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Südkreis Eltern sparen Geld für zweieinhalb Monate
Landkreis Südkreis Eltern sparen Geld für zweieinhalb Monate
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09:59 11.05.2020
Da die meisten Eltern ihre Kinder nicht in die Betreuungsstätten schicken können, sollen sie auch nicht dafür zahlen. Quelle: Monika Skolimowska/zb/dpa
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Fronhausen

Die Gemeinde Fronhausen wird aller Voraussicht nach bei den Kindergartengebühren ab Schließung der Einrichtungen bis einschließlich Ende dieses Monats auf sämtliche Elternbeiträge verzichten.

So jedenfalls empfiehlt es der Haupt- und Finanzausschuss, der am Donnerstagabend, 7. Mai, tagte, den Parlamentariern, die am kommenden Donnerstag zu ihrer ersten Sitzung während der Corona-Krise zusammenkommen werden.

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Der Gemeindevorstand hatte zunächst vorgeschlagen, nur Eltern, die keinen Anspruch auf Notbetreuung hatten, die Beiträge zu erlassen. Eltern, die ihre Kinder in die Notbetreuung schickten und solche, die es hätten tun können, sollten hingegen die Elternbeiträge zahlen.

Die Initiative Fronhausen (IF) brachte zur Ausschuss-Sitzung einen Änderungsantrag ein, mit dem Ziel „bewusst“ alle Eltern von den Beiträgen im März, April und Mai zu befreien, wie Beate Brand-Becker von der IF ausführte.

März soll anteilig bezahlt werden

Die SPD signalisierte in Person von Peter Kelch sofortige Zustimmung, doch im Verlauf der Diskussion kamen dann die Fraktionen mit Bürgermeisterin Claudia Schnabel überein, dass durchaus die Betreuung, die im März bis zur Schließung geleistet wurde, auch anteilig bezahlt werden sollte.

Martin Schnabel von der CDU legte noch einmal Wert auf die Feststellung, dass die Beiträge der Eltern, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen konnten, im Vergleich als sehr gering anzusehen sind und den bürokratischen Aufwand nicht lohnen würden. Alle kamen eigentlich zu der Meinung, dass diese Eltern schließlich auch in der Krise in ihren Berufen besonders gefordert waren.

Ein Vorschlag wird nicht angesprochen

Die Bürgermeisterin stellte eine Summe von 64.500 Euro in den Raum. Das seien die Elternbeiträge für vier komplette Monate. Die von der Gemeinde auszugleichende Summe wird sicher weit unter dieser Summe liegen, weil es sich ja nun nur um zweieinhalb Monate handelt.

Während der Diskussion wurde nicht erwähnt, dass sich auch ein Elternpaar, Stephanie und Steffen Weber, der einst mal für die „Bürger für Fronhausen“ im Gemeindeparlament tätig war, Gedanken gemacht hatte. Die beiden interpretierten den Vorschlag des Gemeindevorstandes, auch Eltern, die als Berechtigte darauf verzichtet hatten, ihre Kinder in die Notbetreuung zu geben, zahlen zu lassen, dahingehend, dass diese Eltern dadurch gelenkt werden sollten, ihre Kinder in die Notbetreuung zu geben.

Eltern empfehlen Ebsdorfergrund als Vorbild

Das würde aber den Sinn einer Notbetreuung völlig verfehlen, denn so würden nach Meinung des Paares Kinder ohne Not einem größeren Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Die Eltern plädierten dafür, einen Beschluss zu fassen, wie ihn die Gemeinde Ebsdorfergrund bereits gefasst hatte, die nur die Beiträge für eine tatsächlich stattgefundene Notbetreuung einholen will.

Steffen Weber war als Zuhörer bei der Sitzung dabei. Die gefasste Beschluss-Empfehlung begrüßte er dann als weitergehend und zeigte sich auch damit sehr zufrieden, allen Eltern die Beiträge für den genannten Zeitraum zu erlassen.

Autofreier Sonntag zurückgestellt

Wie gesagt muss dazu noch ein Beschluss der Gemeindevertretung her, aber dadurch, dass alle Vertreter der drei Fraktionen im Ausschuss ihre Zustimmung gaben, darf eigentlich damit gerechnet werden, dass dieser Vorschlag auch wie beschrieben angenommen wird.

 Nicht mehr zur Diskussion gestellt wurde im Ausschuss eine Entscheidung zur Teilnahme am autofreien Sonntag auf der L3048 am 20. September. Der Gemeindevorstand wollte den Parlamentariern eigentlich empfehlen, dieses Jahr aus Sicherheitsgründen darauf zu verzichten (die OP berichtete).

Abwarten bis vor der Sommerpause

Doch Bürgermeisterin Claudia Schnabel meinte, dass die Entwicklungen derzeit sehr dynamisch verlaufen würden und keiner sagen könne, wie es wirklich im September in Bezug auf die Ansteckungsgefahr aussehen wird. Deshalb kündigte sie an, den Tagesordnungspunkt in der Gemeindevertretersitzung zurückzuziehen.

Sie riet dazu, noch einmal abzuwarten und die Planungen auszusetzen, aber erst in der Sitzung vor der Sommerpause endgültig über Absage oder Teilnahme zu entscheiden. Peter Kelch von der SPD gab dennoch ein Statement ab und machte deutlich, dass die Dörfer sehr gerne dabei wären, wenn es von den übergeordneten Behörden, die sich mit der Corona-Gefahr beschäftigen, für die Veranstaltung grünes Licht gebe.

Von Götz Schaub

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