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Südkreis Sportzentrum bleibt heißes Eisen
Landkreis Südkreis Sportzentrum bleibt heißes Eisen
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07:58 06.08.2021
Am Montagabend überreichten Kinder und Eltern an Bürgermeisterin Claudia Schnabel eine Petition, über die sich bislang 260 Unterzeichner für den Bau eines Sportzentrums aussprechen.
Am Montagabend überreichten Kinder und Eltern an Bürgermeisterin Claudia Schnabel eine Petition, über die sich bislang 260 Unterzeichner für den Bau eines Sportzentrums aussprechen. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Fronhausen

Sport bewegt, auch die Gemüter. Das ist seit Wochen in Fronhausen spürbar, war es auch am Dienstagabend während der gemeinsamen Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses und des Ausschusses für Soziales, Familie, Kultur und Sport, zu dem gleich mehrere Dutzend interessierte Zuhörer kamen.

Die zentrale Frage, ob am Ende eine grundhafte Sanierung oder ein Neubau des Sportplatzes anstehen soll, spaltet die Fronhäuser Sportwelt – und war auch nach der dreistündigen Mammutsitzung noch nicht beantwortet. Sitzungsleiter Martin Wenz (Initiative Fronhausen) rief die Versammelten mehrfach zur sachlichen Debatte des hochsensiblen Themas auf, dazu „die Emotionen ein Stück weit schmal zu halten“. Bis auf vereinzelte Unmutsäußerungen gelang das auch.

Grundlage für die Debatte in den Ausschüssen waren neben der Beschlussvorlage der Gemeinde die Stellungnahmen und Beschlüsse der Vereine zum Thema (die OP berichtete). Die fielen indes „nicht immer eindeutig“ aus, erinnerte Thorben Bastian (CDU), der zudem darauf hinwies, dass die Bürgermeisterin gesagt habe, das Vorhaben werde nur weitergeführt, wenn die Vereine zustimmen. Deren Votum scheine aber „eher neutral oder dagegen“.

Die Wertung in den Gremien zu diesem Punkt fällt unterschiedlich aus. Die nicht immer ganz klaren Stellungnahmen müsse „jeder für sich selber auswerten“, befand Heiko Fischer (SPD). Nach seiner persönlichen Meinung zeige sich diese Situation: „Alle Sport treibenden Vereine, die Fußball spielen, sind dafür und haben für das neue Sportzentrum gestimmt, die Sparte Leichtathletik hat dagegen gestimmt“.

Die Fußball-Vertreter sind etwa die Spielvereinigung Hassenhausen/Bellnhausen, der FC Oberwalgern und die Fußballer der SG Fronhausen. Alle drei hatten einen Tag zuvor noch einmal ein Statement gesetzt und eine Petition pro Neubau an Bürgermeisterin Claudia Schnabel überreicht, mit derzeit 260 Unterschriften. Unterschrieben von Sportlern, Eltern, ebenso Kindern und Jugendlichen.

Die Jugend ist gemeindeweit und vereinsübergreifend in einer Spielgemeinschaft zusammengefasst, konnte in den Vereinen nicht mit abstimmen – über die Petition wolle man nun ein „deutliches Zeichen setzen, dass auch die Kinder eine Stimme bekommen“, wie die Eltern während der Übergabe betonten.

Am Montagabend überreichten Kinder und Eltern an Bürgermeisterin Claudia Schnabel eine Petition, über die sich bislang 260 Unterzeichner für den Bau eines Sportzentrums aussprechen. Quelle: Ina Tannert

Fraktionen fordern eine

Kostenschätzung

Die meisten Gremienmitglieder sind nach der wochenlangen Debatte spürbar hin- und hergerissen zwischen Sanierungsoption und neuer Sportanlage, für die eine hohe Förderung lockt, die aber auch ein Risiko mit sich bringt, alleine wegen der fehlenden Kostenlage.

Die Beschlussvorlage der Gemeinde sah vor, das Projekt planmäßig fortzusetzen. Dazu brachten alle drei Fraktionen Änderungsanträge ein.

Die CDU wurde am deutlichsten und sprach sich per Antrag dafür aus, die Projektplanungen der derzeitigen drei Varianten vorerst nicht weiterzuverfolgen.

Stattdessen solle geprüft werden, ob der Förderantrag angepasst und auf die Sanierungspläne umgemünzt werden könnte. Sprich, ob es nicht ebenso hohe Zuschüsse für die Sanierung von Hartplatz, Rasenplatz und bestehender Leichtathletik-Anlagen geben könnte. Die Entscheidung sei der Fraktion „sehr schwer“ gefallen, betonte Bastian. Man wolle aber erst auf Grundlage der Prüfung neu entscheiden.

Die IF und SPD wählten einen Mittelweg und brachten jeweils sehr ähnliche Anträge vor, die schließlich zu einem zusammengefasst wurden. Der Grundkonsens: Die Planungen sollen erst einmal bis zu der Phase, wenn es zu einer konkreteren Kostenschätzung kommt, weitergehen – auch um die Förderung nicht zu gefährden. Parallel solle jedoch auch eine Kostenanalyse für die Sanierung der bestehenden Anlagen beauftragt werden. Man wolle den alten Platz nicht sofort abschreiben, aber „wir wollen uns auch nicht die Tür zum Sportzentrum zuschlagen“, betonte Wenz.

Am Ende lässt die unsichere Kostenlage keine klare Entscheidung zu, es bleibt unkonkret. Der CDU-Änderungsantrag wurde mit den Stimmen von SPD und IF in beiden Ausschüssen abgelehnt. Der gemeinsame Antrag von SPD und IF wurde mehrheitlich beschlossen, bei Enthaltung der CDU-Mitglieder.

Am 19. August wird ab 19.30 Uhr die Gemeindevertretung im Bürgerhaus in einer Sondersitzung über das Thema beraten.

Von Ina Tannert

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