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Südkreis Die Causa Gossestraße bleibt offen
Landkreis Südkreis Die Causa Gossestraße bleibt offen
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16:58 22.02.2020
Unter der Gossestraße verläuft der Fronhäuser Bach, allerdings nicht wie vermutet nur auf einer Seite, sondern er wechselt die Seiten.  Quelle: Ina Tannert
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Fronhausen

Seit Jahren ärgert sich der Fronhäuser Konrad Eidam über die kuriose ­Beschilderung in der Gossestraße. Die wurde einst eingeführt, nachdem vor vielen Jahren der Fronhäuser Bach in einen Kanal ­unter die Straße verlegt wurde.­ ­Daher die unterschiedlichen Maximalwerte für den landwirtschaftlichen und den generellen Schwerlastverkehr, als Schutzfunktion für den weniger belastbaren Kanal (die OP berichtete).

Bisher ging die Gemeinde davon aus, dass der unterirdische Bach ausschließlich auf einer Seite der Straße verläuft – und zwar sinnvollerweise auf jener, auf der eben besagte 7,5 Tonnen-Grenze gilt. Das ist aber falsch. Wie Eidam bereits berichtete, sei seiner Meinung nach genau das Gegenteil der Fall: „Die Schilder sind einfach falsch angebracht, die Seite wurde verwechselt“, meint der Fronhäuser.

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Also sollten 7,5 und 16 Tonnen-Grenze getauscht werden? Ja und nein – denn selbst wenn die Schilder korrekt stehen würden und sich der Verkehr daran halten würde, wäre auch das kaum sinnvoll. Denn die Straße ist recht eng, zudem parken die Anwohner auf einer Seite. Ein Lkw könne die Regelung somit gar nicht einhalten. Und die sei sowieso verkehrt herum. Darauf machen Eidam und auch seine Schwester Margrit, die in der Gossestraße wohnt, seit Jahren aufmerksam.

Unterschiedliche Beschilderung

Die Gemeinde gibt den Geschwistern nun Recht – zumindest für einen Teil der Straße stimme die Annahme. „Es ist tatsächlich etwas verwirrend“, teilt Bürgermeisterin Claudia Schnabel auf OP-Anfrage mit. Nach Prüfung der ­Lage und Rücksprache mit dem Bauamt sehe die Kanal-Situation wohl wie folgt aus: Der Bach verläuft von Westen her oberhalb des dortigen Spielplatzes und fließt anfangs auch noch unter der korrekten Straßenseite, läuft dann aber in der Mitte der Straße und tatsächlich unter der „falschen“, also der 16-Tonnen-Seite, weiter.

Die Tonnagegrenzen ergeben also keinen Sinn, auch wegen der engen Straße: „Man hätte gleich an beiden Seiten Schilder mit 7,5 Tonnen anbringen müssen“, findet auch Schnabel. Dass dennoch die unterschiedliche Beschilderung überhaupt gesetzt wurde, sei ihr ein Rätsel. Das Thema geriet wohl in Vergessenheit, das Ganze passierte­ vor mehr als 20 Jahren, lange­ vor Schnabels Amtszeit und selbst vor der ihres Vorgängers Reinhold Weber. „Wie auch immer die Beschilderung zustande kam, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen.“

Sanierung von Kanal und Rohren

Werden denn nun die Schilder ausgetauscht? Nein, „wir ­sehen dazu jetzt keine Veranlassung mehr“, sagt Schnabel. Das lohne sich einfach nicht – in wenigen Monaten soll die Gossestraße sowieso wegen der Sanierung von Kanal und Rohren durch den Zweckverband ­Mittelhessische Abwasserwerke aufgerissen werden.

Die Bürgermeisterin wiederholt, dass dafür keine Anliegergebühren anfallen, lediglich in dem Fall, dass die Hausanschlüsse defekt sind, könnten Kosten auf die Hauseigentümer zukommen. Eventuelle Schäden an den Hausanschlüssen dürften laut Schnabel dabei nicht mit dem Schilder-Problem beziehungsweise einer möglichen Überlastung der Straße zusammenhängen, denn die Anschlüsse liegen auf den Grundstücken.
Eine Bürgerversammlung soll im März stattfinden, der Termin wird noch bekannt gegeben.

von Ina Tannert     

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