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Südkreis Ebsdorfergrund investiert 6,5 Millionen Euro
Landkreis Südkreis Ebsdorfergrund investiert 6,5 Millionen Euro
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10:21 16.12.2021
In der Gemeinde Ebsdorfergrund wird im kommenden Jahr das Radwegenetz erheblich ausgebaut. Auch sollen weitere E-Bike-Tankstellen eingerichtet werden.
In der Gemeinde Ebsdorfergrund wird im kommenden Jahr das Radwegenetz erheblich ausgebaut. Auch sollen weitere E-Bike-Tankstellen eingerichtet werden. Quelle: Götz Schaub
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Der Haushalt 2022 der Gemeinde Ebsdorfergrund ist unter Dach und Fach. Und das nicht nur mit Stimmen der Koalition aus SPD und Grünen, sondern auch mit den Stimmen der CDU-Fraktion. Einzig die ÜBE/FWG fand den Haushalt nicht ausgereift genug, um zustimmen zu können.

Nach einer Rede von Marcell Büttner, der versuchte Gründe darzulegen, warum der Haushalt nicht zustimmungsfähig sei, wollten sich die „Bürgerlichen“ aber auch nicht dagegen aussprechen. Bei der Abstimmung enthielten sie sich schließlich. Dafür besetzte die ÜBE / FWG ein Feld, das man sonst von den Grünen kennt. Aus Verantwortung gegenüber dem Naturschutz kündigte Büttner an, dass die Flächenversiegelung in Ebsdorfergrund auch mal ein Ende finden müsse.

So trage seine Fraktion die Gewerbegebiete InterKom I und II noch mit, „aber ein InterKom III und IV ist mit uns nicht mehr zu machen.“ Beim Ausbau der Fahrradwege-Infrastruktur solle man doch mehr darauf achten, bereits vorhandene Weg mit einzubeziehen, regte er an. Nach Ansicht Büttners sei die Gemeinde bei der Umsetzung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes der Feuerwehr ein Jahr in Rückstand geraten. Und: Die Informationspolitik wurde massiv kritisiert. Auf der Homepage lasse sich kein „interaktiver Haushalt“ für die interessierte Bürgerschaft finden, auch Sitzungsunterlagen, die bei vielen anderen Kommunen über das Ratsinformationssystem für jeden einsehbar sind, gebe es im Grund nicht. „Offensichtlich will man sich hier nicht tiefer in die Karten schauen lassen als nötig“, sagte Büttner.

Auch wenn die ÜBE / FWG viele Vorhaben selbstverständlich mittrage, sei es schwierig, einem Haushalt zuzustimmen, der beim Wasser eine nicht unerhebliche Gebührenerhöhung vorsieht. Dieses Thema wurde schon im November mit den entsprechenden Beschlüssen behandelt. Zur Erinnerung: Ab dem 1. Januar 2022 steigen die Kosten für die Endverbraucher: Die Wassergebühr beträgt dann pro Kubikmeter 2,51 Euro brutto (inklusive Umsatzsteuer von 16 Cent). Zuvor lag sie bei 1,87 Euro brutto – eine Erhöhung von 0,64 Euro pro Kubikmeter. Schon bei dieser Abstimmung stand die ÜBE / FWG mit ihrer ablehnenden Haltung allein da, schließlich müssen Gebührenhaushalte kostendeckend gestaltet werden.

Klarheit der Projekte

Maximilian Kühn für die SPD, Thorsten Reinhardt für die CDU und Werner Meyer für Bündnis 90 / Die Grünen nahmen ebenfalls Stellung zum Haushalt 2022 und sahen keine Gründe, dem Entwurf nicht zustimmen zu können. Allerdings sagte auch Reinhardt, dass bei weiterer Landnahme für Bauprojekte die Gründe überzeugend sein müssen. Meyer lobte die Bestrebungen, das Radwegenetz weiter ausbauen zu wollen, Kühn hob die Klarheit der Projekte im „Rekordhaushalt“ hervor, so dass man nur eine Sitzung im Haupt- und Finanzausschuss benötigte, um den Zahlenwerk ohne Änderungswünsche die Zustimmung zu erteilen. Immerhin stehen 6,5 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung. Dies führen Kühn und Meyer auch auf das Engagement des Bürgermeisters zurück, stets darum bemüht zu sein, für die Projekte Zuschuss-Möglichkeiten zu suchen und zu finden.

Und was wird alles gemacht? Das Radwegenetz wächst um mehr als fünf Kilometer, wobei auch die Landwirtschaft davon profitieren soll. Ein Großprojekt wird die Erneuerung der Ortsdurchfahrt von Ebsdorf, wofür allein 3,1 Millionen Euro eingeplant sind. Diese Zeitung wird das Projekt noch einmal gesondert vorstellen. Die Feuerwehrhäuser in Ebsdorf und Rauischholzhausen werden erweitert. Der Kita-Ausbau in Rauischholzhausen beginnt. Die Modernisierungsarbeiten am GrundBad werden ebenso fertiggestellt wie der Aqua-Park auf dem Außengelände, der im Frühsommer eröffnet werden soll. Die Friedhofshalle in Dreihausen wird saniert und natürlich geht es im Interkommunalen Gewerbegebiet weiter mit dem Bau eines Autohofs und Tankstelle und der Entwicklung der Einkaufsoase. In Heskem wird zudem mit dem Bau des Multifunktionshauses begonnen, in dem die Gemeinde bekanntlich ein neues Bürgerhaus einrichten wird (diese Zeitung berichtete). Ebenfalls in Heskem entsteht der lang erwartete Busbahnhof, ein Fahrradbahnhof sowie E-Tankstellen für E-Bikes.

Von Götz Schaub