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Südkreis Ärger über wildparkende Lastwagen
Landkreis Südkreis Ärger über wildparkende Lastwagen
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18:03 22.08.2019
Auf der Facebook-Seite der „Bürgerbewegung gegen Schwerlastverkehr auf der L 3093“ lässt sich ein Video finden, das parkende Lkw in den Nachtstunden im ­Gewerbegebiet Wenkbach zeigt. Quelle: Thorsten Richter/Screenshot
Wenkbach

Die Depro Kautetzky GbR hat im Gewerbegebiet ihren Betrieb aufgenommen. Plötzlich stellen Mitglieder der Bürgerinitiative „Kein Schwerlastverkehr auf der L3093“ fest, dass des Nachts an der neuen noch nicht ultimativ fertiggestellten Zubringerstraße Lkw stehen. Zum Beweis wird auf Facebook ein Video hochgeladen.

Da offensichtlich die meisten dieser Lkw über eine Kühlung verfügen, hegt die BI den Verdacht, dass es sich um außerhalb der Geschäftszeiten des Logistikzentrums gekommene Lkw handelt, die gezwungen werden, irgendwo ihr Nachtlager aufzuschlagen, bis sie am nächsten Morgen auf das Firmengelände gelassen und abgefertigt werden.

Kautetzky vermutet andere Ziele der Laster

Es wurden gar Lkw-Fahrer angesprochen, doch ließ sich keine gemeinsame Sprache für eine vernünftige Kommunikation finden. Darauf von der OP angesprochen, entgegnet Gert Kautetzky, einer der beiden Geschäftsführer der Depro Kautetzky GbR, unmissverständlich: „Diese Lkw haben mit uns nichts zu tun.“

Er vermutet, dass es sich um Lkw handelt, die andere Ziele­ haben, möglicherweise auch bei Firmen im Gewerbegebiet. Aber es sei eher davon auszugehen, dass sie aufgrund der verschärften Parkplatz-Situation für Lkw an Bundesstraßen und Autobahnen dieses Gewerbegebiet für sich entdeckt haben, um dort die gesetzlichen Ruhezeiten einzuhalten, bevor sie wieder fahren dürfen.

BI-Sprecher will sich absichern

Sollte tatsächlich mal ein Lkw mit dem Ziel Logistikzentrum zu spät kommen, werde dieser selbstverständlich wie bereits bei Bürgerversammlungen mitgeteilt, auf das Firmengelände gelassen, so Kautetzky.

Florian Gediga, einer der Sprecher der BI, bestätigt im Gespräch mit der OP, dass unter den draußen stehenden Lkw bisher nie einer dabei war, der die Aufschrift des Unternehmens Kautetzky getragen hat. „Aber es liefern dort ja auch sicher andere Lkw an“, sagt er.

Dem Hinweis, dass es sich bei den Lkw um keine Zulieferer handelt, möchte er gerne so aufnehmen, doch wolle man sich auch absichern und mal danach schauen, was die Lkw-Fahrer machen, wenn sie wieder starten.

Bürgermeister bestätigt die „Stein-Aktion“

„Wir haben auch zur Kenntnis genommen, dass die Gemeinde dort Steine hingeräumt hat, die das Parken unmöglich machen sollen“, sagt Gediga. Er hatte bisher vermutet, dass man damit nur die Straße, insbesondere die Ränder schützen wollte, weil die Zugangsstraße vom Kreisel aus noch nicht endausgebaut ist und im jetzigen Zustand bei solchen Belastungen an den Rändern Schaden nehmen könnte.

„Wir stehen mit der BI in einem guten Kontakt und haben den Hinweis auf die parkenden Lkw ernst genommen.“ Die Steine seien eine­ Sofortmaßnahme, die andere folgt sodann.

„Wir haben Parkverbotsschilder per Express bestellt, Sie werden wohl Donnerstag hier sein. Diese werden wir dann in diesem Bereich aufstellen. Wir wollen keine weiteren Lkw ins Gewerbegebiet anziehen.“ Gediga hat aber auch etwas sehr Positives zur Kenntnis genommen. So weit es sich um Lkw der Firma Kautetzky handelt, würden diese im Ortsbereich nicht schneller als 30 Stundenkilometer fahren.

Kaudetzky-Laster fahren freiwillig langsam

Andere Lkw würden deutlich schneller fahren, was ihn weiter daran arbeiten lässt, möglichst ein flächendeckendes Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt zu erreichen. „Wir haben hier auch Gehwege, die nicht eine Breite von 60 Zentimeter erreichen. Ich denke, wenn der Landkreis will und die Kosten für die Einrichtung übernehmen würde, hätten wir hier gute Chancen.“

In Marburg-Wehrda sei die Ortsdurchfahrt ja auch eine komplette Tempo-30-Zone und in Niederwetter sei diese Einrichtung ja auch möglich gewesen. Allerdings habe er weder vom Landkreis noch von der Gemeinde Weimar in dieser Angelegenheit ein positives Feedback bekommen.

Dass die Lkw der Spedition Kautetzky freiwillig 30 fahren, sei ein Ergebnis aus den Gesprächen der Gemeinde mit der BI auf der einen Seite und dem Unternehmen auf der anderen Seite, sagte Eidam.

von Götz Schaub