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Südkreis Hilde fühlt sich bei den Fischen wohl
Landkreis Südkreis Hilde fühlt sich bei den Fischen wohl
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09:58 15.07.2020
Eine Schildkröte. Das gab es bisher noch nie im Seepark unter Wasser zu beobachten. Quelle: Fotos: Tauchsportclub Marburg
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Niederweimar

Der Seepark Niederweimar hat neben all den sichtbaren Freizeitangeboten ein gewaltiges Pfund, mit dem er werben kann: die Wasserqualität. Das wissen nicht nur die Schwimmer und Wasserski-Fahrer zu schätzen, insbesondere wenn sie mal ungewollt im kühlen Nass landen. Das wissen auch andere zu schätzen.

Zum einen die Mitglieder des Tauchsportclubs Marburg, die dort Tauchgänge durchführen, zum anderen aber auch diverse See-Bewohner. Die bekommen die Schwimmer und Wassersportler in der Regel nicht zu Gesicht. Denn die halten sich lieber da auf, wo es etwas ruhiger zugeht beziehungsweise in Tiefen, in denen wohl kaum mit Schwimmern zu rechnen ist. An die Taucher haben sich die Seebewohner offensichtlich schon gewöhnt.

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Viele bleiben bei Begegnungen einfach mal neugierig in ihrer Position „stehen“ und lassen sich auch bereitwillig fotografieren. Andere bleiben hingegen lieber für sich und schlagen einen Haken, weg aus dem Sichtkreis der Taucher. „Karpfen sind meist sehr scheu“, weiß Stefan Jesberg vom Tauchsportclub zu berichten. Hechte hingegen lassen sich gerne mal beobachten. Auch Barsche lassen sich im Begegnungsverkehr finden. Was noch? Aale. Und ganz unten auf dem Boden Krebse.

Ach ja, und Hilde natürlich. Hilde? Wer ist das? Etwa die weimarische Version vom Loch-Ness-Ungeheuer Nessie? Keine Ahnung. Käme drauf an. Auf was? Na, ob Nessie auch so nett wäre wie Hilde, wenn sie mal von einer Kamera „scharf“ erwischt wird. Ja, da staunten die Taucher nicht schlecht, als sich vor ihnen plötzlich eine Kreatur aufbaute mit langem Hals, vier dicken Beinen, einem massiven runden Körper und einem riesigen Panzer ...

Ach nein, ganz so war es jetzt nicht ... Die Journalisten, die schon eine Sommerstory witterten, können sich wieder hinsetzen und sich den Weg sparen. Hilde ist zwar wild, aber nicht gefährlich. Und natürlich auch nicht riesig, sondern mit einer Länge von 20 bis 25 Zentimetern eher niedlich. Hilde ist eine Schildkröte. „Wir hatten mal das Gerücht gehört, dass es jetzt am See eine Schildkröte geben soll“, sagt Jesberg. Dass sich die Schildkröte, die sofort „Hilde“ getauft wurde, sich so schnell und dann auch noch so galant im Wasser schwimmend zeigen würde, hätten die Taucher nicht gedacht. „Zum Glück hatte einer der Tauchergruppe einen Fotoapparat dabei, um Hilde ablichten zu können“, sagt Jesberg. Denn ohne Beweise kann man ja alles behaupten, gesehen zu haben. Hilde ist als Gelbbauch-Schmuckschildkröte oder auch Gelbwangen-Schmuckschildkröte klar als nicht natürlich vorkommendes Tier des Sees klassifiziert worden. Es steht zu befürchten, dass sie ausgesetzt wurde. Möglicherweise in der Lahn, von der sie in den See umsiedelte.

„Wenn man eine Schildkröte unter Wasser sehen möchte, muss man in der Regel mehrere Stunden Flug in Kauf nehmen, was jedoch derzeit leider nicht möglich ist“, sagt Jesberg. Deshalb sei es schon ein sehr besonderer Tauchgang im Seepark gewesen.

Von Götz Schaub

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