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Südkreis Vom guten Gefühl, einen Smiley zu erhalten
Landkreis Südkreis Vom guten Gefühl, einen Smiley zu erhalten
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09:56 08.06.2020
Am Ortseingang von Wenkbach – von Niederweimar kommend – steht eine der Tafeln, die die Geschwindigkeit anzeigen. Wer zu schnell ist, sieht einen roten Smiley, dem so gar nicht nach Lachen zumute ist. Quelle: Götz Schaub
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Weimar

Die Gemeinde Weimar versucht es bei der Verkehrserziehung auf die sanfte Tour und hat damit bisher ins Schwarze getroffen. Nach einem entsprechenden Parlamentsbeschluss wurde ein gutes Dutzend moderner Geschwindigkeitsmessanlagen angeschafft und vornehmlich an den Ortseingängen montiert, wo aufgrund der Straßenbeschaffenheit der eine oder andere sonst schon noch mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war.

Jetzt bekommen die Autofahrer schon vor dem Erreichen des Ortsschildes angezeigt, wie schnell sie sind. Alles, was über 50 ist, wird zusätzlich mit einem roten, unglücklichen Smiley quittiert.

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Das setzt dann im Idealfall die Reaktion beim Fahrer beziehungsweise bei der Fahrerin in Gang, bis zum Ortsschild auf 50 herunterzubremsen, um aus dem roten, unglücklichen Smiley einen grünen, glücklichen Smiley zu machen.

Bürgermeister Peter Eidam hat bisher viele positive Rückmeldungen erhalten und sieht die Strategie als erfolgreich an. „Diese Anschaffung ist sicherlich ein Gewinn für die Verkehrssicherheit in der Gemeinde Weimar“, sagt Eidam. Das sieht auch Uwe Hahn vom Ordnungsamt der Gemeinde so.

Echte Ausreißer nach oben gab es nicht mehr

Die Tafeln erhöhen die Aufmerksamkeit der Autofahrer und erinnern sie daran, das Tempo zu drosseln. Nicht zuletzt durch das Wissen, dass über die Tafel auch andere sehen können, wie schnell man ist, dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass man bereits mit 50 Kilometern pro Stunde in den Ort einfährt, erhöht werden.

Nichtsdestotrotz werden aber auch in Weimar immer mal wieder an bestimmten Punkten „Fotos“ von Verkehrssündern gemacht. Etwa in Niederweimar im Huteweg aus Richtung B3 beziehungsweise B255 kommend.

Die Straße ist dort breit, gleichzeitig sind dort aber auch viele Personen unterwegs, etwa mit dem Fahrrad, um den Radweg zu erreichen oder Fußgänger, die zum Bahnhaltepunkt gehen oder von dort kommen. „Da gibt es dann auch immer wieder welche, die zu schnell sind“, sagt Hahn. Aber echte Ausreißer nach oben gab es in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr.

Bürgermeister will 30er-Bereich ausweiten

Für Eidam noch kein Grund, das Thema Geschwindigkeiten im Ort als erledigt zu betrachten. „Wir wünschen uns noch einige Verbesserungen, sind aber da auf die Entscheidungen anderer angewiesen“, sagt er bezüglich der Ortsdurchfahrten, die zugleich Landesstraßen sind. Da denkt er beispielsweise an Wenkbach.

„Dass wir dort auf Höhe der Bushaltestelle in den Morgenstunden Tempo 30 haben ist wichtig und gut, aber eigentlich noch ausbaufähig. Zeitlich wie auch räumlich“, sagt der Bürgermeister. Räumlich würde er gerne auch den Bereich rund um den Kinderspielplatz mit erfasst sehen und das eben auch bis mindestens Spätnachmittags. „Bis 19 Uhr wäre natürlich optimal“, sagt er auch im Hinblick auf den existierenden Lkw-Verkehr.

Plakat soll zum Lächeln anregen

Niederwalgern und Wenkbach haben jeweils an beiden Ortseingängen Messgeräte. Auch andere Orte sind damit ausgerüstet, nur in Nesselbrunn und Stedebach hat man bisher darauf verzichtet, weil dort innerorts alles andere als gerast wird. Autofahrer sollen weiter aktiv dazu gebracht werden, sich an den Messgeräten zu orientieren.

Dazu soll bei Niederweimar vor dem Ortseingang von Oberweimar beziehungsweise Haddamshausen kommend auch ein erklärendes Plakat aufgehängt werden mit dem Slogan „Hol auch du dir ein Lächeln ab“.

Von Götz Schaub

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