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Südkreis Bauausschuss stimmt nicht gegen Erweiterung
Landkreis Südkreis Bauausschuss stimmt nicht gegen Erweiterung
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12:00 31.01.2022
Die Seidel GmbH & Co. KG in Fronhausen möchte sich erweitern und nördlich der bestehenden Produktionshallen ein Hochregallager errichten.
Die Seidel GmbH & Co. KG in Fronhausen möchte sich erweitern und nördlich der bestehenden Produktionshallen ein Hochregallager errichten. Quelle: Ina Tannert
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Fronhausen

Die Firma Seidel GmbH & Co. KG will an ihrem Standort im Gewerbe- und Industriegebiet „Brackeborn“ bei Fronhausen erweitern. Die Fläche ist vorhanden, doch beabsichtigt die Firma eine Halle zu bauen, die rund 15 Meter höher ausfallen soll, als es derzeit laut Bebauungsplan zulässig ist. Am vergangenen Montag wurde das Vorhaben in einer Informationsveranstaltung vorgestellt und auch diskutiert.

Nur zwei Tage später folgte eine Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Umwelt, der den Aufstellungsbeschluss der zweiten Änderung des betreffenden Bebauungsplanes für das Gemeindeparlament vorbereitend behandelte. Zu dieser Sitzung war auch der Firmenchef Dr. Andreas Ritzenhoff wie schon bei der Informationsveranstaltung anwesend, um Rückfragen zu beantworten. Zudem informierte er darüber, dass sich aktuell die bisherige Abgrenzung des bebaubaren Bereiches „2a“ um 5 Meter von 57 auf 62 Meter in Richtung Landesstraße L 3093 (Marburger Straße) vergrößert. Seitens des Architekturbüros wurde eine geringfügige Vergrößerung angeregt, um im Rahmen der noch ausstehenden Ausarbeitung der Planung noch Sicherheitsspielräume für gegebenenfalls erforderliche Verschiebungen zu gewährleisten.

Warum möchte der Firmenchef auf einer Länge von 130 Metern und einer Breite von 30 Metern eine 35 Meter hohe Halle in die Erweiterung integrieren? Ritzenhoff begründet die Höhe damit, dass heutzutage Hochregallager in der Regel so gebaut werden, um effizient zu sein. Die Alternative wäre die Bebauung einer wesentlich größeren Grundfläche. Ausschussmitglied Sonja Haese (SPD) stellte fest, dass es sich dabei letztendlich für die Bürgerinnen und Bürger um eine ästhetische Frage handeln würde. „Es wird immer Leute geben, die jeweils die andere Variante besser gefunden hätten.“ Wichtig, da war sich das Gremium einig, sei das Gesamtpaket, so weit es die Gemeinde angeht.

Bürgermeisterin Claudia Schnabel wies in diesem Zusammenhang auf die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen hin. So könnten jetzt Fehler aus der Vergangenheit geheilt werden, denn seinerzeit flossen als Ausgleichsflächen auch Grundstücke im Schenkenwäldchen mit ein, die der Gemeinde gar nicht gehörten. So seien also auch Änderungen bei den Ausgleichsflächen nötig, weil sie verpflichtend seien, so die Bürgermeisterin. Auch sei wichtig, dass die Stellungnahme der Ortsgruppe Fronhausen des Nabu Deutschland berücksichtigt werde, wenn diese vorliegt. Und: Es soll auch über die Belange der Feuerwehr gesprochen werden. So musste seinerzeit einiges in die Ausrüstung investiert werden, um im Fall der Fälle auf dem Betriebsgelände helfen zu können. Eine Unterstützung der Firma zur Tagesbereitschaft der Feuerwehr wurde wohl schon zugesagt.

Verfahren ist noch offen

Ausschussvorsitzender Matthias Heun (Initiative Fronhausen) machte klar, dass es nun erst einmal Aufgabe sei, das Verfahren mit einem Aufstellungsbeschluss in Gang zu setzen. Zustimmung kam auch von Ausschussmitglied Nils Meckbach (IF), der sagte, dass er zunächst skeptisch war, aber sich durchaus damit anfreunden könne, wenn das Rahmenpaket stimme. Michael Heimann (SPD), der für Christina Lotz einsprang, stimmte wie Sonja Haese dem Beschlussvorschlag zu. Als Vertreter des Mitglieds Ulrich Zick stimmte auch CDU-Mann Thorben Bastian zu. Einzig Robert Mayer (CDU), der einige Bedenken vorgetragen hatte und auch darauf aufmerksam machte, dass die Höhe des Gebäudes durchaus kritisch in der Bevölkerung gesehen werde, enthielt sich schließlich, sodass es eine eindeutige Empfehlung für die Gemeindevertretersitzung gibt, die am 3. Februar stattfindet. Auch in der Ausschusssitzung konnte zum Bedauern der meisten Besucher der Sitzung keine aussagekräftige Visualisierung des Hochlagers präsentiert werden.

Dr. Lothar Mann und der ehemalige Fronhäuser Bürgermeister Reinhold Weber machten abseits der Sitzung mündlich wie schriftlich darauf aufmerksam, dass die Gebäudehöhe während der Infoveranstaltung am vergangenen Montag von vielen Teilnehmern kritisch bis ablehnend bewertet wurde. Eine echte Notwendigkeit für die Höhe sei auch nicht präsentiert worden.

Mit dem Beschluss, der am 3. Februar auf der Tagesordnung der Gemeindevertreter steht, ist noch nicht festgelegt, ob die Planänderung im vereinfachten Verfahren oder im zweistufigen Regelverfahren durchgeführt wird. Die Festlegung soll nach Prüfung der planungsrechtlichen Grundlagen im Anschluss nach dem Grundsatzbeschluss zur Aufstellung der Änderung des Bebauungsplans erfolgen.

Von Götz Schaub

28.01.2022
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