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Südkreis Geldregen fürs Freilichtmuseum
Landkreis Südkreis Geldregen fürs Freilichtmuseum
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14:00 15.09.2020
Das neue Haus an der Bronzezeitstation, wo der Nachbau einer Hofsiedlung der Urnenfelder Kultur entsteht, bekommt derzeit ein Dach. Quelle: Ina Tannert
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Argenstein

Große Freude für Geschichtsfreunde: Das künftige archäologische Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ bei Argenstein wächst weiter und nach einem neuen Geldsegen kann man durchaus sagen: „Jetzt erst recht!“.

Denn vom Land Hessen trudelte nun ein zusätzlicher Förderbescheid über Mehrkosten von einer halben Million Euro für das Mega-Projekt ein. Die fast noch bessere Nachricht: Offiziell sind nun die Gelder des Landes für den Bau des Besucherzentrums freigegeben worden.

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Die Bestätigung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst brachte Ministerin Angela Dorn vergangene Woche bei einem Besuch mit. Fast noch mehr als über die Bewilligung der Mehrkosten freut sich Bürgermeister Peter Eidam, der den Bescheid entgegennahm, über den Passus „Freigabe der Zuwendungsmittel für das Multifunktionsgebäude“, die bisher noch gesperrt waren. Damit liegt nun die Bestätigung über den Bau des Herzstücks auf dem Gelände – das künftige Inselzentrum – schwarz auf weiß vor.

Für den Bau hatte die Gemeinde Weimar als Eigentümerin der „Zeiteninsel“ 2017 einen internationalen Architekturwettbewerb ausgelobt, den ein Stuttgarter Architekturbüro für sich entscheiden konnte. Entstehen soll ein multifunktionales Eingangs- und Verwaltungsgebäude samt Museumsshop und Raum für Lager und Werkstatt. Nun, da die Gelder bewilligt wurden, soll 2021 der Baustart folgen, freut sich Archäologe Dr. Andreas Thiedmann vom Vorstand der Kulturgenossenschaft Zeiteninsel.

Große Freude auf der Zeiteninsel: Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst (vorne links), überbrachte die Zusage für eine halbe Million Euro zusätzliche Förderung für das Museumsprojekt. Quelle: Ina Tannert

Bei einem Rundgang über die aktuellen Baustellen zeigt sich auch der Fortschritt der neuen Bronzezeitstation, wo erst im Juni Richtfest gefeiert wurde ( die OP berichtete ). Dort entsteht der Nachbau einer Hofsiedlung der Urnenfelder Kultur der jüngeren Bronzezeit (um 1000 vor Christus). Das Haupthaus, bestehend aus Wohnhaus mit angeschlossenem Stall, erhält gerade ein Dach aus Stroh.

Gewerkelt wird von zahlreichen Ehrenamtlichen von Förderkreis und Genossenschaft auch in den anderen Gebäuden: Auf dem Gelände stehen bereits die historischen Nachbauten aus der mittleren Jungsteinzeit „Rössener Kultur“ (um 4500 vor Christus) sowie ein Gehöft aus der frühen römischen Kaiserzeit vor rund 2.000 Jahren.

Die Fortschritte zeigen, „dass Sie keine Ruhe geben und immer weiter machen“, lobte Ministerin Dorn. Nicht nur in der Region sei man überzeugt, dass das Museum als besonders nachhaltige Bildungsstätte ein Erfolg ist und bleiben wird, „sobald Geschichte erlebbar ist, kann man diese ganz anders erfahren und verstehen“, so Dorn. Im Mai 2022 wollte das Museum eigentlich in den Vollbetrieb starten, da sich manche Arbeiten wegen Corona allerdings verzögerten, wird es wohl etwas länger dauern. Aber: „Maximal noch drei Jahre“, schätzt Thiedmann.

Von Ina Tannert