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Südkreis Windpark Staufenberg für Ende 2021 im Blick
Landkreis Südkreis Windpark Staufenberg für Ende 2021 im Blick
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11:58 27.02.2020
Philipp Jeske (von links), die Bürgermeister Peter Gefeller und Andreas Schulz und Uwe Kühn stellten das Projekt vor. Quelle: Ina Tannert
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Staufenberg

Die ­Planungen für das Windpark-Projekt der Stadt Staufenberg und der Nachbarkommunen, ­darunter Ebsdorfergrund und Fronhausen, laufen seit Jahren und drohten schon, sich zu einer unendlichen Geschichte zu entwickeln.

Die nahm 2013 mit der Aufstellung eines eigenen, kreisübergreifenden Flächennutzungsplans für Windenergie durch die Energiegesellschaft Lumda­tal ihren Anfang. Das Ziel der Gemeinden: Dem damals noch unfertigen Energie-Plan des Landes Vorschub leisten, Wildwuchs von Windrädern auf den Vorranggebieten in ihren „Revieren“ verhindern, selber mitentscheiden und profitieren können.

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Der Kampf der Kommunen erhielt so einige Rückschläge, verzögerte sich immer wieder, 20 Windflächen wurden schließlich auf fünf heruntergehandelt. Der Flächennutzungsplan ging 2017 im Teilregionalplan Energie auf, „man brauchte einen sehr langen Atem“, fasst Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller zusammen.

Acht Prozent vom Erlös für Kommunen

Drei Windräder sind noch in Planung, jeweils mit einer Gesamthöhe von 240 Meter (Nabenhöhe 161 Meter). Diese sollen künftig in kommunaler Hand und mit Beteiligung der Bürger betrieben werden. Dafür gab es nun grünes Licht vom Staat: Im Zuge des letzten Ausschreibeverfahrens erhielt der Projektierer, die Max Bögl Eventus GmbH, den Zuschlag von der Bundesnetzagentur. Damit einher gehe eine ordentliche staatliche Förderung aus dem Erneuerbare Energien Gesetz, „ein sehr hoher Zuschlag“, lobt Gefeller.

Die Kommunen würden mit acht Prozent aus dem Jahreserlös beteiligt, auch die Nachbarkommunen – je näher dran an den Anlagen, desto mehr Geld gibt es. „Wir partizipieren alle daran.“ Der Rathauschef verspricht sich eine Rendite von sechs Prozent und ruft andere Kommunen und die Bürger dazu auf, sich zu beteiligen.

Strom für 10.000 Haushalte

Dafür müssten diese in die Bürgergenossenschaft Sonnenland eG mit Sitz in Buseck eintreten, welche die Windräder einmal betreiben soll, erklärt eG-Vorsitzender Uwe Kühn. Eben dieser regionale Aspekt sei der große Vorteil des Ganzen: „Wir wollen das kommunal machen, im Rahmen eines genossenschaftlichen Modells und unter Beteiligung der Bürger“, betont Gefeller. Mit wie viel Erlös durch die Anlagen am Ende zu rechnen sei, stehe noch nicht sicher fest, auch nicht der Preis pro Kilowattstunde.

Laut Philipp Jeske, Prokurist von Max Bögl, liege der aber „oberhalb von sechs Cent“. Die Maximalgrenze liegt bei 6,2 Cent pro Kilowattstunde. In diesem Bereich sollte sich der Preis einpendeln. Er rechnet mit einem Strom-Ertrag von 33 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Damit ließen sich rund 10.000 Haushalte versorgen.

Drei Hektar Wald
 müssen weichen

Für die drei Anlagen müssen drei Hektar Wald gerodet werden, die „eins zu eins“ in Staufenberg wieder aufgeforstet werden sollen. „Ja, es gibt eine Landschaftszerstörung, aber wir können Windräder nicht verhindern, wir haben aber einen Nutzen davon“, ergänzt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz.

Er rechnet mit Zuspruch für das Bürgerprojekt, aber durchaus auch mit Gegenwind aus der Gemeinde, betont dabei, dass die drei Anlagen den gesetzlichen Mindestabstand von einem Kilometer zu Ortsgrenzen deutlich übersteigen: So würde der Windpark knapp 1 700 Meter von Ilschhausen entfernt stehen, nach Hachborn wären es rund 2.800 Meter.

Schulz: Nicht mehr als sieben Räder

Mit der nun erteilten Baugenehmigung nehmen die Planungen Fahrt auf: Laut Jeske dürften die Rodungen ab Oktober diesen Jahres starten. Etwa ab März 2021 könnten die Fundamente und danach die Anlagen errichtet werden, die voraussichtlich ab Spätsommer 2021 in Betrieb gehen könnten.Die Gesamtkosten für das Projekt stehen noch nicht fest, Jeske rechnet mit über 20 Millionen Euro.

Mit den neuen Anlagen und den vier aus Hassenhausen würden sich in dem Bereich sieben Windräder drehen. Mehr sollen es nach Schulz auch nicht werden – denn die Firma UKA habe ihr eigenes Windkraftprojekt westlich und östlich des geplanten Staufenberger Windparks mittlerweile auf Eis gelegt.

von Ina Tannert

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