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Südkreis Hitze: Badegäste stürmen Seepark
Landkreis Südkreis Hitze: Badegäste stürmen Seepark
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00:15 05.07.2019
(Archivfoto) Der Seepark ist ein beliebtes Ausflugsziel. Quelle: Thorsten Richter
Niederweimar

Die gute Nachricht zuerst: Auch wenn sich Dutzende Badegäste, die mit dem Auto angereist waren, dazu hinreißen ließen, in Ermangelung eines Parkplatzes irgendwo in der Nähe verkehrswidrig zu parken, so blieben doch die Rettungszufahrten zum See-Gelände frei. Davon überzeugten sich unter anderem Weimars Brandinspektor Markus Hermann und Kreisbrandinspektor Lars Schäfer.

„Es war einiges los und die Parkplätze längst komplett besetzt“, sagt Schäfer. Etwa eine­ halbe Stunde lang hätten er und drei weitere Feuerwehreinsatzkräfte versucht, auf Neuankömmlinge einzureden, dass es keinen Zweck mache, auf den Parkplatz zu fahren. „Das war natürlich für viele eine Enttäuschung“, so Schäfer. In vielen Autos hätten erwartungsfrohe Kinder gesessen, denen die Eltern einen schönen Tag am See versprochen hatten. „Dass da mitunter die Nerven blank lagen, kann man dann auch ein Stück weit verstehen“, so der Kreisbrandinspektor.

Die Feuerwehr habe sich dann zurückgezogen, weil das kaum ihre Aufgabe sein konnte. Die Polizei war übrigens auch da. Sie schrieb Falschparker auf. „Die müssen nun mit einem Ordnungswidrigkeitsbescheid rechnen“, sagt Polizeisprecher Martin Ahlich. Um die Situation zu entspannen, wurden Rundfunkmeldungen veranlasst, die darüber informierten, dass man den Seepark in Niederweimar nicht mehr mit dem Auto anfahren sollte. Günter Gerkau, Betreiber des Seeparks, hatte Polizei und Feuerwehr um Hilfe gebeten, um den Ansturm in geordnete Bahnen lenken zu können.

„Es war sicher ein außergewöhnlicher Tag. Hier kam alles zusammen. Hitze und erster Sonntag in den Ferien. Für die, die nicht in den Urlaub gefahren sind, lautete an diesem Tag offenbar das Ziel Seepark.“ Am Montag pendelte sich der Besucherzuspruch wieder auf „Normalität“ ein. Gerkau sagt, dass es nicht einfach ist, für die schönen Badetage im Jahr immer ausreichend Zusatzpersonal zu finden.

So war es am Sonntag dann nicht möglich, noch eigenes Personal auf den Parkplatz zu schicken. „Wir können da sowieso nichts einfach im öffentlichen Raum absperren“, sagt er. Damit meint er die Zufahrt zum See von der Straße aus. Immerhin komme so etwas nur sehr selten vor. In all den zurückliegenden Jahren, selbst im letzten Jahr bei anhaltender Hitze, gab es nicht so einen geballten Zuspruch wie am Sonntag.

von Götz Schaub