Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Geldsegen für „Interkom“
Landkreis Südkreis Geldsegen für „Interkom“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:28 03.12.2020
Mit 1,5 Millionen fördert das Land Hessen das Interkommunale Gewerbegebiet bei Heskem. Das freut die Bürgermeister Peter Gefeller (Staufenberg, von links), Andreas Schulz (Ebsdorfergrund) und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (Marburg).
Mit 1,5 Millionen fördert das Land Hessen das Interkommunale Gewerbegebiet bei Heskem. Das freut die Bürgermeister Peter Gefeller (Staufenberg, von links), Andreas Schulz (Ebsdorfergrund) und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (Marburg). Quelle: Foto: Ina Tannert
Anzeige
Heskem

Das war für gleich drei Bürgermeister mal eine gute Nachricht zum Ende eines Jahres, das viele wohl gerne schnell vergessen möchten und in dem die Wirtschaft weiter leidet: Das Land Hessen hat den lange schon erhofften Förderbescheid für das interkommunale Gewerbegebiet (Interkom) von Marburg, Staufenberg und Ebsdorfergrund verschickt – 1,5 Millionen gibt das Wirtschaftsministerium mit in den Topf für das Großprojekt.

Eine weitere Förderung gab es in der Vergangenheit schon vom Innenministerium, 75 000 Euro aus dem Programm Interkommunale Zusammenarbeit. Der Rest – insgesamt kostet das Vorhaben rund 8,5 Millionen Euro – müssen die drei Partnerkommunen selber stemmen beziehungsweise durch den Verkauf der Grundstücke wieder rein holen. Die spätere Vermarktung decke allerdings nicht die Gesamtkosten, „daher hilft uns die Förderung sehr“, lobt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Somit müssten die drei Partner insgesamt noch rund 2 Millionen Euro beisteuern.

Gute Nachfrage heimischer Firmen

Langfristig sollte sich das aber lohnen, alle drei versprechen sich von dem Gebiet den Erhalt von Unternehmen vor Ort und Arbeitsplätzen in der Region und damit steigende Gewerbesteuer-Einnahmen in der Zukunft. Zudem könnte eine einzelne Kommune ein solch großes Gewerbegebiet gar nicht stemmen. Mit Ausnahme des Oberzentrums Marburg, der Umfang sei für die Stadt im Verhältnis „recht überschaubar“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Doch Marburg habe Mangel an weiteren Gewerbeflächen, jene, die noch da sind, seien für die Pharmastandorte reserviert, „an diese Flächen gehen wir auf keinen Fall ran“.

Das Großprojekt Interkom sei dabei „eine unheimliche Herausforderung“, aber profitabel für alle Partner, daher wolle Marburg künftig ähnliche Vorhaben auch mit anderen Kommunen umsetzen, „nicht nur auf den eigenen Kirchturm schauen“, so Spies. Auch die Stadt Staufenberg habe Flächen-Mangel zu kompensieren und profitiere vom gemeinsamen Gewerbegebiet, „das geht nur über interkommunale Zusammenarbeit“, betont Bürgermeister Peter Gefeller. Und die Förderung für das „Pilotprojekt zeigt, dass das Wirtschaftsministerium das auch als ein solches sieht“, lobt Gefeller.

Noch ist es mit der Vermarktung aber nicht so weit, die Erschließung des rund acht Hektar großen Gebiets (Interkom I und II) soll im ersten Halbjahr 2021 starten, die Ausschreibungen für diesen Teil laufen. Schon jetzt wird am Ortsrand von Heskem das Gelände für einen Edeka-Markt und eine Sparkasse erschlossen, wovon auch das Gewerbegebiet durch die Verlegung der Leitungen profitiert. Markt und Bank sollen bis November 2021 öffnen.

Perspektivisch kommt später auch einmal ein ebenfalls etwa acht Hektar großes Gebiet – Interkom III und IV – noch dazu. Das liege aber noch in der Ferne, zuvor müssen laut den Vorgaben des Landes mindestens 60 Prozent der Flächen verkauft werden. Die Nachfrage laufe gut, für 75 Prozent gebe es mittlerweile Anfragen von rund 20 Unternehmen, die Hälfte davon Firmen aus Ebsdorfergrund, berichtet Schulz. Verträge sind indes noch nicht geschlossen. Der Schwerpunkt soll auf dem produzierenden Gewerbe liegen, etwa Handwerker aus der Region.

Verkehr bereitet keine Sorgen

Da das neue Gebiet in der Gemarkung von Ebsdorfergrund liegt, ist die Gemeinde auch mit 50 Prozent an der Interkom-Gesellschaft beteiligt, übernehme die Hälfte der noch anstehenden Investitionen und die Verwaltungsarbeit, erhält daher auch 55 Prozent aus den späteren Gewerbesteuereinnahmen. Marburg und Staufenberg teilen sich den Rest.

Was den Verkehr angeht, der einmal durch das Gewerbegebiet in der Gemeinde und Umgebung fließen wird, macht sich Schulz keine Sorgen, rechnet vielmehr mit einer Verringerung des Verkehrs, wenn die A 49 fertig sei, „das gleicht sich mehr als aus“. Im Zuge des Autobahnbaus dürfte dann auch die L 3048 entlastet werden.

Von Ina Tannert