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Südkreis Regionalplan: Ebsdorfergrund sieht sich eingeschränkt
Landkreis Südkreis Regionalplan: Ebsdorfergrund sieht sich eingeschränkt
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19:00 03.04.2022
Themenfoto: Entlang eins Ackers bei Moischt, der im Entwurf des Regionalplans zum 32 Hektar großen Industrie- und Gewerbegebiet vorgesehen ist, stellten sich zum Termin mit Marburgs Oberbürgermeister rund 100 Standortgegner in einer langen Reihe auf.
Themenfoto: Entlang eins Ackers bei Moischt, der im Entwurf des Regionalplans zum 32 Hektar großen Industrie- und Gewerbegebiet vorgesehen ist, stellten sich zum Termin mit Marburgs Oberbürgermeister rund 100 Standortgegner in einer langen Reihe auf. Quelle: Gianfranco Fain
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Ebsdorfergrund

Die Gemeindevertretung von Ebsdorfergrund hat ihre Stellungnahme zum Regionalplan Mittelhessen verabschiedet und in Richtung Regierungspräsidium Gießen auf den Weg gebracht.

Ein Schwerpunkt in einer langen Liste an Änderungswünschen ist erwartungsgemäß das mögliche Marburger Industrie- und Gewerbegebiet zwischen Moischt und Beltershausen, die umstrittene Fläche G322.

Die möchte die Gemeinde am liebsten komplett aus dem neuen Regionalplan streichen lassen und kritisiert das Vorhaben (die OP berichtete). Das gilt auch für den Fall, sollte das Gebiet verkleinert oder neu positioniert werden, was zuletzt in Marburg diskutiert wurde, sollten an anderer Stelle neue Gewerbeflächen zum Gesamtpaket hinzukommen.

Hürden bei der Infrastruktur

Als Begründung führt Ebsdorfergrund unter anderem Hürden bei der nötigen Infrastruktur ins Feld, etwa dass Abwasser aus dem neuen Gebiet nicht über das Gemeindeland abgeführt werden dürfte. Zudem stelle das Vorhaben ein „Konkurrenzgebiet“ zum Interkom-Gewerbegebiet unter Beteiligung der Gemeinde, Marburg und Staufenberg dar. Außerdem würden verkehrliche, natur- und immissionsschutzrechtliche Gründe dagegensprechen.

Darüber hinaus taucht im Bericht des beauftragten Planungsbüros immer wieder das grundsätzliche Ziel der Ausweisung möglicher neuer Baugebiete auf. Zu diesem Zweck beantragt die Kommune mehrfach eine Umwandlung von sogenannten Vorranggebieten für den Bereich Landwirtschaft in Vorbehaltsgebiete – Letztere würden in der neuen Raumordnung als weniger strikt und verbindlich eingeordnet. Man fühle sich durch die aktuelle Planung übermäßig begrenzt und in den Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt, erklärte Bürgermeister Andreas Schulz den Widerspruch.

Außerdem beantragt die Kommune, die in den letzten Jahren das Radwegenetz stark ausgebaut hat, nun die Aufnahme einer Trasse zum Rad-Hauptnetz durch das Gemeindegebiet.

Von Ina Tannert