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Südkreis Kreative Krippen-Kunst
Landkreis Südkreis Kreative Krippen-Kunst
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17:59 04.12.2020
Krippen dieser Welt: Dutzende Schüler der Gesamtschule Niederwalgern haben ihre Ideen zum Weihnachtsfest kreativ umgesetzt, etwa die 8. Klassen. Quelle: Ina Tannert
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Niederwalgern

Ein kleiner „Erdnuss-Esel“ steht zwischen Wattehaufen und Moosbergen auf einem Bett aus Sägespänen im Mini-Stall. Daneben bilden weitere Erdnuss-Figuren – Maria, Joseph, Baby Jesus und die Weisen – ein besinnliches Rund. Es ist eine der weihnachtlichen Krippen, die Fünftklässler der Gesamtschule Niederwalgern für ihren Krippenweg gebaut haben.

Daneben richten die Großen gerade eine verrutschte Weihnachtskugel in ihrem Projektstück: Ein weihnachtlich geschmücktes Wohnzimmer nach Vorbild der USA im Miniformat und doch bestens ausgestattet: Zwischen selbstgebautem Sofa und Weihnachtsbaum hängen übergroße Socken am kleinen Kaminsims.

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Sogar Holzscheite liegen bereit, das Ganze verbreitet eine heimelige Atmosphäre. Und der Star der Weihnachtszeit darf auch nicht fehlen – in der Ecke steht ein dicker, in rot gewandeter Weihnachtsmann mit dichtem Rauschebart. Der Geschenkesack neben ihm dürfte Kinderaugen zum Leuchten bringen. Zumindest winzig kleine Kinder.

Das liebevoll ausgestattete Werk stammt von Lina, Amy, Lilly und Greta. „Das ist eigentlich keine Krippe, es ist ein amerikanisches Wohnzimmer“, erzählt Lilly. Die Optik haben sie aus Filmen und Motiven aus dem Internet nachgebaut. Sie wollten eine besondere Krippe als ausgefallenes Dekostück, „es hat Spaß gemacht und man kann so auch mehr damit anfangen, als nur ein Bild aufzuhängen“, ergänzt Amy.

„Jede Zuckerstange ist selbst gemacht“

An der Schule geht es schon seit Wochen besonders weihnachtlich zu. Dutzende Schüler der 5. und 8. Klassen beschäftigen sich zum Jahresende mit diesem klassischen Weihnachtsthema und stellen selber Krippen aus aller Herren Länder her. „Sie haben sich richtig Mühe gegeben, jede Zuckerstange ist selbst gemacht“, lobt Kunstlehrerin Christina Störkel-Klein ihre Schar. Und deren Werke soll auch die Welt sehen können, denn die Stücke werden ausgestellt: Der von den Schülern gestaltete Weg mit Krippen und anderen Installationen verläuft ab Sonntag rund um das Hauptgebäude der Schule. Sterne mit Nummern weisen den Weg.

Und dort findet sich nur die traditionelle Stall-Szene von der Geburt Jesu, „Weihnachten in allen Ländern“ heißt das Motte des fächerübergreifenden Schulprojekts. Die Schüler haben sich in Deutsch, Kunst, Religion oder Ethik mit dem Thema beschäftigt, bieten zu den Ausstellungsstücken auch informative Texte, wie es zu Weihnachten in anderen Ländern so zugeht. Und einige bringen eigene Ideen ein, wie der Friedensgedanke optisch dargestellt werden kann. Vom Schützengraben bis zum Fußballfeld.

Sonne, Strand und BBQ zu Weihnachten

Wie schaut es denn mit der Bescherung in Südafrika aus? Damit haben sich Lina und Anna-Phia beschäftigt: „Bei uns ist es ja kalt, aber in Südamerika ist Sommer und es ist um Weihnachten herum 35 Grad warm“, erzählt Anna-Phia. Südafrikaner feiern daher draußen, gehen Schwimmen und das Weihnachtsessen wird am Nachmittag und wohl auch draußen serviert. Gegessen wird „Braai“ – das südafrikanische BBQ – außerdem Gemüse, Obst oder Pudding. Gelber Reis und Rosinen, Sambas und Kartoffelauflauf seien ebenfalls beliebte Gerichte. Geschenke gibt es auch nicht schon an Heiligabend, „am 25. Dezember ist dann Bescherung“, erzählen die Fünftklässlerinnen.

Nicht so bei der russisch-orthodoxen Kirche, da findet das Fest später statt, nämlich am 7. Januar. Den Grund kennen Emily und Salome aus der fünften Klasse: Das Fest wird nach dem julianischen Kalender berechnet, mit 13 Tagen Unterschied. Die russisch-orthodoxen Gläubigen feiern Christi Geburt daher am 6. oder 7. Januar. „40 Tage vorher wird auch gefastet, wie vor Ostern“, sagt Emily. Weitere Unterschiede zeigen die beiden bei ihrer Krippe, „die hat einen Zwiebelturm und auch das Kreuz ist anders“. Nämlich statt einem gibt es drei Balken, also Kreuzarme über dem waagerechten Teil.

Corona-gerecht und barrierefrei

Knapp 30 Stücke werden auf dem Krippenweg ausgestellt, auch durch die Fenster wird es etwas zu sehen geben: Unter anderem wird Dennis eine Präsentation zu Weihnachten in anderen Ländern auf dem Bildschirm laufen lassen, die Unterschiede und interessante Details herausstellen. Wo hierzulande oft im heimischen Wohnzimmer gefeiert wird, bei frostigen Temperaturen, vielleicht bei Schnee, wie in den letzten Tagen – findet die Weihnachtsparty in Australien auch gerne unter freiem Himmel statt: „In Australien feiern die Leute sehr spannend, am Strand und sie bauen Schneemänner aus Sand“, erzählt der Schüler lachend.

Die kostenlose Freiluft-Ausstellung ist Corona-gerecht gestaltet und auch barrierefrei zugänglich. Der Krippenweg verläuft ab Sonntag und dann bis zum 22. Dezember rund um das Nord-Gebäude, am Anfang liegen Infoblätter aus, die auch auf der Schul-Webseite zu finden sind ( www.gs-niederwalgern.de ).

Der Hygieneplan der Schule sieht vor, auf dem gesamten Schulgelände eine Maske zu tragen und einen Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Die Schule weist darauf hin, dass keine Gruppen vor den Krippen gebildet und keine alkoholischen Getränke mitgebracht werden sollen, da diese auf dem Schulgelände nicht konsumiert werden dürfen. Die Krippen sollen zudem nicht berührt oder verändert werden.

Von Ina Tannert

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