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Südkreis Die Ohm, ein vielseitiger Hauptdarsteller
Landkreis Südkreis Die Ohm, ein vielseitiger Hauptdarsteller
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13:00 31.10.2020
Ein Blick auf die Kulturlandschaft an der Ohm mit dem Rückhaltebecken bei Niederwald. Quelle: Karl Krantz
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Niederweimar

Auf, eine Runde Stadt, Land, Fluss, und zwar mit „O“. Oh, oh... Hmmm, Stadt...., ach ja Ottawa. So jetzt schnell ein Land, äh, Oman..., ja und jetzt ein Fluss. Oder, ja, natürlich. Oder oder einfach die Ohm.

Die Ohm? Ein Fluss? Eher ein Bächlein. Nein, nein, wer genau hinschaut, wird feststellen, dass die Ohm bei ihrem Zufluss in die Lahn eigentlich breiter ist als die Lahn, sagt Karl Krantz aus Niederweimar. Bei Stadt, Land, Fluss muss die Ohm anerkannt werden und bringt bestimmt mehr Punkte als die Oder, die bestimmt jeder aufschreibt.

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Aber ja, dass die Ohm tatsächlich diese Breite ausbildet, ist aber ab ihrer Quelle eine sehr lange Zeit nicht absehbar. Da, wo sie doch recht schmal langfließt, lohnt sich ob der Schönheit der Landschaft und Dörfer aber auch mal ein Fotoapparat oder gar gleich eine Filmkamera.

Karl Krantz, der bis 2004 als Bürgermeister die Geschicke seiner Heimatgemeinde Weimar in vorderster Reihe mit lenkte, war in diesem Sommer mit Kamera und Drohne dort unterwegs, um einen weiteren Film zu machen, der uns unsere Heimat und Region, in der wir leben, aus neuen Blickwinkeln zeigt. Und das gute 50 Minuten lang für genau 60 Kilometer, die durch acht Gemeindegebiete führen.

Quelle liegt bei Ulrichstein im Vogelsberg

Getreu dem Motto: „Man kennt die ganze Welt, natürlich auch Rom, aber dann zu Hause noch nicht einmal die Ohm“, ging Krantz zum vierten Mal in der Region auf Entdeckungstour, um den Film anschließend einen breiteren Publikum anbieten zu können. Der Anfangspunkt war dabei gar nicht so leicht zu finden, die Quelle. Diese ist bei Ulrichstein im Vogelsberg gelegen, wurde erst 1991 gefasst.

Bis die Ohm selbst in die Lahn einmündet und ihren Namen einbüßt, sammelt sie 26 Zuflüsse. Einmal mehr besticht der Film von Krantz durch ungewöhnliche Filmsequenzen. Mehrfach werden verschiedene Wildtiere in Großaufnahme gezeigt, die sich als Nebendarsteller bewarben und allesamt sehr gut in Szene setzten. Und dann natürlich die schönen Aufnahmen aus der Luft, die Orte und Landschaft, die auch den Verlauf der Ohm zeigen.

Unterhaltsames Zeitdokument

Garniert mit allerlei Wissenswertem, ohne den Film zu überfrachten, gelingt es Krantz, ein unterhaltsames Zeitdokument abzuliefern, das zeigt, dass selbst im Corona-Jahr 2020 unsere Umgebung es wert ist, entdeckt zu werden.

Krantz spürt bei seiner Reise neben der einen oder anderen Sehenswürdigkeit auch einige interessante Mühlengebäude auf, die ihn ganz offenbar seit seinem letzten Film über die Wetschaft im Norden unseres Landkreises mit ihren Geschichten magisch anziehen. Auch lassen sich Abschnitte entdecken, die echt beeindrucken.

Etwa ein Blick aus der Vogelperspektive auf Europas größten Basalt-Tagebau, der sich tatsächlich nur wenige Kilometer von unserem Landkreis entfernt befindet, nämlich in Nieder-Ofleiden. Der Film kann jedenfalls leicht dazu animieren, einmal selbst ganz entschleunigt auf eine kleine Entdeckungstour sowie links und rechts von der Ohm zu gehen.

Krantz hofft, dass es bald möglich sein wird, wieder Gruppen mit dem Film zu erfreuen. Absprachen diesbezüglich können schon mal getätigt werden unter Telefon 06421/972489.

Von Götz Schaub