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Südkreis Grundstücke für Funkmasten gesucht
Landkreis Südkreis Grundstücke für Funkmasten gesucht
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00:19 23.06.2019
Die Mobilfunk-Antenne in Heskem. Quelle: Tobias Hirsch
Dreihausen

Auf dem Raiffeisen-Silo in Heskem steht eine Funk-Antenne. Sie ist die einzige Quelle, über die im gesamten Ebsdorfer Grund die Mobiltelefone mit Daten versorgt werden. Bürgermeister Andreas Schulz spricht von weißen Flecken, meint damit Funklöcher und Gebiete mit miserablem Empfang. An Internetnutzung mit dem Handy ist mancherorts nicht zu denken.

Die Gemeinde möchte das ändern. Zum einen will die Telekom laut Bürgermeister die Antenne auf dem Heskemer Silo durch eine stärkere Anlage austauschen. Zum anderen sollen insgesamt fünf Mobilfunkmasten neu installiert werden, um zukünftig im gesamten Gemeindegebiet guten Empfang zu bieten. Hierzu laufen Gespräche zwischen Gemeindevorstand, Telekom und Vodafone.

Mit letzterem Unternehmen ist bereits ein Vertrag unterzeichnet worden: Auf dem Sportplatz in Ebsdorf will Vodafone eine Anlage installieren. Auch für zwei Masten der Telekom hat man Grundstücke gefunden und Verträge abgeschlossen, eines auf einer Privatfläche in Rauischholzhausen an der Grenze nach Wittelsberg, eines in Roßberg am geplanten Radweg. Vermutlich 2020 würden die Masten errichtet und in Betrieb gehen, sagt der Bürgermeister.

Ortsbeirat legt Veto ein

In Leidenhofen und Hachborn sollen zwei weitere Anlagen installiert werden. Hierzu hat der Gemeindevorstand dem Ortsbeirat Hachborn ein mögliches gemeindeeigenes Gelände an der Kreisstraße Richtung Ilschhauen zur Prüfung vorgelegt.

Genauso hat die Gemeinde es in Leidenhofen gemacht. Dort ging es um ein Grundstück am Mehrzweckplatz. Die Telekom hatte sich das Areal ausgeguckt. Der Ortsbeirat legte hierfür jedoch sein Veto ein. Zu nah an der Wohnbebauung, so die Meinung im Ortsbeirat.

Die Gemeinde ist nun in Leidenhofen auf der Suche nach Privatgrundstücken. Die Eigner könnten zwischen 1.000 und 2.000 Euro im Jahr bekommen, wenn sie der Telekom ein Grundstück für einen Mobilfunkmasten zur Verfügung stellen.

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung in Dreihausen kam das Thema in Form einer großen Anfrage der CDU-Fraktion auf die Tagesordnung. Die Christdemokraten wollten vom Bürgermeister wissen, warum der Mobilfunkbetreiber nicht direkt auf den Ortsbeirat in Leidenhofen zugekommen sei, um mögliche Standorte zu besprechen.

Grundstücke vorgestellt

Der Bürgermeister erklärte daraufhin das Prozedere in solchen Fällen: Der Gemeindevorstand vertrete die Gemeinde nach außen, also auch bei Gesprächen mit Unternehmen. Bei den Gesprächen mit den Mobilfunkanbietern ging es um gemeindeeigene Grundstücke.

Die Verwaltung habe der Telekom eine Aufstellung mit sämtlichen Grundstücken in Leidenhofen vorgelegt. Die Telekom habe sich für ein Grundstück entschieden, das anschließend vom Ortsbeirat abgelehnt wurde. Demnach müsste nun also ein privates Grundstück gefunden werden, damit auch in Leidenhofen eine Anlage gebaut werden kann, so Schulz.

Die Abdeckung mit einem leistungsstarken Mobilfunknetz sei eine Existenzfrage für den ländlichen Bereich, sagte Schulz am Montagabend im Parlament. Bislang hätten sich die Mobilfunkanbieter in solchen Regionen eher zurückgehalten. „Meine Einschätzung ist, dass die Telekom überhaupt nicht böse wäre, wenn sie den Mast in Leidenhofen nicht bauen kann“, so Schulz.

Weil verschiedene Stimmen laut geworden seien, dass die öffentliche Hand den Ausbau des Mobilfunknetzes selbst übernehmen könnte, spielten die Anbieter möglicherweise auf Zeit, mutmaßte Schulz.

von Dominic Heitz