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Südkreis Immer unter einem Dach
Landkreis Südkreis Immer unter einem Dach
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08:58 23.07.2021
Katharina und Albert Mengel aus Beltershausen-Frauenberg feiern heute ihre goldene Hochzeit, mit dabei sind die Enkel Hannah und Theo.
Katharina und Albert Mengel aus Beltershausen-Frauenberg feiern heute ihre goldene Hochzeit, mit dabei sind die Enkel Hannah und Theo. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Beltershausen-Frauenberg

Albert und Katharina Mengel genießen schöne Farben, aktuell gerade die blühende Rosenpracht in ihrem gepflegten Garten. Und nicht nur die, in ihrer Ehe haben sie schon so einige bunte Hochzeitstage erlebt, die bekanntermaßen mal nach Blumen, Edelsteinen, Metallen oder eben Farben benannt sind: Von der grünen Hochzeit, über die kupferne, die Rosenhochzeit, bronzene und silberne Hochzeit. Und es gibt dutzende weitere, die mal mehr, mal weniger gefeiert werden.

Heute erreicht das Paar allerdings die Gold-Stufe, gab sich vor genau 50 Jahren im Standesamt das Jawort. Eine Woche später folgte die kirchliche Hochzeit. Damals waren sie 22 und 23 Jahre alt, „man glaubt gar nicht, wohin die Zeit gegangen ist, es ging so schnell“, sagt Katharina Mengel kopfschüttelnd und lacht. Doch vom ersten Kennenlernen bis zum ersten großen – dem weißen – Hochzeitstag dauerte es etwas. Beide lernten sich einige Jahre zuvor über Freunde kennen, viel Zeit miteinander verbrachten sie da noch nicht, denn irgendwie kam immer etwas dazwischen.

Das Ehepaar setzte auf Kompromisse

Entweder das zeitraubende Architektenstudium von Albert Mengel, das er an die Mauererlehre dran hängte, während sie sich der professionellen Schneiderei widmete. Oder danach seine Bundeswehrzeit, die auch nicht förderlich für Zweisamkeit war. Dann aber klappte es doch, im Jahr 1970, „da kam die große Freiheit“, witzelt Albert Mengel. Und die gebürtige Beltershäuserin holte ihren frisch gebackenen Ehemann im Jahr darauf aus Erfurtshausen in ihren Geburtsort, wo beide später ein Haus für sich und die beiden Söhne bauten.

Und das hat für beide bis heute eine hohe Bedeutung, sie kann sich eigentlich nicht vorstellen, länger weg zu sein aus ihrem Zuhause mit dem großen Garten, in den sie viel Zeit investiert.

Außerdem war das gemeinsame Heim für den selbständigen Architekten immer zugleich Wohn- wie Arbeitsbereich. Im Büro im oberen Stock arbeiteten beide viele Jahre Seite an Seite, waren oft rund um die Uhr zumindest unter einem Dach.

Das trübte das Eheglück jedoch nicht, das Paar setzte auf Kompromisse, darauf, den anderen auch mal machen zu lassen. „In der Ehe muss ab und zu einer mal blind sein – und einer taub“, fasst der 73-Jährige das Konzept lachend zusammen.

Und viele Gemeinsamkeiten waren da auch von Vorteil. Sind beide mal nicht im Eigenheim, dann in verschiedenen Vereinen unterwegs – vom Sport- bis zum Gesangsverein – oder auch weiter weg auf Achse: Beide sind begeisterte Wanderer, reisten zu Fuß schon an der Mosel entlang oder wanderten durch Österreich, „wir haben schon so einige Wanderschuhe durch“, sagt Albert Mengel. Das Hobby kam in Pandemiezeiten allerdings etwas zu kurz, „das hat natürlich nachgelassen und das fehlt uns“, sagt Katharina Mengel.

Denn die Bewegung hält sie auch im Alter fit, „wir wollen ja gesund bleiben“. Vor allem für die beiden aufgeweckten Enkel Hannah und Theo, die sie auch ohne Wanderschuhe auf Trab halten und das sicher auch beim anstehenden großen Fest zur Goldhochzeit werden.

Von Ina Tannert

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