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Südkreis Hausnamen zur besseren Orientierung
Landkreis Südkreis Hausnamen zur besseren Orientierung
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16:37 02.02.2014
Von Götz Schaub
Dirk Geißler (von links), Manfred Apell und Rainer Kieselbach übergaben Helene Werner das erste Hausnamen-Schild „Christines“.
Dirk Geißler (von links), Manfred Apell und Rainer Kieselbach übergaben Helene Werner das erste Hausnamen-Schild „Christines“. Quelle: Götz Schaub
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Sterzhausen

Nein, die Sterzhäuser hatten keine neue Idee, aber nach wie vor eine gute Idee, nämlich Ortsbewohnern die Möglichkeit zu geben, ihre Häuser mit der ortsüblichen Bezeichnung zu versehen. Dazu wurden eigens Aluminiumschilder im gleichen Design in Auftrag gegeben.

Ortsvorsteher Dirk Geißler ist in Sachen Hausnamen in Sterzhausen ein wandelndes Lexikon. Schließlich hat er für sein Buch „Das unter dem Wald unter dem Stein gelegene Dorf“ alles zusammengetragen, was er zum Thema Hausnamen finden konnte. Jetzt im Zuge der Dorferneuerung hält es Geißler für eine gute Sache, historische Wohnhäuser nach dem Vorbild anderer Orte mit ihren noch geläufigen „Hausnamen“ zu versehen.

Bei der Umsetzung dieses Vorhabens sprang ihm Rainer Kieselbach zur Seite. Bewohner, die sich schnell entschieden, erhielten eine kleine finanzielle Unterstützung vom Ortsbeirat - mehr als Dankeschön fürs Mitmachen, denn die schönen Alu-Schilder, auf denen der Name in altdeutscher Schrift zu lesen ist, kosten gerade mal 28 Euro das Stück. Die Schilder liegen jetzt vor. Das erste bekam Helene Werner nun direkt von Geißler, Kieselbach und Bürgermeister Manfred Apell an die Haustür gebracht. Helene Werner lebt zusammen mit Harald und Sabine Werner in einem Haus, das im Dorf unter dem Namen „Christines“ bekannt ist. „Werners gibt es in Sterzhausen einige“, verrät Geißler. Weil es früher über eine längere Zeit üblich war, dass Kinder den Vornamen ihres Paten bekamen, gab es auch viele mit gleichem Namen im Ort.

Geißler: „Hausnamen entstanden aus der Notwendigkeit, ein Anwesen, Haus oder Hof einschließlich Ländereien ­lagemäßig eindeutig zu definieren in einer Zeit, als es noch keine Grundbücher und Hausnummern gab. Wurden Güter geteilt oder errichteten Kinder des Stammhauses eigene Häuser in derselben Ortschaft, so mussten sie einen eigenen Namen erhalten.“

Hausnamen können auch Häuser neueren Datums bekommen. Mitten im Ort steht die Gemeindeverwaltung der Gemeinde Lahntal. Bald besser bekannt ist diese unter dem Namen „Das weiße Haus“.

Meist sind es männliche Namen. Aber es gibt auch weibliche, wie eben „Christines“. Dieser Name geht auf eine Frau zurück, die aus Leidenhofen nach Sterzhausen heiratete.

n Die weiteren 26 Schilder können bei Ortsvorsteher Dirk Geißler während seiner Sprechstunde, dienstags von 18 bis 19 Uhr, im Generationentreff Krafts Hof abgeholt und bezahlt werden. Wenn sich genügend Interessenten finden, könnte in diesem Jahr noch eine zweite Aktion „Hausnamenschilder“ ins Leben gerufen werden.

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