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Südkreis Kritische Kreuzung soll sicherer werden
Landkreis Südkreis Kritische Kreuzung soll sicherer werden
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16:00 07.01.2022
Vater Jan Lohrengel wartet mit Tochter Tove und Hund Kari am Ortsausgang von Ebsdorf, um die L 3089 zu überqueren. Die Gemeinde möchte die Kreuzung sicherer für Fußgänger gestalten.
Vater Jan Lohrengel wartet mit Tochter Tove und Hund Kari am Ortsausgang von Ebsdorf, um die L 3089 zu überqueren. Die Gemeinde möchte die Kreuzung sicherer für Fußgänger gestalten. Quelle: Ina Tannert
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Ebsdorf

Geduldig steht Vater Jan Lohrengel mit Töchterchen Tove und Hündin Kari am Ortsausgang von Ebsdorf direkt an der Landesstraße 3089, um den Rad- und Fußweg auf der anderen Seite zu erreichen. Das kann je nach Verkehrsaufkommen etwas dauern, und wirklich sicher ist es nicht, will man mit Kind, Hund, Rollator oder dem Fahrrad hinüber. So wie der Familie ergeht es täglich vielen Fußgängern und Radlern, die diesen nicht ungefährlichen Knotenpunkt überqueren müssen.

Eine Querungshilfe gibt es an der Kreuzung nicht, auch keine Mittelinsel. Doch das könnte sich bald ändern. Und zwar im Rahmen der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt von Ebsdorf dieses und nächstes Jahr. Im Zuge der Baupläne gerät auch die L 3089 außerhalb des Ortes stärker ins Blickfeld und bringt die Gemeinde dazu, bisherige Umbaupläne für den Rad- und Fußverkehr in dem Bereich zu ändern.

Durch die Mitte dieses Jahres beginnende Straßensanierung wird künftig der Verkehr innerhalb von Ebsdorf stellenweise mittels Umbauten gedrosselt, etwa durch eine Fahrbahnverengung oder eine Mittelinsel am Ortseingang Richtung Bortshausen.

Umbauplan steht noch nicht fest

Stärker befahren und weniger „beruhigt“ ist dagegen die andere Seite des Dorfes: Mit den anstehenden Arbeiten im Ort würde es sich anbieten, auch die südlich gelegene Ortseinfahrt in Angriff zu nehmen, also den Bereich der Landesstraße, der einerseits zur Ebsdorfer Hauptstraße, andererseits nach Leidenhofen verläuft und in der Gegenrichtung an die L 3048 andockt. Denn dieser Teil ist ein Gefahrenschwerpunkt für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger.

Jener Ortseingang sei „wesentlich kritischer, es ist notwendig, dass der angepackt wird“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz. In Absprache mit dem Land Hessen habe die Gemeinde daher den Knotenpunkt der L 3089 ebenfalls in die umfangreichen Pläne zur Straßensanierung eingefügt.

Gerade weil die stellenweise unübersichtliche Kreuzung genau zwischen dem Radweg aus Richtung Hachborn und der Ortseinfahrt liegt – eine Querungshilfe oder Hilfsmittel zum Abbremsen des Verkehrs gibt es nicht. Der Status quo sei nicht mehr haltbar, „der Fußgänger muss im Moment über die ganze Straße laufen und hat keinen Schutz“, betont Harald Bausch vom Bauamt. Generell sei der Fuß- und Radverkehr an dem Kreuzungsbereich außen vor, und das solle sich ändern.

Für die Straße ist das Land Hessen zuständig, daher hat die Gemeinde mit dem Land eine weitere Verwaltungsvereinbarung geschlossen, um den Umbau zu planen und durchzuführen. Wie genau der aussehen wird, steht noch nicht fest, derzeit werden mehrere mögliche Varianten geprüft.

Kreuzung wird umgebaut

Die ursprüngliche Idee, die Einfahrt des parallel laufenden Radwegs einige Meter zu versetzen, damit dieser nicht genau auf der Kreuzung endet, wurde wieder fallen gelassen, berichtet Bausch. Nun solle eher der Kreuzungsbereich selber umgestaltet werden, um den Verkehr zu drosseln.

Dazu könnte die Fahrbahn stellenweise verengt oder eine richtige Verkehrsinsel errichtet werden. Die bisherigen erhöhten Flächen dienen lediglich als Fahrbahnteiler. Eine weitere Möglichkeit wäre, den Streckenteil aus dem Ort heraus zu verlegen, und zwar näher an die L 3048, an dem letzten dort stehenden Wohnhaus entlang. Weitere Varianten könnten sich ebenfalls noch während der Prüfung durch ein Planungsbüro entwickeln. Bis Juli solle ein Entschluss stehen und dann dem Land vorgelegt werden, berichtet Bürgermeister Schulz.

Das muss danach darüber entscheiden. Mit einer Bewilligung der Pläne rechnet er in diesem Jahr, dann würde die Gemeinde auch bei diesem Vorhaben praktisch in Vorkasse treten, das Geld später vom Land zurückerhalten. Ziel sei, das Ganze als Erweiterung der Sanierungspläne für die Ortsdurchfahrt in einem Rutsch und bis Ende 2023 umsetzen zu können.

Das würde wohl viele Radler und Fußgänger freuen, auch Jan Lohrengel wäre froh, wenn er und seine Tochter bei ihren Spaziergängen sicherer über die Straße kämen, „das wäre wirklich eine Verbesserung“, hofft der junge Vater.

Von Ina Tannert