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Südkreis Besucher haben jede Menge Platz
Landkreis Südkreis Besucher haben jede Menge Platz
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14:33 20.07.2020
Spaß auf dem Wasser auch ohne Sonne erlebten Flo Debus (von links), Anika Lang, Jessica Wolny und Pia Widauer. Quelle: Ina Tannert
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Niederweimar

Still ruht der See – zumindest kommt einem das dieser Tage manchmal so vor. Schuld ist das wechselhafte Wetter, das sich gefühlt nicht zwischen Nieselregen, Wolkenbergen und Sonne entscheiden kann.

Doch es gibt sie, die treuen See-Besucher und Wassersportler, die sich an schönen Tagen wieder in der Sonne aalen oder im erstaunlich warmen Wasser planschen und paddeln.

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Und einer Art von Sportlern macht selbst mieses Wetter so gar nichts aus – Wakeboarder kommen auch bei Nieselregen. Mehrere warten mit ihren Brettern am Donnerstagnachmittag an der Wakeboardanlage, drehen an der Zugleine hängend Runde um Runde über den See und springen über die Rampen. Darunter eine Gruppe aus Mainz, die extra angereist ist.

Das Wetter stört niemanden, „das ist doch egal, wer wasserscheu ist, für den ist dieser Sport sowieso nichts“, sagt Daniel grinsend. Er freut sich vielmehr, dass er und seine Gruppe an der Anlage nicht lange auf die nächste Runde warten müssen: „Das ist doch perfekt, man hat keine 30 Leute auf der Bahn, muss nicht anstehen und es macht richtig Spaß.“

Vier Wochen geregelter Betrieb

Er ist geübt auf dem Brett, ein Stück weiter auf der anderen Seite liegt der Anfänger-Bereich, auch die kleine Anlage im Hot Sport Seepark ist in Betrieb. Dort erproben junge Wakeboarder ihre Standfestigkeit auf dem Brett. Im Laufe des Nachmittags stoßen noch weitere Sportler dazu – eng wird es aber nicht. Das soll es auch nicht, die Abstandsregeln gelten schließlich weiterhin, berichtet Seeparkchef Lucien Gerkau.

Schon seit Mitte Juni geht im Betrieb fast alles wieder seinen gewohnten Gang. Es gibt Auflagen, vor allem was Abstände angeht, die sind auf der großzügigen Fläche – sowohl im Wasser als auch am Badestrand und auf der Wiese – aber leicht einzuhalten. Alle Anlagen laufen wieder, einzig die Duschen und Umkleiden seien geschlossen, da diese zu wenig Platz zum Ausweichen bieten.

Onlinesystem entzerrt den Ansturm

Seit der Wiedereröffnung ist die Besucherzahl in etwa so durchwachsen wie das Wetter und „eher mäßig“. Bis zu 500 Gäste waren mal an einem besonders heißen Tag im Park – „an einem normalen Tag wären das 1.500 gewesen“, rechnet Gerkau vor. Er könnte weit mehr einlassen, mehrere Tausend – so viele kommen aber selbst in normalen Zeiten nicht.

Die Mitarbeiter achten darauf, dass sich nirgends Besucherschlangen bilden, gerade am Eingang. Daher wurde ein Onlinebuchungssystem mit Vorlaufzeit eingeführt, das weiterhin bestehen bleibt. Ein spontaner Besuch sei weiterhin möglich, durch das Onlinesystem lässt sich aber die Zahl besser planen und die Lage entzerren.

Die Liegewiese ist derzeit kaum besucht, dafür füllt sich allmählich der Gastronomie-Bereich. Der ist überdacht, weniger vom Wetter abhängig und laufe wieder ganz gut an.

Alles entspannt – weil wenig los ist

Im Aquapark hält sich eine Gruppe junger Leute auf, die bei fast jedem Wetter das Wasser genießt: Anika, Jessica, Pia und Flo sind Arbeitskollegen aus Marburg und haben heute frei – also stehen sie in Schwimmwesten gehüllt und mit rudernden Armen auf ihren Boards beim Stand-up-Paddling.

Und dabei haben sie sichtlich viel Spaß, mal fällt einer kreischend ins Wasser, mal schlingert ein aufblasbares Brett im Kreis, aber alle schaffen es wieder zurück ans Ufer. „Es ist toll hier und gerade weil so wenig los ist, besonders entspannt – man muss nicht wie sonst auf viele Leute achten“, erzählt Anika.

Es sind etwa 17 Grad Außentemperatur, geht also noch. Doch deutlich wärmer ist das Seewasser, das mit bis zu 24 Grad an diesem trüben Tag punkten kann. Der See geht tief, bis sich das aufgeheizte Wasser abkühlt, dauert es also einige Zeit.

Saison ist fast vorbei

„Die Temperatur ist super und das Wasser sehr angenehm, man kann sich fast aufwärmen“, sagt Jessica fröhlich. Einziger Wermutstropfen: Um ein Bier holen zu können, werden sie um den Haupteingang herumgeschickt, damit sich im Restaurantbereich niemand in die Quere kommt. Das tut dem feucht-fröhlichen Seetag der Gruppe indes keinen Abbruch.

Mehr davon würde sich der Chef wünschen, er sorgt sich um ein wachsendes Minusgeschäft und die Saison sei eigentlich fast vorbei. Gerkau hofft, dass wenigstens der August, vielleicht auch der September noch warme Tage bringt. Nach einem verregneten Donnerstag ließ sich am Freitag dann auch wieder die Sonne blicken und lockte weitere Besucher in den Seepark, die nicht nur Wetter und Wasser, sondern stundenlang auch DJ-Musik genossen.

Von Ina Tannert

Hot Sport Seepark Niederweimar

Maximal mögliche Personenzahl auf dem Gelände: 3.500; Bei „Normalbetrieb“: keine Begrenzung; Maximal mögliche Zahl der Schwimmer: 4.300

Öffnungszeiten: 10 bis 20 Uhr für jeden in den Ferien / 6.30 Uhr bis 21 Uhr für Mitglieder. Preis Einzelkarte: Online: Kinder und Erwachsene 4 Euro / vor Ort: Erwachsene 8 Euro / ermäßigt 6 Euro. Liegefläche: 11.500 Quadratmeter. Kiosk vorhanden/offen: Ja, Kiosk zur Selbstbedienung und Restaurant mit Bedienung. Begrenzung der Öffnungszeiten: keine. Kursangebote: Wakeboard, Wasserski- und Wakeboard-Ferienkurs in erster, zweiter und letzter Ferienwoche.

Weitere Sport- und Freizeitmöglichkeiten: Aquapark, Stand-up-Paddling, Kanu, Katapult.

Jahreskarten: Für Mitglieder mit eigenem Schlüssel 140 Euro für den ersten Erwachsenen, 90 Euro für den zweiten und 80 Euro für Kinder. Saisonkarten : dieses Jahr nicht. Ermäßigungen: Ja, Familien zahlen 30 Prozent weniger / Ermäßigungen auch für Schüler, Studenten, Behinderte, Begleitpersonen, mit Ehrenamtscard, Wehrdienstleistende.

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