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Südkreis Das „Rattenloch“ in Ebsdorf ist bald passé
Landkreis Südkreis Das „Rattenloch“ in Ebsdorf ist bald passé
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07:59 07.07.2019
Karsten Schmidt (von links) und Stefan Strack, beide Geschäftsführer der Firma Schmidt und Strack, Gemeindebrandinspektor Wilfried Eucker, Stellvertreter Rainer Koch, Bürgermeister Andreas Schulz und Uwe Hamatschek, Hochbauingenieur der Gemeinde, stellten die Pläne für das Feuerwehrhaus vor. Quelle: Ina Tannert
Ebsdorf

Die Pläne für das neue Feuerwehrgerätehaus von Ebsdorf nehmen Formen an:

Gemeinde und Feuerwehr haben sich auf eine Lösung des vorherrschenden Platzmangels im Feuerwehrhaus geeinigt.

Es wird keinen kompletten Neubau geben, dafür quasi einen Umbau samt Teil-Anbau, eine neue Fahrzeughalle und neue, größere Umkleiden für die Einsatzkräfte.

„Wir haben nun eine Lösung gefunden, die alle Beteiligten mittragen“, berichtet Bürgermeister Andreas Schulz während eines Ortstermins.

Das Gefrierhaus wird abgerissen

Konkret ist folgendes geplant: Das alte Gefrierhaus der Gemeinde samt integrierter Garage hinter dem Hauptgebäude soll abgerissen werden. An derselben Stelle soll ein neues, fünf Meter breiteres Gebäude als neue Fahrzeughalle entstehen, die zudem direkt mit dem Haupthaus verbunden wird.

Einsatzwagen und Vereinsfahrzeug können somit umziehen und müssten im Einsatzfall „nicht mehr um die enge Kurve fahren“, betont Schulz. Die viel zu enge Umkleide wird in die bisherige Fahrzeughalle verlegt und kann dann auch nach Geschlechtern getrennt werden. In dem frei werdenden Raum sollen wiederum Duschen installiert werden.

„Wir platzen aus allen Nähten“

An dem neuen Standort entstehe „ein guter Ersatz für das Rattenloch“, sagt Schulz. Der bisherige Umkleidebereich der Feuerwehr wird tatsächlich als „Rattenloch“ bezeichnet. Der nur über Treppenstufen erreichbare und viel zu kleine Raum ist ein Kernproblem des Feuerwehrhauses und wurde schon während der Überprüfung der Unfallkasse bemängelt, die Sicherheitslücken und eine eigentlich vermeidbare Unfallgefahr festgestellt hatte.

Alleine dadurch, dass im Alarmfall die Einsatzkräfte Treppenstufen und enge Flure überwinden müssen. Die bisherige Umkleide ist zudem nicht nach Geschlechtern getrennt und erschwert die vorgeschriebene Schwarz-Weiß-Trennung. Auch die Laufwege seien unpraktisch, Haus und Fahrzeughalle generell zu eng gestaltet: „Wir platzen seit langem schon aus allen Nähten“, sagt Stefan Wagner, stellvertretender Wehrführer und Vorsitzender des Feuerwehrvereins.

Nächstes Jahr soll gebaut werden

Seit Jahren wünscht sich die Truppe eine Lösung für die Situation. Die scheint nun gefunden. Mit den neuen Plänen sei die Wehr „sehr zufrieden, es ist ein guter Kompromiss, für alle eine Win-win-Situation“, sagt Wagner.

Noch in diesem Jahr sollen die Planungen abgeschlossen werden und laut Schulz auch der Bauantrag über die Bühne gehen. Im nächsten Jahr stünde dann der Baubeginn an.

Die Pläne für das Feuerwehrhaus laufen parallel zu denen des Musikergartens als neues Veranstaltungszentrum und neu gestaltete Ortsmitte von Ebsdorf. Das Gesamtprojekt Musikergarten soll 1,8 Millionen Euro kosten.

„Wir werden viel selber machen“

Für die Erweiterung des Feuerwehrhauses will die Gemeinde zusätzlich 350.000 Euro beisteuern, sagt Schulz. Aus Gemeindemitteln, nicht aus dem Topf für das Förderprojekt. Die Gesamtkosten für das Feuerwehrhaus stünden indes noch nicht genau fest, Schulz rechnet mit Kosten zwischen 400.000 und 450.000 Euro.

Alles was über den Anteil der Gemeinde hinausgeht, will die Feuerwehr übernehmen. Und die plant, möglichst viel an Eigenleistung in ihr neues Haus zu stecken: „Wir werden viel selber machen“, verspricht Wagner. Etwa bei den Elektroarbeiten, die von Fachleuten, die zugleich bei der Feuerwehr sind, ausgeführt werden können.

Pläne gegen Parkplatzproblem

Teil des in mehrere Bauphasen gesplitteten Musikergartens ist die energetische Sanierung des Bürgerhauses, der Anbau einer Behindertentoilette – dessen Fertigstellung sich derzeit verzögert – und der Einbau einer neuen Heizung. Letzteres in Form einer neuen Holzpelletheizung, an der auch das Feuerwehrhaus angeschlossen werden soll, sagt Schulz. Dem soll zudem eine neue Außenfassade für das Bürgerhaus folgen.

Um einem Kampf um den vorhandenen Parkraum entgegenzuwirken, wird als nächster Schritt ein neuer Parkplatz auf einem angrenzenden Grundstück gebaut werden. Am Ende steht dann der Umbau des Vorplatzes an. Die Förderung läuft bis 2020, bis dahin soll der letzte Bauabschnitt abgeschlossen sein.

von Ina Tannert