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Südkreis „Es geht um die Frage des ,Wie’“
Landkreis Südkreis „Es geht um die Frage des ,Wie’“
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14:00 26.01.2022
Die Seidel GmbH & Co. KG in Fronhausen möchte sich erweitern und nördlich der bestehenden Produktionshallen ein Hochregallager errichten.
Die Seidel GmbH & Co. KG in Fronhausen möchte sich erweitern und nördlich der bestehenden Produktionshallen ein Hochregallager errichten. Quelle: Ina Tannert
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Fronhausen

„Wir wollen das mit der Gemeinde und der Bevölkerung machen und nicht gegen sie, wir möchten offen diskutieren.“ Was Dr. Andreas Ritzenhoff bereits vor einigen Wochen im Zusammenhang mit den Neubau- und Erweiterungsplänen der Firma Seidel am Ortsrand von Fronhausen angekündigt hatte, konnte er am Montagabend (24. Januar) in die Tat umsetzen: Rund 50 Bürgerinnen und Bürger waren ins Bürgerhaus der Gemeinde gekommen, um über das Vorhaben zu diskutieren. Weil das Unternehmen mehr Lagerfläche, aber auch mehr Platz für die Produktion benötigt, sind neue Gebäude geplant – im Zentrum des öffentlichen Interesses ist dabei ein Hochregallager, das etwa 130 Meter lang, 30 Meter breit und 35 Meter hoch sein soll. „Ich persönlich favorisiere, diese schlanke, hohe Lösung, ich finde sie ästhetischer“, sagte Ritzenhoff am Tag nach der Veranstaltung. Natürlich habe es am Montagabend eine Reihe von Vorbehalten gegen die Höhe gegeben, ebenso, wie es auch Stimmen gegeben habe, die prinzipiell gegen die Ansiedlung von Industrie sind. „Aber wir leben nun einmal in einem Industrieland, daraus ergibt sich Flächenbedarf und das beeinflusst auch das Landschaftsbild“, so Ritzenhoff, der jedoch sagte: „Bei der höheren Lösung öffnet sich – von Fronhausen kommend – der Blick in die Lahnaue früher.“

Die Rechnung ist einfach: Das geplante Zentrallager soll eine bestimmte Kapazität bieten – also muss entweder flacher und dafür mit mehr Grundfläche gebaut werden oder mit geringerer Grundfläche bei größerer Gebäudehöhe. Um höher zu bauen, müsste der Bebauungsplan der Gemeinde geändert werden, das Parlament will in seiner Sitzung am 3. Februar einen Beschluss fassen. „Es geht hier nicht um eine Frage des ,Ob’, sondern um die Frage des ,Wie’“, machte Ritzenhoff im Gespräch mit der OP seine Position deutlich.

Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel sagte nach der Veranstaltung: „Es ist gut, dass wir das so offen diskutieren.“ Die Verwaltungschefin verwies darauf, dass der geltende Bebauungsplan bereits seit 2003 existiere: „Und Seidel hat das Recht, sich am Standort zu entwickeln.“ Am Mittwoch (26. Januar) findet im Ausschuss für Bau, Planen und Umwelt die entscheidende Vorbesprechung für die Parlamentssitzung statt – über die Frage, ob am 3. Februar die Beschlussfassung über eine Bebauungsplanänderung ein zweites Mal verschoben werden muss, wollte Claudia Schnabel gestern nicht spekulieren.

Als positives Signal des Entgegenkommens der Firma Seidel wertete die Bürgermeisterin die Bereitschaft des Unternehmens, sich wie andere Unternehmen auch am Tagesfeuerwehr-Projekt zu beteiligen.

Von Carsten Beckmann

16.01.2022
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