhalle genutzt werden soll.

Dann wird zwangsläufig der Schwerlastverkehr in den beiden Orten zunehmen. Nach aktuellen Zahlen fahren unter der Woche zwischen 26 und 41 Lkw, Fahrzeuge ab einer Länge von 13,30 Meter durch die Orte. Wenn die Logistikhalle fertig ist und ihren Betrieb aufgenommen hat, werden so um die 120 einzelne Lkw-Bewegungen pro Tag dazukommen. Diese Zahl resultiert aus der An- und Abfahrt von 60 Lkw.

Das veranlasst die beiden Ortsvorsteher Kurt Barth aus Wenkbach und Hans-Heinrich Heuser aus Niederwalgern einmal mehr darauf hinzuweisen, dass die Ortsdurchfahrten im jetzigen Zustand keinesfalls für die Menge an Schwerverkehr ausgelegt sind. „Der Krach wird deutlich zunehmen, wenn die schweren Fahrzeuge über die Gullideckel fahren“, ist sich Heuser sicher.

Lkw-Fahrer sollen Kreisel ins Gewerbegebiet nutzen

Die vielen Unebenheiten in der Straße sorgen bei großen Fahrzeugen für knallähnliche Geräusche, weiß auch Barth aus Wenkbach zu berichten. Er sei deshalb mit seiner Stellvertreterin bei Landrätin Kirsten Fründt vorstellig geworden, um auf diese Sache aufmerksam zu machen und für ­eine Temporeduzierung zu werben. Allerdings handelt es sich bei den Ortsdurchfahrten um eine Landesstraße.

„Eine Straßensanierung und ein neuer Belag würde wenigstens den Krach schon mal deutlich reduzieren“ meint Barth. Beiden Ortsgremien ist klar, dass sie zunächst einmal dafür sorgen wollen, dass der zu erwartende Schwerverkehr sich nicht weiter seine eigenen Wege zum Ziel sucht.

Dazu müssen die Lkw-Fahrer dazu gebracht werden, den extra für das Gewerbegebiet gebauten Kreisel auch zu nutzen und das bei der Zufahrt ins Gewerbegebiet wie auch bei der Abfahrt aus dem Gewerbegebiet. Den Vorschlag des Weimarer Gemeindevorstandes, alle anderen Zufahrten für vier Wochen zu sperren, quasi als Erziehungsmaßnahme, fand weniger Gegenliebe, weil diese Sperrung auch für die Anlieger gelten würde. Ein „Anlieger frei“ Schild sei zu wenig, weil die anfahrenden Lkw ja zu Anliegern fahren wollen.

Planungsbüro soll optimierte Verkehrslösungen erarbeiten

Also sollten die Schilder mit dem Zusatz versehen werden, bis zu welcher Hausnummer frei ist, so dass Bewohner der Ro­ther Straße in Wenkbach und der Bahnhofstraße in Niederwalgern zu ihren Häusern kommen wie auch Versorgungsfahrzeuge, aber eben nicht die Lkw, die zu den Gewerbetreibenden fahren wollen.

Ein Planungsbüro soll optimierte Verkehrslösungen erarbeiten. Die Ortsbeiräte fassten den Beschluss, oben beschriebene Beschilderungen bei der Gemeinde Weimar anzufordern. Bleiben am Ende wieder die Ortsdurchfahrten. Welche Schutzmaßnahmen letztendlich dort greifen können, will man auch mit verlässlichen Zahlen untermauern.

Dafür wurden, wie erwähnt, bereits Zählungen vorgenommen, um diese dann mit dem Verkehrsaufkommen nach Eröffnung der Logistikhalle vergleichen zu können. Auch könne dann eruiert werden, welchen Weg die Lkw vorwiegend nehmen werden, über Niederwalgern oder Wenkbach oder ob es sich die Waage hält. Derzeit gibt es für Wenkbach noch keine Chance, einen Fußgängerüberweg genehmigt zu bekommen. Dafür seien die Nennzahlen zu gering.

von Götz Schaub