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Südkreis Firma Seidel darf Hochregallager bauen
Landkreis Südkreis Firma Seidel darf Hochregallager bauen
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12:00 07.02.2022
Seidel in Fronhausen möchte sich nördlich der bestehenden Produktionshallen erweitern.
Seidel in Fronhausen möchte sich nördlich der bestehenden Produktionshallen erweitern. Quelle: Ina Tannert
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Fronhausen

Die Firma Seidel plant den Bau einer neuen Produktionsstätte mit Logistik- und Büroflächen sowie einem Hochregallager zur Lagerung von Waren. Das Gemeindeparlament Fronhausen machte am Donnerstagabend (3 Februar) den Weg für das Bauvorhaben frei. Denn, zunächst musste der Bebauungsplan für das Gewerbe- und Industriegebiet „Backeborn“ geändert werden, weil das Hochregallager die zulässige Höhe von 20 Metern um weitere 15 Meter übersteigen soll – um es an die heutigen Standards anzupassen, damit es effizient betrieben werden kann, hatte Firmenchef Dr. Andreas Ritzenhoff den Fronhäuser Parlamentariern und Bürgern im Vorfeld der Sitzung erläutert.

Hochregallager: eine Frage der Ästhetik

Das Überschreiten der zulässigen Höhe des Hochregallagers stieß in der Bevölkerung nicht uneingeschränkt auf Zustimmung. Um gegebenenfalls weitere Fragen zum Bauvorhaben zum Bauprojekt beantworten zu können, war der Firmenchef einer der Teilnehmer der Gemeindevertretersitzung. Einschreiten in die Diskussion musste er aber nicht. Denn nach der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses waren alle Fragen ausgeräumt, wenn auch nicht alle Parlamentarier überzeugt worden sind. Vier Gemeindevertreter lehnten die Änderung des Bebauungsplans ab, einer enthielt sich.

Ein Grund für die breite Zustimmung im Parlament ist sicherlich auch der, dass alle anderen Vorgaben im Bebauungsplan eingehalten werden. SPD-Fraktionsvorsitzender Heiko Fischer brachte es auf den Punkt und nannte zwei Gründe für die Zustimmung zum Vorhaben: das bestehende Baurecht und die Zustimmung des Ortsbeirates Fronhausen. „Wir entscheiden hier über die Frage der Ästhetik. Dazu gibt es verschiedene Ansichten.“

Ausgleichsmaßnahmen müssen erfolgen

Ein schlankes hohes Gebäude sei aus seiner Sicht besser als ein in der Fläche breites Gebäude. Die neue Produktionsstätte mit einer Fläche von 4 000 Quadratmetern wird nördlich der bestehenden Werkshallen errichtet. Daneben entsteht ein zentraler Logistik- und Bürobereich mit einer Fläche von rund 3 300 Quadratmetern. Das 35 Meter hohe Hochregallager wird als „Kopfbau“ in die neue Werkshalle integriert. Es wird die bestehenden Gebäudeteile um 24 Meter überragen. Der Bau- und Planungsausschuss hatte sich bei einer Enthaltung für das Vorhaben ausgesprochen. „Es geht nur um den Aufstellungsbeschluss, damit der Zug ins Rollen kommt“, erklärte der Ausschussvorsitzende Matthias Heun.

Kaufkraft, Arbeitsplätze, Perspektiven

Lothar Nau (CDU) erinnerte daran, dass er einer derjenigen in der Gemeindevertretung ist, der die Ansiedlung der Firma Seidel „miterlebt“ habe. Die Firma habe Kaufkraft, Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven geschaffen.

Für ihn steht aber immer noch ein Punkt auf der Erledigungsliste: die Tagesbereitschaft der Feuerwehr. Mit der Firma Seidel sei die Gemeinde in diesem Punkt über zwei Jahre nicht zu einem Ergebnis gekommen. Auch erinnerte er daran, dass mit dem damaligen Bau der Firmengebäude Ausgleichsmaßnahmen noch nicht vorgenommen worden sind.

„Was noch nicht umgesetzt wurde, muss mit dem Plan jetzt geheilt werden“, erklärte Bürgermeisterin Claudia Schnabel. Mit anderen Worten: „Was in den vergangenen Jahrzehnten nicht passiert ist, muss jetzt passieren.“

Von Silke Pfeifer-Sternke