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Südkreis „Grund“ setzt auf autofreien Sonntag
Landkreis Südkreis „Grund“ setzt auf autofreien Sonntag
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08:00 07.05.2020
Der autofreie Sonntag ist ein alljährlicher Publikumsmagnet. Hier eine Aufnahme aus dem vergangenen Jahr. Quelle: Thorsten Richter
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Ebsdorfergrund

Das Summer-Fun-Festival, das traditionell direkt zum Start der Sommerferien steigt, der Ebsdorfergrund-Pokal für Fußball-Mannschaften und das Sommer-Ferien-Kino finden in diesem Jahr wegen Corona nicht statt. Damit ist der Veranstaltungskalender der Gemeinde Ebsdorfergrund zwar stark dezimiert, aber noch längst nicht leergefegt worden.

Bürgermeister Andreas Schulz übt sich in Optimismus: Er sagt: „Der autofreie Sonntag am 20. September soll stattfinden.“ So hat es der Gemeindevorstand beschlossen. Schulz geht davon aus, dass der beliebte autofreie Tag, an dem die Menschen zu Fuß, aber hauptsächlich mit Fahrrädern oder Inlinern die L 3048 nutzen dürfen, mit einigen Einschränkungen angeboten werden kann. Verkaufs- und Ausstellungsstände könnten sicherlich mit Sicherheitsauflagen erlaubt werden.

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Auf Bühnenprogramm wird verzichtet

Allein ein Showprogramm mit Bühne am Heskemer Kreisel werde nicht geplant, um größere Menschenansammlungen auf einem Fleck zu vermeiden. Inwieweit Getränke- und Essensstände mit Sitz- oder ohne Sitzmöglichkeiten möglich sind, werde die Zeit bis dahin zeigen.

Für Bürgermeister Schulz spricht nichts dagegen, den Menschen auf der gesperrten Straße, statt auf schmalen Radwegen, das Fahrradfahren zu erlauben. Er will sein Vorhaben mit dem Landkreis und der Gemeinde Fronhausen als Mitveranstalter hinsichtlich der Sicherheitsauflagen besprechen. Dazu hat er ein Treffen für Juni angedacht. „Den Menschen jeden Spaß zu nehmen, sich in freier Natur zu bewegen und selbst solche Möglichkeiten abzusagen“, hält er nicht für richtig. Man müsse sich Mühe geben, die Sicherheit der Teilnehmer zu organisieren. Ob es im Juni überhaupt zu einem solchen Treffen kommt, wird sich zeigen.

In der Gemeinde Fronhausen hat man auch damit begonnen, den autofreien Sonntag zur Diskussion zu stellen. „Ob sich unsere Gemeinde daran beteiligt, werden die Gemeindevertreter beschließen“, sagt Bürgermeisterin Claudia Schnabel.

Gemeindeparlament muss noch abstimmen

Eine entsprechende Beschluss-Vorlage werde zur nächsten Sitzung, die am 14. Mai stattfinden wird, vorgelegt. Der Gemeindevorstand hat das Thema schon behandelt und empfiehlt den Gemeindevertretern, die Veranstaltung in diesem Jahr auszusetzen.

„Wir können als Gemeinde nicht für die Sicherheit der Teilnehmer garantieren, was eben Corona angeht“, sagt Schnabel. Bei einer solchen Veranstaltung müsse man unter anderem auch mobile Toilettenanlagen stellen, die man unmöglich nach jeder Benutzung desinfizieren könne. Der September sei zwar noch ein wenig hin, doch auch die schon erfolgte Absage des Oktoberfestes in München mache deutlich, dass kein Ausrichter bei einer unüberschaubaren Menge an Teilnehmern das Risiko tragen könne, dass das Virus dort wieder eine Möglichkeit zur Ausbreitung erhält. „Wir wollen doch, dass die Menschen unsere Veranstaltungen mit Freude und Spaß besuchen und nicht mit einem schlechten Gefühl, sich vielleicht doch anstecken zu können. Deshalb haben wir auch die 1250-Jahr-Feier von Oberwalgern komplett auf das kommende Jahr verlegt“, sagt Schnabel.

Die Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH, die sich in der Regel an diesem Aktionstag, der Tausende Menschen auf die L 3048 zieht, beteiligt, rät dazu, noch abzuwarten. Geschäftsführer Klaus Hövel sagt: „Wir müssen in diesem Jahr abwarten, was im September möglich ist. Wenn die Veranstaltung stattfinden darf, werden wir sie auch unterstützen, das Marketing übernehmen.“ Das könnte dann etwas anders laufen als gewohnt. Ziemlich sicher kurzfristiger. Aber dafür habe man über die sozialen Medien und das Internet Möglichkeiten, Reichweite zu entfalten. Generell wünscht sich Hövel, dass Fronhausen nicht vorzeitig für sich entscheidet, nicht dabei zu sein.

„Wenn selbst die Bundesliga wieder spielen darf, muss Sport und Bewegung beim autofreien Sonntag auf einer gesperrten Straße für jedermann auch möglich sein“, sagt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Schulz. Das Fahrrad werde in dieser Zeit mehr denn je neu entdeckt und das sei auch gut so, meint er.

Von Götz Schaub

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