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Südkreis Ein verstecktes Lob für Claudia Schnabel
Landkreis Südkreis Ein verstecktes Lob für Claudia Schnabel
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13:58 21.09.2021
Das Rathaus in Fronhausen.
Das Rathaus in Fronhausen. Quelle: Tobias Hirsch
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Fronhausen

Am kommenden Sonntag möchte eine Frau an der Spitze einer Gemeindeverwaltung bestätigt werden. Die Rede ist von Claudia Schnabel in Fronhausen. Vor genau sechs Jahren, am 27. September 2015, konkurrierte die jetzige Alleinkandidatin mit drei Männern um das Amt. Die SPD stellte Peter Kelch auf, der aktuell für die Sozialdemokraten im Fronhäuser Parlament sitzt, die CDU in Werner Speier einen unabhängigen Kandidaten von außerhalb.

Und dann war da noch der damalige Bauamtsleiter der Gemeinde Fronhausen, Michael Esken, der Nachfolger des scheidenden Bürgermeisters Reinhold Weber (Bürger für Fronhausen) werden wollte, und eben von diesem wärmstens empfohlen wurde. Nun, am 27. September 2015 bekam Claudia Schnabel, obgleich vier Kandidaten zu wählen waren, satte 40,3 Prozent der Stimmen. So ging sie 14 Tage später in die Stichwahl gegen Michael Esken und siegte dort mit 62 Prozent. SPD und CDU hatten mit ihren Kandidaten keinen Stich in der Wählerschaft. Und nun, sechs Jahre später verzichten gar beide Parteien auf einen Kandidaten beziehungsweise eine Kandidatin.

Heiko Fischer, neuer Fraktionsvorsitzender der SPD in Fronhausen, sagt dazu: „Wir haben einigen Zuwachs an jungen Menschen mit vielversprechendem Potenzial für die Arbeit in den Gemeindegremien gewinnen können. Wir sind froh darüber, dass sich die im Zuge der letzten Kommunalwahl eingestellte sehr positive Entwicklung in unseren beiden Ortsvereinen fortsetzt und möchten die nächsten Jahre unter anderem dazu nutzen, diese Mitglieder aufzubauen und zum Beispiel für eine Kandidatur bei der nächsten Bürgermeisterwahl vorzubereiten.“

Ulrich Zick von der CDU-Fraktion nimmt wie folgt Stellung: „In der Gemeinde Fronhausen wurden in den letzten Jahren – teilweise mit Stimmen der CDU – viele Projekte, Aktivitäten und Planungen begonnen, die unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Damit die weitere Abarbeitung ohne gravierende Verzögerungen beziehungsweise Vollendung der zuvor genannten Aktivitäten reibungslos gelingen kann, ist ein Wechsel an der Verwaltungsspitze unseres Erachtens nur mit einer in der Materie vertrauten Person, idealerweise aus dem Gemeindegebiet, erstrebenswert. Da wir als CDU Gemeindeverband bis zum Ende der Bewerbungsfrist keine entsprechende Person für eine Kandidatur überzeugen und gewinnen konnten, sehen wir aus den zuvor aufgeführten Gründen von einer Kandidatur des Kandidieren willens ab.“

Komplimente für Amtsinhaberin

Da stecken wohl schon ein paar Komplimente für Schnabel drin. Beide halten ihre Arbeit offenbar für so gut, dass man schon sehr gute Kandidaten hätte aufstellen müssen, die jetzt so nicht greifbar beziehungsweise vorhanden waren.

Und wie sieht es dann mit einer Wahlempfehlung aus? Fischer sagt: „Eine offizielle Empfehlung für oder gegen Frau Schnabel wird seitens der SPD nicht ausgesprochen. Wir als SPD in der Gemeinde Fronhausen möchten weiterhin unseren neutralen und sachbezogenen Kurs bewahren und mit allen, die sich konstruktiv für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger und eine gerechte und zukunftsfähige Gemeinde einsetzen, zusammenarbeiten. Was wir allerdings dringend empfehlen, ist unbedingt zur Wahl zu gehen. Jede Stimme ist wichtig, bei der Bürgermeisterwahl, bei der Bundestagswahl und für die Demokratie.“

Auch Zick verzichtet auf einen Aufruf für oder gegen Schnabel. „Wir vertrauen auf die Mündigkeit der wahlberechtigten Bürger“, sagt er knapp.

Auf Unterstützung muss Claudia Schnabel aber nicht verzichten, sie startet schließlich für die im Parlament mit acht Personen vertretene Gruppierung Initiative Fronhausen, die auch aktiv für Schnabel eintritt.

Von Götz Schaub

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