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Südkreis Warum mussten diese Fische sterben?
Landkreis Südkreis Warum mussten diese Fische sterben?
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19:59 02.08.2022
Tote Fische, die am 31. Juli 2022 in der Zwester Ohm in Ebsdorf gefunden wurden.
Tote Fische, die am 31. Juli 2022 in der Zwester Ohm in Ebsdorf gefunden wurden. Quelle: privat
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Ebsdorf

Was ist los in der Zwester Ohm in Ebsdorf? Im Bereich des Bürgerhauses und der Brücke wurden am Sonntagabend mehrere Fische gefunden, die tot im Wasser trieben. Gefunden wurden 20 Fische der Art Döbel, zudem eine Bachforelle – alles adulte, drei bis vierjährige Exemplare. Der Fund wirft Fragen auf, der Grund für das Fischsterben ist noch nicht eindeutig geklärt.

Anwohner informierten Ortsvorsteher Mario Luther, der sich der Sache annahm, ebenso wie Angler Lothar Kremp, Pächter eines Teilbereichs der Zwester Ohm. Auffällig sei jedoch, dass die toten Tiere nur auf einem kurzen Abschnitt von etwa 40 bis 50 Meter ab der Brücke gewässerabwärts bis zum Bürgerhaus gefunden wurden.

Es wird vermutet, dass nicht nur die erwachsenen, sondern auch ein Großteil der Brut- und Jungfische zu Tode gekommen sein könnten: Die adulten Tiere treiben im Todesfall wegen der größeren Schwimmblase und dem Auftrieb nach oben, die Brut aber nicht. Diese verendet am Grund des Baches und ist dort nicht zu sehen.

Das Rätsel um die toten Fische

Ein Grund für den plötzlichen Tod mehrerer Fische auf einmal könnten Sauerstoffmangel und die warmen Temperaturen sein. Das wäre in einem Fließgewässer, zumal auf einem kurzen, teils beschatteten Areal, allerdings ungewöhnlich – sollte in einzelnen Flussbereichen zu wenig Sauerstoff im Wasser vorhanden sein, wandern gesunde Fische in der Regel einfach ab und meiden ungeeignete Gewässerabschnitte. Betroffen von einem plötzlichen Fischsterben wären in einem solchen Fall zudem höchstens einzelne Tiere, nicht mehrere in diesem sehr kleinen Gebiet. Weitere tote Tiere wurden keine gefunden, an den beiden darauf folgenden Tagen wurden vor Ort wieder aktive Fische gesehen.

Der erfahrene Angler schließt eine vorübergehende Beeinträchtigung des Wassers, etwa durch Schad- oder Giftstoffe, die ins Wasser gelangt sein könnten, nicht aus. „Es könnte eine Einwirkung stattgefunden haben, sicher ist das natürlich nicht.“ Kremp weist darauf hin, dass in Gewässer keinerlei Fremdstoffe gehören. Selbst geringe konzentrierte Mengen an Reinigungs-, Haushalts- oder sonstigen chemischen Stoffen, könnten bereits Auswirkungen haben, „die Fische sind auf absolut reine und sauerstoffreiche Gewässer angewiesen“, betont er.

Der Landkreis hat die betroffene Stelle am Fluss untersucht und teilt auf OP-Nachfrage mit: „Nach einer ersten Inaugenscheinnahme durch Mitarbeitende der Unteren Wasserbehörde sind äußere Einflüsse nicht-natürlichen Ursprungs nicht zu erkennen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die aktuelle Situation durch die momentanen Witterungseinflüsse (Hitze, niedriger Wasserstand) verursacht worden ist.“ Der Kreis werde die Sache weiter untersuchen.

Auch die Gemeinde Ebsdorfergrund befasst sich mit dem Vorfall, steht in Kontakt mit der Behörde und wartet nun die Untersuchung der genommenen Wasserproben ab, wie die Erste Beigeordnete der Gemeinde Elisabeth Newton berichtet.

Von Ina Tannert

01.08.2022
31.07.2022