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Südkreis Dem Fronhäuser Wald geht es schlecht
Landkreis Südkreis Dem Fronhäuser Wald geht es schlecht
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10:00 08.03.2020
Der Wald bei Fronhausen ist massiv geschädigt. Der Holzeinschlag nimmt zu. Quelle: Thorsten Richter
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Fronhausen

Dem Fronhäuser Wald geht es schlecht. Lücken und breite Schneisen mit braunen, toten Bäumen zeigen das weithin sichtbar. „Es gibt massive Schäden und soviel Zwangseinschlag wie nie zuvor“, lautet die bisherige Bilanz von Revierförster Ulrich Höcker von Hessen Forst, über die er während der letzten Gemeindevertretersitzung berichtete.

Der Landesbetrieb musste demnach im vergangenen Jahr deutlich mehr Bäume fällen als geplant: Nur 146 Hektar des insgesamt 180 Hektar großen Waldgebiets werden bewirtschaftet. Dort wachsen vor allem Buchen und Eichen, es gibt nur wenige, anfälligere Fichtenbestände. Im zurückliegenden Jahr stieg der Holzeinschlag dennoch sprunghaft an, verdreifachte sich fast von 1 200 Festmetern Holz im Jahr 2018 auf rund 3 200 geschlagene Festmeter.

Das liege nicht etwa an einem gestiegenen Holzbedarf – die Holzpreise seien ohnehin im Keller – sonder war quasi eine Notfällung zahlloser kranker Bäume.

Der Grund ist derselbe wie überall im Land: „Zwei Hitzejahre mit Wetteranomalien, Trockenheit und Borkenkäfer – das hat sich im Wald sehr bemerkbar gemacht“, erklärt Höcker. Und das, obwohl die Buche rund um Fronhausen dominiert, während die gegen Schädlinge deutlich anfälligere Fichte seltener verbreitet ist. Nichtsdestotrotz haben Käfer und Pilzbefall Unmengen Bäumen den Garaus gemacht, selbst die besonders robuste Eiche war stark betroffen. Diese Baumart wurde im vergangenen Jahr zusätzlich und erstmals von einem hierzulande neuartigen Pilz befallen, der sich nun auch hierzulande breitmacht. „Der ist neu eingetroffen und führt zu massiven Schäden.“ Weitere Nachwirkungen von Hitze und Parasiten dürften folgen: „Mit Sicherheit ist auch in diesem Jahr und auch noch im nächsten mit weiteren Schäden zu rechnen“, prophezeit Höcker.

Der „perfekte Wald“

Ein Schwerpunkt für die künftige Forstarbeit wird daher die Sicherung der Buchenwälder sein, die – wenn erst einmal erkrankt – schnell instabil werden könnten. Wie der perfekte Wald künftig angesichts wahrscheinlich weiter zunehmender Auswirkungen des Klimawandels mit neuen Wetter-Kapriolen aussehen wird, wisse heute noch niemand genau – klar sei aber, dass die Zukunft den robusten Baumarten gehört. Welche das sein werden und wie die Zusammenstellung eines idealen Waldgebiets einmal aussehen könnte, werde erforscht.

Verschiedene Forstämter haben bereits neue Pflanzprojekte auf den Weg gebracht. Die Gemeinde Fronhausen hat in Zusammenarbeit mit Hessen Forst und der örtlichen Nabu-Gruppe für Freitag, 27. März, eine öffentliche Baumpflanzaktion geplant. Jeder ist eingeladen, sich zu beteiligen. Beginn um 14.30 Uhr, der Treffpunkt ist an den Hainbuchen. Voranmeldungen unter dieser Telefonnummer: 0 64 26 / 92 83 27.

Von Ina Tannert