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Südkreis CDU und Freie Bürger küren Kandidaten
Landkreis Südkreis CDU und Freie Bürger küren Kandidaten
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18:07 14.02.2022
Hanno Kern während seiner Vorstellungsrede.
Hanno Kern während seiner Vorstellungsrede. Quelle: Elvira Rübeling
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Leidenhofen

Am Samstagabend wurde der gemeinsame Bürgermeister-Wahlkampf der CDU und Überparteilichen Freien Bürgervereinigung, ehemals Freie Wählergemeinschaft (ÜBE-FWG), in der Mehrzweckhalle von Leidenhofen eröffnet. „Es sei eine historische Aktion“, sagte Heinrich Grün (CDU), „da es diese Form von Zusammenarbeit so noch nicht gegeben hätte.“ Nach 30 Jahren SPD-Regierung mit Amtsinhaber Andreas Schulz, der sein Amt zum Jahresende niederlegen wird (die OP berichtete), sei die Zeit für einen Neustart gekommen. In einer gemeinsamen Mitgliederversammlung habe man sich einstimmig für den parteineutralen, unabhängigen Hanno Kern aus Gießen entschieden, sagte auch Marcel Büttner (ÜBE-FWG).

Der fast 42-jährige Kern ist Polizeioberkommissar. Er besuchte die Verwaltungsfachhochschule und schloss dort sein Studium als Diplom-Verwaltungswirt ab. In den zurückliegenden 20 Jahren sammelte er seine politischen Erfahrungen unter anderen als Mandatsträger der CDU. Der Vater von zwei Kindern möchte mit neuen Ideen, viel Elan und Engagement die Gemeinde Ebsdorfergrund zukunftsfähig machen. Er stehe für transparente Bürgerbeteiligung, ein gutes politisches Klima und mehr Miteinander, für Sauberkeit im öffentlichen Raum, eine nachhaltige Gemeindeentwicklung und den Aufbau einer modernen Verwaltung.

Kritik zur Flächenversiegelung

„Die unbedachte Flächenversiegelung von hervorragenden landwirtschaftlichen Flächen“ sehe er schon immer sehr kritisch, äußerte der Bürgermeisterkandidat. Er sei gegen das Vorhaben der Stadt Marburg und wolle sich mit aller Kraft gegen das geplante Gewerbe- und Industriegebiet zwischen Beltershausen und Moischt einsetzen. Stattdessen möchte Kern die „Interkom 1 und 2“ vorantreiben und „gute, nachhaltige Betriebe ansiedeln, die gewinnbringend für die Bürger des Ebsdorfergrundes sein sollen“.

Gleiches gelte auch für das geplante Neubaugebiet „Storchenblick“. Eine Gemeinde brauche Flächenentwicklung und müsse jungen Familien die Möglichkeit bieten, sich in Ebsdorfergrund anzusiedeln. Diese Äußerung brachte ihm einen spontanen Zwischenapplaus von den rund 70 Bürgerinnen und Bürgern ein, die an diesem Abend in die Mehrzweckhalle gekommen waren.

Zudem möchte er an der Spitze einer Verwaltung stehen, die digital in der aktuellen Zeit angekommen ist. Er sehe den digitalen Aufbau als eine Serviceerweiterung und zeitgleich aber auch als positive Entwicklung für die Bürgerinnen und Bürger der analogen Seite. Auch das traf auf große Zustimmung, ebenso wie seine Aussage, dass ihm die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten der Gemeinde Ebsdorfergrund ganz besonders wichtig sei.

Mit großem Beifall wurde er nach seiner persönlichen Vorstellung verabschiedet. Die geplante Aktion, an diesem Abend Unterstützerunterschriften für den Wahlvorschlag zu sammeln, musste verschoben werden, da der Termin zur Bürgermeisterwahl im Ebsdorfergrund noch nicht feststeht.

Um als Kandidat zur Bürgermeisterwahl überhaupt antreten zu können, benötigt er zunächst 62 Unterstützerunterschriften.

Von Elvira Rübeling