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Südkreis Kreis setzt auf eine höhere Fördersumme
Landkreis Südkreis Kreis setzt auf eine höhere Fördersumme
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07:58 02.10.2020
Der Bau des geplanten Busbahnhofs bei Heskem verzögert sich weiter. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Heskem-Mölln

Noch nicht eine einzige Maispflanze ist für den Bau des neuen Busbahnhofs am Ortsausgang von Heskem bisher gefallen, und doch entwickelt sich das Projekt schon jetzt zum Streitpunkt zwischen dem Landkreis und der Gemeinde Ebsdorfergrund. Gerade weil sich am neuen Standort noch Feld an Feld reiht, statt Bagger an Beton.

Denn ginge es nach Bürgermeister Andreas Schulz, wäre der Neubau längst fortgeschritten, beziehungsweise fast schon fertig. Der Flächennutzungsplan sei längst geändert, Baurecht bestehe seit Anfang des Jahres, „passiert ist immer noch nichts“, moniert Schulz. Den Neubau hätte die Gemeinde aber gerne mit den letzten Arbeiten an der gesperrten Ortsumgehung zwischen Heskem und Dreihausen verknüpft. Die neue Umgehung wird Mitte Oktober wieder geöffnet, dann wird sich am Standort des neuen Busbahnhofs – gegenüber des Schwimmbadwegs – weiter nichts getan haben.

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Landkreis bedauert Verzögerung

Der Grund: Es fehlt die Förderung durch das Land. Insgesamt rund 2 Millionen Euro kostet das Projekt. Wie Kreis und Gemeinde vereinbart hatten, sollte sich die Kommune um die Umsetzung der Bauarbeiten kümmern, die Kreisverwaltung um die Beschaffung des Fördergeldes. Das habe sich „immer wieder verzögert“, berichtet Schulz. Denn der Kreis versuchte, eine bessere Förderrichtlinie zu ergattern. Nach Rücksprache mit Hessen Mobil wurde er nun informiert, dass es den Fördertopf, auf den der Kreis spekuliert hatte, noch gar nicht gibt. Er fühle sich nun „veräppelt“.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) kann Schulz ein Stück weit verstehen und bedauert die Verzögerung. Aber auch er habe nicht absehen können, dass die Sache mit der neuen Richtlinie so lange dauern würde. „Als wir den Antrag auf Förderung stellen wollten, erhielten wir die Information, dass die Förderrichtlinie neu aufgelegt werde und wir uns dann sicher besser stellen würden“, sagt Zachow. Wer würde dann nicht darauf warten? Aber manchmal läuft es eben nicht so wie erhofft. Keinesfalls müsse sich deswegen der Bürgermeister veräppelt fühlen.

„Wir haben uns in der Sache eingesetzt und auch die Grundvoraussetzung zur Umsetzung geschaffen, nämlich den Ankauf der Fläche. Warum sollten wir jetzt nicht liebend gerne weitermachen wollen?“, fragt Zachow. Das Projekt habe die volle Unterstützung des Kreises und werde auch so schnell es geht zu einem guten Ende gebracht. Zachow bleibt zuversichtlich. Bisher habe niemand gesagt, dass die neue Förderrichtlinie nicht kommt. Er könne zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Zahlen nennen, doch sei es gegenüber der bisherigen Förderung eine sehr attraktive Summe, die der Umsetzung zugutekommen soll.

Geplant war, das Ortsschild zu versetzen

Dass sich der Busbahnhof als neuer Knotenpunkt für den Busverkehr dadurch weiter verzögert, ärgert den Bürgermeister auch deshalb, weil daran andere „Baustellen“ hängen: Der Busverkehr wird auch nach Öffnung der Umgehungsstraße erst einmal weiterhin durch Heskem fahren, was die Anwohner weiter belastet. Außerdem könne die Gemeinde den Schwimmbadweg weiterhin nicht freigeben – dort mogeln sich zwar immer wieder Fahrzeuge hindurch, offiziell gilt der aber als gesperrt.

Weil die Straße außerhalb des Ortes auf die L 3125 mündet. Geplant war eigentlich, das Ortsschild zu versetzen, so dass die Straße dann innerorts und damit in der 50er Zone endet. Auch darauf müsse man nun weiter warten, ärgert sich der Bürgermeister. Wann mit einem Baustart zu rechnen ist, steht noch nicht fest.

Von Ina Tannert und Götz Schaub