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Südkreis "Runder Tisch" wird fortgesetzt
Landkreis Südkreis "Runder Tisch" wird fortgesetzt
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18:00 12.11.2019
Diese Halle im Gewerbegebiet Wenkbach ist Ausgangspunkt der Gespräche über die weitere Entwicklung. Quelle: Ina Tannert
Wenkbach

Was relativ klein, aber sofort ambitioniert anfing, erlebte mit dem vierten und damit bisher jüngsten „Runden Tisch“ seinen vorläufigen Höhepunkt, was die Besetzung anging. Auf neutralem Gebiet, in den Räumen von Pfarrer Wolfgang Gerhardt in Niederwalgern hatten die Privatpersonen Roman Schmattloch und Markus Decher als Initiatoren nicht nur Mitglieder der Bürgerbewegung für eine lebenswerte­ Zukunft eingeladen, sondern auch die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Weimarer Parlament, den Vorsitzenden des Bau-Ausschusses, die Ortsvorsteher von Oberweimar, Wenkbach und Niederwalgern eingeladen, sondern auch wiederholt den Gemeindevorstand mit Bürgermeister Peter Eidam und Wolfgang Schratz, Geschäftsführer der investierenden Firma Depro-Kautetzky GbR.

Eidam nahm zum zweiten Mal teil, Schratz zum ersten Mal. Während der Informationsveranstaltung am vergangenen Montagabend der Bürgerbewegung (die OP berichtete) erhielt Schmattloch die Gelegenheit, die Idee des „Runden Tisches“ vorzustellen.

Er machte deutlich, dass die Idee aus einer gewissen Hilflosigkeit entstand, um zum einen Informationen zu erhalten und zum anderen an Ergebnissen mitarbeiten zu können. „Natürlich bestimmen die Politiker, auch die Lokalpolitiker als gewählte Vertreter der Bürger, was geschieht und was nicht. Aber es gibt auch Entscheidungen, die ganz konkret Einfluss auf das alltägliche Leben der Bürger nehmen“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ort einer gemeinsamen Kommunikation

Dabei hält er es durchaus für angemessen, dass diese Bürger an geeigneter Stelle eine Stimme haben und rief so den „Runden Tisch“ als Ort einer gemeinsamen Kommunikation ins ­Leben. So können die Kommunalpolitiker erfahren, wie die betroffenen Bürger die Entwicklung aufnehmen und sich dann positionieren. „Unser Ziel muss lauten, dass wir die Zukunft ­gemeinsam bauen.“

Dazu sei die Kommunikation auf Augenhöhe gerade mit den Menschen, die etwas anderes wollen, unerlässlich. Dabei müsse im Gegenzug gewährleistet sein, dass die Gespräche respekt- und vertrauensvoll geführt werden können. Dafür stehe er für seinen Teil ein.

Nun habe Schmattloch über die Berichterstattung in der OP zur Kenntnis genommen, dass sich der Unternehmer verwundert über die Form der Einladung zur Info-Veranstaltung der Bürgerbewegung gezeigt hat, die die Einladung als vierseitigen Flyer an alle Haushalte der Dörfer Niederwalgern und Wenkbach verteilt hatte und dort offensichtlich einen anderen Wissensstand weitergegeben hatte als den, der während des vierten „Runden ­Tisches“ erläutert wurde.

Freiwilligkeit und Wille aller

Schmattloch ist es wichtig klarzustellen, dass der Runde Tisch keine Einrichtung der Bürgerbewegung ist, sondern dass sie nur ein Teil des Ganzen ist. Decher und er werden den „Runden Tisch“ wie geplant weiter stattfinden lassen. „Hoffentlich auch wieder mit Herrn Schratz und dem Bürgermeister am Tisch.“

Er setzt da nach wie vor auf die Freiwilligkeit und den Willen aller, Informationen auszutauschen, stellt aber auch heraus, dass die Bürger schon sehen wollen, dass man sich um ihre Belange kümmert und ihnen zuhört, weil Bürger immer ein Teil der Gesamtentwicklung sind und sich auch in ihrer Heimatgemeinde wohlfühlen wollen. Florian Gediga, ein Sprecher der Bürgerbewegung erklärt, warum der Flyer, den Schratz und der Bürgermeister kritisierten, so abgefasst war.

„Dass der Flyer nicht den Informationsstand des „Runden Tisches“ beinhaltet, haben wir bewusst so gewählt, um die Vertraulichkeit zu bewahren und auch die Bürger dort abzuholen, wo wir den letzten Informationsstand ausgemacht haben. Die Bürger bekommen außer von uns keinerlei Informationen seitens der Gemeinde, wie der Stand der Dinge ist. Somit haben wir es als Pflicht angesehen, alle Geschehnisse zu erläutern und die Bürger auf Stand zu bringen.“

von Götz Schaub