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Südkreis Sicher Einkaufen für Senioren
Landkreis Südkreis Sicher Einkaufen für Senioren
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14:56 16.04.2020
Einkaufshilfe mit Sicherheitsabstand: Celina und Mario Luther vom Förderverein der Feuerwehr Ebsdorf liefern die bestellten Lebensmittel bei Gerhard Mink ab. Quelle: Ina Tannert
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Ebsdorf

Aufschnitt, würzige rote Wurst, frisches Bauernbrot und süßer Kuchen – nach all diesen Leckereien und noch vielen weiteren duftet es dieser Tage im Vereinsfahrzeug des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Ebsdorf.

Denn die Vereinsmitglieder sind nicht nur für die Wehr aktiv, sondern einige betätigen sich nun auch als Einkaufshelfer, sorgen dafür, dass die älteren Bewohner in Zeiten der Corona-Pandemie so wenigen Risiken ausgesetzt sind wie möglich.

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Am sonnigen Gründonnerstag sind Ortsvorsteher Mario Luther und Tochter Celina im Einsatz, die zum wiederholten Male in den kleinen roten Bus einsteigen, an Bord der alles bestimmende Einkaufszettel, der Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Den hat das Vater-Tochter-Team zuvor bei Gerhard Mink in Ebsdorf eingesammelt, neben der großen Einkaufstasche, die schon griffbereit vor dem Haus stand.

Beim Bäcker und beim Metzger vorbestellt

Der Einfachheit halber erhalten die Helfer auch noch gleich die Geldbörse. Man kennt sich, der 82 Jahre alte Bewohner vertraut den beiden, und so geht die Abrechnung am Ende auch schneller.

Noch ein kurzer Wink in Richtung Tür, und beide düsen direkt weiter, klappern ihre Stationen ab. Schon vorbestellte Lebensmittel liegen in der örtlichen Bäckerei und der Metzgerei bereit und warten auf Abholung. Mario Luther nimmt die Wurst-Bestellung in Angriff, wird an der Theke auch direkt vorgelassen, Verkäuferinnen wie Kunden kennen die Einkaufshilfe der örtlichen Feuerwehr.

Helfer-Duos immer aus selbem Haushalt

Derweil macht sich Tochter Celina auf zur Bäckerei, packt einen riesigen Stapel Backwaren zusammen. Schließlich sammeln beide Lebensmittel für mehrere Tage, es soll sich ja lohnen.

Die Freiwilligen der Coronahilfe des Vereins sind immer dienstags und freitags unterwegs. Das immer im Wechsel und nur zu zweit, wobei darauf geachtet wird, das diese zwei auch noch aus demselben Haushalt stammen. „Wir achten sehr darauf, dass das im selben Haus bleibt und niemand angesteckt werden kann“, erklärt Mario Luther.

„Das ist eine gute Sache“

Die Tour kommt schnell voran, ordentliche Mengen an Wurst- und Backwaren werden zum Bus zurückgeschleppt, die Einkaufstasche füllt sich. Ein letzter Check der Liste, fehlt noch etwas vom Dorfladen? Nein, das hatte ein Kollege in den letzten Tagen bereits erledigt, Gemüse und Waren für den täglichen Bedarf geholt. Ein Rezept vom Arzt oder einen Abstecher zur Apotheker braucht es heute auch nicht.

Also zurück zum Anfang – der Einkauf wechselt den Besitzer, mit möglichst großem Abstand nimmt Gerhard Mink die Einkäufe lächelnd entgegen. Er und seine Frau freuen sich über die willkommene Unterstützung: „Das ist eine gute Sache, ich gehe ja auch nicht mehr raus“, erzählt der 82-Jährige. Er ist sowieso nicht mehr so gut zu Fuß, sieht nicht mehr alles scharf, die Gesundheit sei eben angeschlagen, dann besser zu Hause bleiben. Aber: „Man darf die Ohren nicht hängen lassen“, sagt er lachend.

Ein Schwatz gegen die Einsamkeit

Ein kleiner Schwatz auf Abstand vor seinem Haus in der Sonne, das muss aber trotzdem sein und gehört ebenfalls mit zum Besuch der Helfer.

Der Einkaufsservice steht allen Ebsdorfern offen, die zur Risikogruppe gehören, ältere Menschen und jene mit Vorerkrankungen, die derzeit besonders auf sich achtgeben müssen. Gerade Senioren, die nicht regelmäßig auf die Unterstützung von Angehörigen zurückgreifen können, stehen nun vor dem Dilemma, wie sie sich möglichst risikofrei versorgen.

Da greift das Hilfsnetz. Per Telefon wird im Vorfeld der Einkauf geplant, der Tag und der Bedarf festgelegt. In der Regel wird der in Geschäften im Ort abgedeckt – vom Lebensmittelladen bis zur Apotheke. Wenn nötig, bringen die Vereinsmitglieder aber auch etwas aus Marburg mit.

Bis zum Corona-Ende

Der Einkaufszettel wird in eine extra bereitgestellte Box vor der Haustür verstaut und abgeholt, auch das läuft ohne direkten Kontakt ab. Die bestellten Produkte werden dann vor der Tür bereitgestellt und mit den Bewohnern wird die Bezahlung des Einkaufs durchgegangen. Der Einkaufsservice ist kostenlos.

Und der solle auch keine Konkurrenz zum Hilfsangebot der Bürgerhilfe Ebsdorfergrund sein, die Senioren in der ganzen Gemeinde unterstützt. „Es ist ein Zusatzangebot für die Bürger, die nicht so mobil sind“, betont Mario Luther. Und das dauere ebenso lange, wie die Corona-Pandemie noch um sich greift.

Kontakt zum Helferteam des Feuerwehrvereins über Mario Luther unter 0177/5157832.

Von Ina Tannert

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