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Südkreis Bortshausen-Biker zeigt Deutschland den Spektakel-Sport
Landkreis Südkreis Bortshausen-Biker zeigt Deutschland den Spektakel-Sport
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08:54 22.08.2020
Adrian Peter aus Bortshausen ist einer der besten deutschen Motocrossfahrer. Privatfoto
Adrian Peter aus Bortshausen ist einer der besten deutschen Motocrossfahrer. Quelle: privat
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Marburg

Noch einmal schlafen, dann kennen ihn nicht nur Tausende im Landkreis, sondern Millionen in Deutschland: Der Bortshäuser Adrian Peter ist am Sonntag im ZDF-Fernsehgarten zu Gast, um sein Hobby, seinen Sport – der 24-Jährige ist ein international erfolgreiches Motocross-Ass – zu zeigen.

„Die Einladung, das war Ende Juli, kam zwar überraschend. Aber in dem Sport hat sich viel getan, er ist bekannter und professioneller geworden. Und weil es spektakulär zugeht, bietet es sich wohl auch für gute Bilder im Fernsehen an“, sagt Peter, der von Moderatorin Andrea Kiewel als Interviewgast befragt werden wird, während fünf Teams – es ist Seitenwagen-Motocross – als Action-Beitrag über eine Strecke rasen.

Dass man auf Peter aufmerksam geworden ist, liegt vor allem an seinen Erfolgen: Zuletzt wurde er mit seinem Co-Piloten Miroslav Zatloukal Deutscher Vizemeister, sie sind das beste deutsche Team bei der Weltmeisterschaft gewesen. Als er gerade volljährig war, im Jahr 2014, wurde Peter der jüngste Gesamtsieger im Deutschen Motocross-Pokal und der jüngste Deutsche bei einer Weltmeisterschaft.

In der Jugend jede Woche nach Holland

„Ich habe den Motorsport als kleines Kind schon aufgesaugt, von klein auf war ich begeistert und wollte immer Rennen fahren“, sagt er. Vater Harald war in den 1980er- und 90er-Jahren selbst im Motocross aktiv. Die Bedingung seines Vaters, dass der Sohn das darf: „Ich sollte mir die Schuhe binden und Fahrrad fahren können“, erinnert er sich. „Das hat dann keine zehn Tage gedauert.“

Als Fünfjähriger fing er auf einem Mini-Motorrad an, in Wolfshausen wurde geübt, Solo-Motocross war angesagt. Zehn Jahre später folgte der Umstieg aufs Sidecar. Zunächst nur im Ausland, weil das Fahren in Deutschland erst mit 18 Jahren erlaubt ist. Also ging es fast jedes Wochenende nach Holland, immer wieder Holland – mittlerweile kennt Peter fast ganz Europa, fährt zu Wettkämpfen in die Ukraine, nach Südfrankreich oder Estland.

„Das schnelle Fahren, die Sprünge: Es ist purer Nervenkitzel, es ist spektakulär.“ Dazu die Technik, die hinter allem steckt – „einfach alles, was die Faszination Motorsport ausmacht“. Und mehr noch als im Solo-Motocross, wo auch Mechaniker und Logistiker im Hintergrund arbeiten, sei der Teamgedanke entscheidend. „Blindes Vertrauen, genau wissen, was der Mitfahrer macht – das fühlt sich toll an.“

60.000 Euro kostet Adrian Peter eine Saison

Aber es ist ein teures Hobby, alleine eine rennfertige Maschine kostet 17.000 Euro, laufende Kosten wie Transport, Benzin und Instandhaltung kommen hinzu. Eine Saison kostet 60.000 Euro, nur mit Freunden, Verwandten, Fans, die als Sponsoren finanziell unterstützen, kann er den Sport bestreiten. Mittlerweile als Teilzeit-Profi, neben seinem Job bei – natürlich – dem Rauschenberger Motorradspezialisten SW Motech.

Sobald es wieder Wettkämpfe gibt – die Corona-Pandemie hat auch beim Motocross für ein Saisonende gesorgt – will er Deutscher Meister werden und in der Welt in die Top-15 vorstoßen. Jetzt muss er aber erstmal seinen TV-Auftritt meistern.

ZDF-Fernsehgarten, Liveshow am Sonntag, 23. August, ab 11.50 Uhr

Von Björn Wisker