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Südkreis Feuerwehr Fronhausen soll digital aufrüsten
Landkreis Südkreis Feuerwehr Fronhausen soll digital aufrüsten
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07:55 11.08.2020
Symbolbild: Ein Sendemast mit verschiedenen Antennen für den Mobilfunk. Ein neuer Funkmast bei Hassenhausen soll nicht nur den Mobilfunk, sondern auch die digitale Alarmbereitschaft der Feuerwehr Fronhausen stärken. Quelle: Stefan Sauer/Themenfoto
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Fronhausen

Eine schnelle Alarmierung der Einsatzabteilung ist für eine Feuerwehr der erste und maßgebliche Schritt, um bei Notfällen aller Art eingreifen zu können. Das funktioniert in der Regel – neben dem Schrillen der örtlichen Alarmglocken – über Meldeempfänger.

Die mobilen Pager gibt es analog oder digital, entweder als Funkmelder oder digitale Meldeempfänger. Problem beim klassischen analogen Alarm: Es gibt keine Rückmeldefunktion, die Leitstelle oder die Kameraden wissen nicht sofort, welche Einsatzkräfte mit welcher Qualifikation und Funktion überhaupt gerade vor Ort und für einen Einsatz verfügbar sind.

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Anders bei modernen Digitalfunk-Pagern, über die weitergehende Informationen zum Einsatz verbreitet werden können und über die auch umgehend geantwortet werden kann und die mittlerweile fast überall Standard sind.

Bisher allerdings nicht in Fronhausen. Auch dort würde die Feuerwehr bereits seit Jahren gerne auf die digitale Version aufrüsten, kann es aber nicht, denn es gibt keinen zuverlässigen, sprich flächendeckenden Digitalfunk.

Alarmbereitschaft an Bundesstraße 3

Die digitale Alarmierung der Feuerwehr ist schon seit gut zehn Jahren Thema in der Gemeinde, die Wehren hatten längst schon technische Testläufe angestrengt, stets mit keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Das ist gerade für die Fronhäuser Wehr, die aufgrund der örtlichen Nähe auch die Bundesstraße 3 versorgt und bei Unfällen dort ebenfalls hinzugerufen wird, besonders ärgerlich.

„Gerade in Fronhausen ist die Abdeckung mangelhaft, dabei ist dort die stärkste Wehr, die die B3 abdecken muss“, bedauert Bürgermeisterin Claudia Schnabel. Andere Kommunen seien technisch längst weiter, die Erreichbarkeit dort deutlich besser. Dass auch Fronhausen endlich nachziehen kann, darüber habe die Gemeinde schon lange mit dem Land verhandelt; das wandte sich an den Landtag und besprach das Thema mit der Polizei. Denn diese sei in diesem Fall zuständig, da es um die Alarmbereitschaft im Notfall geht.

Es gibt zwei Interessenten

Nun habe man sich mit Hessen Forst als Grundstückseigentümer auf einen Standort für einen neuen Funkmast geeinigt: Dieser soll im Wald nördlich von Hassenhausen aufgestellt werden und für die nötige Verbindungsstärke ins BOS-Digitalfunknetz sorgen, das für Behörden mit Sicherheitsaufgaben gedacht ist. Rund 50 Meter müsse der neue Mast auf dem höchsten Punkt des bewaldeten Hügels sein, daneben ein Container für die Technik aufgestellt und das Ganze mit einem Zaun umzäunt werden, berichtet Schnabel bei einem Ortstermin.

Neben der Feuerwehr sollen von dem neuen Mast auch Handynutzer etwas haben – denn wenn schon ein Mast aufgestellt wird, lohne es sich auch, den Mobilfunk auszubauen. Es gebe bereits zwei interessierte Mobilfunkanbieter, die den Mast mit eigener Technik mitnutzen würden, berichtet Schnabel. Damit würde das Mobilfunknetz zusätzlich ausgeweitet, wovon neben Hassenhausen und Erbenhausen auch Teile von Hachborn auf der einen Seite und der Bereich der B3 oder auch Oberwalgern auf der anderen profitieren würden.

Funkmast könnte in einem Jahr stehen

Demnächst werde das Land den Bauantrag auf den Weg bringen und das Genehmigungsverfahren beginnen. Schnabel schätzt, dass das Verfahren unkompliziert ablaufen wird, der Mast bis Mitte 2021 funkbereit stehen könnte. Denn da der lediglich aufgestellt werden muss, handele es sich nicht um ein größeres Bauvorhaben. Dennoch müssen für das Fundament ein paar Bäume weichen, etwa ein Dutzend, mehr sollten es nicht werden.

Sobald im nächsten Jahr dann die störungsfreie digitale Alarmierung der Feuerwehr möglich ist, könnten dann auch die digitalen Pager zum Einsatz kommen, welche die Gemeinde längst schon vor einigen Jahren über ein befristetes Landesprogramm anschaffen musste und die seitdem ungenutzt in der Schublade liegen.

80 Geräte sind es, die bislang nur zu Testzwecken im Einsatz waren, um die Netz-Abdeckung zu prüfen, die sich vielerorts als mangelhaft herausstellte. Die haben eine fünfjährige garantierte Laufzeit und werden in dieser Zeit regelmäßig mit Updates versorgt. Nun liegen sie schon einige Jahre herum, „wir haben so viel Zeit verloren“, ärgert sich Schnabel. Diese „unrühmliche Geschichte“ könne dann aber in etwa einem Jahr endlich ein Ende haben.

Von Ina Tannert

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