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Südkreis Erweiterung wird erweitert
Landkreis Südkreis Erweiterung wird erweitert
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18:15 24.08.2020
Silke Dausel (von links) Heike Schick, Dr. Stefan Strack und Andreas Schulz präsentieren in ihrem Rücken das angekaufte Grundstück für den neuen Außenbereich, während sie den Plan des Anbaus zeigen. Quelle: Foto: Götz Schaub
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Rauischholzhausen

Es ist manchmal auch mal gut, ausgebremst zu werden. Das ist eigentlich nicht das Ding von Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Doch dieses Mal zaubert es ein Lächeln auf sein Gesicht. Man darf ja auch mal Glück haben, denn nichts ist mehr so wie vor einem Jahr.

Konkret: Vor gut einem Jahr stellte die Gemeinde Ebsdorfergrund die Ausbaupläne für ihren Kindergarten in Rauischholzhausen vor. Doch dann konnte das Projekt nicht weiter vorangetrieben werden, weil die Fördergelder des Bundes ausblieben, weil der Topf schon leergeräumt worden war. „Wir wurden jetzt vom Land Hessen gebeten, einen neuen Antrag zu stellen“, informiert der Bürgermeister. Doch wurden dabei nicht mehr die Ursprungspläne berücksichtigt.

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Die Situation hat sich binnen Jahresfrist so geändert, dass es tatsächlich Sinn macht, den Ausbau noch einmal um eine Gruppe zu erweitern. Und so sollen neben einer Krippengruppe zwei Gruppenräume für je 25 Kinder gebaut werden. Das katapultiert die Kindertagesstätte „Kunterbunt“ rein nach Plätzen gerechnet an die Spitze der Einrichtungen im Grund. 112 Kinder können dann dort Platz finden.

Der Raum um die bestehende Kita im „Kreuzweg“ macht es möglich, dass so großzügig erweitert werden kann. Weil durch den Erweiterungsbau ein großer Teil der Außenspielfläche verloren geht, hat die Gemeinde bereits ein angrenzendes Feldgrundstück angekauft, um den Kindern dann wieder ausreichend Spielfläche bieten zu können.

Schulz, wie eingangs erwähnt, liebt es ja eher „schnell“ und hat deshalb nicht die Sommerpause abgewartet, um das Ganze politisch zu diskutieren. So wurde das Vorhaben mit dem Gemeindevorstand und allen vier Fraktionsvorsitzenden schon mal abgesprochen.

Und so konnte Architekt Dr. Stefan Strack die Pläne bereits überarbeiten. Die Gruppe der unter Dreijährigen bekommt einen eigenen Trakt mit eigenen Sanitärräumen und einer eigenen Außenspielfläche. Der Kindergarten selbst wird einen barrierefreien Zugang erhalten.

Heike Schick, Leiterin der Gemeinde-Kindertagesstätten in Ebsdorfergrund, hat sich daran gewöhnt, dass im „Grund“ die Zeichen auf Erweiterung stehen. „Früher haben mich solche Vorhaben auch mal zwei Nächte nicht schlafen lassen, aber mittlerweile ist es ja fast Alltag“, lacht sie und freut sich, dass man das Architektenbüro Schmidt und Strack wieder als Partner gewinnen konnte, das schon den Anbau in Beltershausen geplant hat.

„Da können wir uns auf eine gute Zusammenarbeit verlassen“, so Schick. Dass es während der Bauzeit im Kindergarten auch mal laut sein wird, findet Kita-Leiterin Silke Dausel nicht dramatisch. Die Erzieherin weiß, dass Kindergartenkinder magisch von Baufahrzeugen und Baumaschinen angezogen werden und wird den Bau mit den Kindern offensiv begleiten.

1,4 Millionen Euro investiert die Gemeinde in die Erweiterung und erwartet dabei einen Zuschuss in Höhe von 750 000 Euro. Und weil Schulz gerade in Fahrt gekommen ist, wollte er schon verkünden, dass dann alles zum 1. Januar 2022 fertig ist. Das war dann aber doch etwas zu schnell gedacht, denn nach den üblichen Ausschreibungen wird wohl erst August 2021 Baubeginn sein, sodass dann zum 1. Januar 2023 alles fertig sein wird. „Wenn es früher fertig wird, etwa zum neuen Kindergartenjahr 2022, sind wir aber auch nicht böse“, meint Schulz. Doch offiziell bleibt es erstmal beim 1. Januar 2023.

Dass der Bürgermeister aufs Tempo drückt, ist der Nachfrage nach Plätzen geschuldet. „Wir haben im Grund so viele Kinder wie noch nie und daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern, deshalb brauchen wir die Erweiterung.“ Angebaut wird, wenn man vor dem Haus steht, rechtsseitig. Das bedeutet, dass das Büro der Leiterin ein neues Fenster nach vorne raus bekommen muss, weil an die rechte Außenfront der Anbau kommt.

Von Götz Schaub