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Südkreis Das Grundbad soll barrierefrei werden
Landkreis Südkreis Das Grundbad soll barrierefrei werden
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14:00 31.08.2020
Irike Seiler (von links) vom Fachdienst Soziales, Melanie Nispel, kaufmännische Leiterin des Grundbads, Betriebsleiterin Sina Heck und Bürgermeister Andreas Schulz haben große Pläne mit dem Grundbad. Quelle: Uwe Badouin
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Heskem

Rund 42.000 Besucher zählt das Grundbad in Heskem jährlich. 1972 errichtet wurde es 2017 aufwendig saniert. Nach der Pflicht, so Bürgermeister Andreas Schulz, kommt nun die Kür. Das Bad soll im kommenden Jahr komplett barrierefrei ausgebaut werden und so behinderten Menschen den Zugang erheblich erleichtern. Freuen dürfte dies unter anderem die Behindertensportgemeinschaft Ebsdorfergrund, die das Hallenbad regelmäßig nutzt.

Das Gesamtvolumen des behindertengerechten Umbaus umfasst rund 1,025 Millionen Euro – 613 000 Euro davon bestreitet die Gemeinde aus eigenen Rücklagen, die restlichen 412.000 Euro steuern das Land Hessen, die Europäische Union und der Landkreis zu. Dies teilten Bürgermeister Andreas Schulz, die Grundbad-Betriebsleiterin Sina Heck, die kaufmännische Leiterin des Bades Melanie Nispel und Irike Seiler vom Fachdienst Soziales mit.

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Bürgermeister Schulz liegen bereits Förderzusagen in Höhe von 394 000 Euro vor. Er ist zuversichtlich, auch die letzten und deutlich kleineren Fördermittel in Höhe von rund 18 000 Euro vom Kreis und vom Bund für den Umbau der Eingangstür, einen Behindertenlift zur Außenanlage und für eine geplante Elektrotankstelle am Grundbad zu bekommen. „Sieben auf einen Streich“ nennt Schulz dies, denn die Kommune hat sieben verschiedene Förderprogramme angezapft. Geht alles glatt, dann wird das Bad im kommenden Jahr anders aussehen. Schon in diesem Jahr soll die Eingangstür innen und außen elektrische Öffnungsmechanismen bekommen, die von Rollstuhlfahrern betätigt werden können. Eine Behindertenumkleidekabine und -dusche existieren bereits, ebenso ein Lift ins Schwimmbecken. Im Außen- und Innenbereich sollen im kommenden Jahr Behindertentoiletten gebaut werden. Der Umbau des Hallenbades wird mit rund 540.000 Euro veranschlagt.

„Aquapark“ soll Attraktivität erhöhen

Der zweite große Posten ist ein „Aquapark“, der auf den Liegewiesen entstehen soll und die Attraktivität des Bades insbesondere bei Familien mit Kindern deutlich erhöhen wird. Planschbecken, Wasserspiele, Rutschen – all dies wird etwa 450 000 Euro kosten und ist im Grunde ein Schritt hin zu einem Freibad, das Schulz in ferner Zukunft vorschwebt. Auch davon sollen behinderte Besucher nicht ausgeschlossen werden. Direkt ans Grundbad wird ein rollstuhlgeeigneter Außenlift gebaut. Energetisch nachhaltig beheizt wird das gepflegte Bad ohnehin schon – mittels einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und einer Biomasseanlage in der Nachbarschaft.

Während viele Kommunen in Deutschland Probleme haben, Fördermittel anzuzapfen, weil ihnen die Eigenmittel fehlen, kann die Gemeinde Ebsdorfergrund auf Rücklagen zurückgreifen. „Wir müssen in die Infrastruktur investieren“, sagt Andreas Schulz, der seit 1992 Bürgermeister von Ebsdorfergrund ist und seine 40 Amtsjahre gerne voll machen würde. Er weiß: „Die Investitionen zahlen sich letztlich aus.“ Denn: Eine attraktive Gemeinde zieht mehr Einwohner und mehr Gewerbe an. Rund 200.000 Euro Zuschüsse zahlt die Gemeinde für ihr Grundbad jährlich. Die Zuwendungen sind durch die Corona-Pandemie gestiegen, weil das Bad rund 50.000 Euro weniger Einnahmen hat. „Das ist kleines Geld, wenn man bedenkt, dass es eine Einrichtung der Daseinsvorsorge für alle ist – vom Baby bis zum Greis“, sagt Schulz und ergänzt: „Wir kriegen das hin.“

Von Uwe Badouin