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Südkreis Die Sonne lacht zur Freiluft-Konfirmation
Landkreis Südkreis Die Sonne lacht zur Freiluft-Konfirmation
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14:00 08.09.2020
Beim Autogottesdienst am Sportplatz in Ebsdorf wurden zehn der aktuellen Konfirmanden feierlich aus ihrer Konfirmandenzeit verabschiedet und von Pfarrer Eric Weidner gesegnet. Quelle: Ina Tannert
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Ebsdorf

Die Konfirmation vor den Augen der Kirchengemeinde ist wohl für die meisten Konfirmanden der krönende Abschluss einer Zeit voller neuer Erfahrungen. Nach Monaten verschiedener Aktivitäten in der Gruppe, dem Konfirmandenunterricht und der tieferen Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben, steht das große Fest an. Es winken Geschenke aus der Familie, der frisch verabschiedete Konfirmand steht im Mittelpunkt und wird mit der Konfirmation offiziell nochmals als Teil der Kirchengemeinde bestätigt. In Corona-Zeiten ist die Gestaltung des traditionell feierlichen Rahmens eine Herausforderung und muss zwangsläufig abgespeckt werden.

Konfirmations-Zeit mit Lücken

Konfirmationen finden eigentlich früher im Sommer statt, in diesem Jahr mussten alle Kirchen umplanen und erfinderisch werden. Die Evangelische Kirchengemeinde Ebsdorf entschied sich, die festliche Konfirmation Pandemie-verträglich unter freiem Himmel und per Autogottesdienst auszurichten. Am Sonntag versammelten sich daher bei bestem Spätsommerwetter Konfirmanden, Pfarrer, Familien und zahlreiche Helfer auf dem Parkplatz des Ebsdorfer Sportplatzes. Während zehn der Jugendlichen – insgesamt sind in diesem „Jahrgang“ eigentlich 24 Konfirmanden – einen eigenen Ehrenplatz erhielten, bezogen die stolzen Familien in 44 Wagen Stellung und verfolgten so mit gebotenem Abstand den Gottesdienst. Pfarrer Eric Weidner predigte vom bereits bewährten, geschmückten Anhänger herab. Er erinnerte an die letzten Monate der Konfirmandenzeit unter besonders schwierigen Voraussetzungen.

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Anfang 2019 starteten die diesjährige „Konfis“ noch ruhig in diese Zeit der Findungsphase, „viele haben sich damals schon gewünscht, dass es nie langweilig wird“, erinnerte der Pfarrer. Und das sei es auch nie geworden. Dann kam mit Pandemie und Lockdown die wohl turbulenteste Phase, in der viele Abstriche machen mussten, „Corona hat leider alles verändert“. Nichtsdestotrotz hätten die Konfirmanden die Zeit unter merkwürdigen Bedingungen genutzt, sich mit dem eigenen Glauben und mit Gott auseinanderzusetzen. „Was für eine stürmische Konfi-Zeit“, resümierte Weidner.

Wenn auch mit Lücken: So fiel etwa der eigene Vorstellungsgottesdienst weg, der traditionell von den Jugendlichen gestaltet wird. Ebenso mussten sie auf die große Konfi-Freizeit verzichten. Der Vorabendgottesdienst, bei dem dieses Mal eigentlich ein Abendmahl geplant war, fiel ebenso aus. Und statt in der Kirche fand ihre Konfirmation eben unter freiem Himmel statt. Gerade das dürfte allerdings eine durchaus bleibende Erinnerung an den festlichen Abschluss dieser Zeit sein, den wohl kein Jahrgang zuvor hatte.

Zusammen begehen konnte die 24-köpfige Gruppe diesen Tag aber nicht, denn die Konfirmanden werden an verschiedenen Tagen eingesegnet und gefeiert. Zehn Jugendliche aus Ebsdorf, Leidenhofen und Beltershausen machten am Sonntag den Anfang. Für andere steht das Fest dann im März kommenden Jahres an. Die Kirchengemeinde hatte zuvor den Familien verschiedene Termine in diesem und nächsten Jahr vorgeschlagen, knapp die Hälfte entscheid sich für den früheren Termin und für den Autogottesdienst: „Es ist traurig, dass nicht alle zusammen feiern können, aber es ging nicht anders. Das war auch nicht unumstritten, manche wollten auf nächstes Jahr warten, andere aber nicht“, erklärt Weidner.

Kirchliche Stimmung auch ohne Kirche

So mancher hätte sich vielleicht die Feier im Ambiente der stolzen Kirche gewünscht, samt traditionellem Einzug aller Konfis – doch auch dazu hätten nicht alle Ehrengäste samt Familien auf einen Schwung untergebracht werden können, ohne die Auflagen zu verletzen, berichtet Weidner auf Nachfrage. Somit hatte die Kirchengemeinde diese Form gewählt und versucht, das Ganze so feierlich wie möglich zu gestalten. Auch am Sportplatz gab es Gesang, Musik vom mobilen Piano und vom Posaunenchor Ebsdorf, der mit zum musikalischen Rahmen beitrug. Weidner segnete die anwesenden Jugendlichen ein und erinnerte an die Zeit der Taufe und das neuerliche Glaubensbekenntnis zu Gott. Und ein handfestes Stück Kirche gab es trotzdem zum Anfassen, denn jeder der Jugendlichen bekam ein Kreuz aus Schiefer zum Umhängen überreicht, das aus dem Schiefer vom Dach der Ebsdorfer Kirche stammt.

Auch der nächste Jahrgang an Konfirmanden ist kürzlich in die Konfi-Zeit gestartet, wird dabei aber einige Monate verlieren. Üblicherweise beginnt diese im März, dieses Mal ging es erst im August für die aktuelle Gruppe los, die sich nun ebenfalls mit dem eigenen Glauben, aber auch mit noch bestehenden Corona-Beschränkungen auseinandersetzen wird.

von Ina Tannert

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