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Südkreis Drei Ampeln auf wenigen hundert Metern
Landkreis Südkreis Drei Ampeln auf wenigen hundert Metern
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14:57 31.07.2022
Auf der Herborner Straße zwischen Abzweig Huteweg und Altes Dorf gilt bereits großflächig Tempo 30. Nun soll auf dem Teilstück der Ortsdurchfahrt noch eine Bedarfsampel eingerichtet werden, um auch den Schulweg zur Grundschule abzusichern.
Auf der Herborner Straße zwischen Abzweig Huteweg und Altes Dorf gilt bereits großflächig Tempo 30. Nun soll auf dem Teilstück der Ortsdurchfahrt noch eine Bedarfsampel eingerichtet werden, um auch den Schulweg zur Grundschule abzusichern. Quelle: Götz Schaub
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Niederweimar

Kaum zum Thema gemacht, und schon kommt die Ampel. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wollte eigentlich zur jüngsten Weimarer Gemeindevertretersitzung einen Antrag einbringen, in der Herborner Straße in Niederweimar in Höhe des Zugangs zur Grundschule eine Fußgänger-Lichtzeichenanlage zu errichten.

Aus dieser Zeitung erfuhr dann Fraktionsvorsitzender Reinhard Ahrens, dass die Gemeinde Weimar bereits in der Umsetzungsphase ist. Wie das? Werden jetzt schon Anträge undiskutiert einfach ausgeführt? Mitnichten. Bürgermeister Peter Eidam klärt auf. Tatsächlich gehörte dieses Vorhaben zu jenen, die im Haushalt 2022 festgeschrieben und auch mit einem Etat ausgestattet wurden. „Um so besser“, freute sich Ahrens und zog den Antrag wieder zurück.

Kein Geld für Kreisverkehr

„Dieses Vorhaben hatte der Gemeindevorstand schon in den Haushaltsentwurf mit eingearbeitet. Es wurde wohl von allen Fraktionen begrüßt, sodass es erst gar nicht mehr groß zum Thema wurde“, sagt der Bürgermeister. In der Tat freuen sich alle Fraktionen darüber, auch wenn es bedeutet, dass auf wenigen hundert Metern dann drei Ampeln in Niederweimar stehen.

Zwei davon sind aber nur Bedarfsampeln für Fußgänger. Die dritte auf Höhe des Alten Dorfes soll ja nach Möglichkeit zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Dazu, so Eidam, haben aber bisher die finanziellen Mittel gefehlt.

Weitere Beschlüsse des Parlaments Weimar: Das Konzept für die weitere Nutzung der Alten Schule im Ortsteil Roth nach Auszug des Kindergartens, welches in dieser Zeitung ausführlich vorgestellt wurde, wurde von den Gemeindevertretern ausdrücklich begrüßt und mit einer kleinen Änderung beschlossen. Auf Antrag der Freien Bürgerliste Weimars soll die Probelaufzeit, an deren Ende die Machbarkeit und nachhaltige Tragfähigkeit der Konzeption validiert oder verworfen wird, um ein weiteres Jahr auf drei Jahre ausgedehnt werden.

Zusammenarbeit mit Lohra und Fronhausen

So habe man auch ausreichend Zeit, dass sich die Dinge wirklich einspielen und die verschiedenen Nutzungen auch langfristiger angeboten und in ihrer Auswirkung beobachtet werden können, ehe die Gemeinde final über die Zukunft des Gebäudes entscheidet. Sehr gelobt wurde das Engagement von Weimars Jugendpfleger Marcus Ott, der sich sehr um die Erstellung des Konzepts verdient gemacht hatte. Die Alte Schule soll als Treffpunkt und Mehrgenerationenhaus für die Rother Bürgerinnen und Bürger dienen, in dem verschiedene Projekte angeboten werden.

Bei Enthaltung der Grünen, der FDP und eines CDU-Fraktionsmitglieds wurde der Neugründung eines gemeinsamen örtlichen Verwaltungs- und Ordnungsbehördenbezirks im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit den Gemeinden Lohra und Fronhausen zugestimmt. Die Neugründung bedingt allerdings auch die Kündigung aus dem jetzigen Ordnungsbehördenbezirk, dem zudem noch Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Dautphetal, Gladenbach und Lohra angehören. Aufgabe des neuen Ordnungsbehördenbezirks ist die Überwachung des fließenden Verkehrs.

Zweite Bahnbrücke für Niederweimar?

Die CDU brachte zudem noch fünf Anträge ein. Vier davon wurden zur weiteren Behandlung in die Ausschüsse verwiesen, einer wurde direkt mehrheitlich abgelehnt. Dabei ging es um den Vorschlag, dass der Gemeindevorstand die Arbeitszufriedenheit bei den gemeindlichen Beschäftigten im Rahmen einer repräsentativen Befragung ermitteln sollte. Die CDU erhoffte sich dadurch Erkenntnisse, die dazu beitragen, dass sich die Gemeinde positiv bei der Ausschreibung von freien Stellen darstellen kann, um Bewerber anzuziehen. Diese Vorgehensweise wollten die anderen Fraktionen aber gar nicht mitgehen.

Ein Antrag, der weiter im Ausschuss diskutiert werden soll, beschäftigt sich mit dem Bau einer zweiten Bahnbrücke im Ortsteil Niederweimar, die für Fußgänger und Radfahrer gedacht sein soll, um das wilde Überqueren der Gleise an bestimmten Stellen zu verhindern.

Zudem soll geprüft werden, ob es Sinn machen könnte, für die Ortsteile Elektroautos anzuschaffen, die mittels eines Carsharingmodells den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden sollen. Des Weiteren soll es um Konzepte zur Umgestaltung von allen relevanten Ortsdurchfahrten gehen. Für die Förderung von Bewegung in der Freizeit möchte die CDU zudem diskutieren, ob es sich lohnt, ein Kunstrasen-Minispielfeld mit angegliederten Frischluft-Sportgeräten für junge Heranwachsende und Erwachsene in der Gemeinde zu errichten.

Von Götz Schaub