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Südkreis Bahnhof-Ausbau wird verschoben
Landkreis Südkreis Bahnhof-Ausbau wird verschoben
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19:58 06.08.2019
So mancher mag sich über die angekündigte Modernisierung gefreut haben. Jetzt heißt es hoffen, dass das Projekt in naher Zukunft überhaupt noch umgesetzt wird. Quelle: Götz Schaub
Niederwalgern

Die Deutsche Bahn hat der Gemeinde Weimar mitgeteilt, dass die geplante Baumaßnahme am Bahnhof in Niederwalgern zurückgestellt wird.

In einem Schreiben, das der OP vorliegt, erläutert die DB Station & Service AG die Hintergründe für die Entscheidung.

Die Kurzfassung: Verschiedene Dinge sind schiefgelaufen und das Projekt verzögert sich, sodass die angepeilten Fördermittel für den Umbau nicht mehr zur Verfügung stehen. Damit ist das gesamte Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben.

Im November 
sollte es losgehen

Ursprünglich sollte der Umbau im November dieses Jahres beginnen. Für rund elf Millionen Euro wollte die Bahn mit verschiedenen Umbauten den Bahnhof moderner gestalten. So sollten beispielsweise die Bahnsteige barrierefrei erschlossen werden. Die Unterführung sollte erneuert werden. Hier plante die Bahn eingehauste Treppen, eine barrierefreie Rampe sowie einen Aufzug.

Auch die Ausstattung der Bahnsteige und die Beleuchtungsanlagen sollten modernisiert werden. Und schließlich wollte das Unternehmen den Haus- und Mittelbahnsteig auf 76 Zentimeter über der Schienenoberkante erhöhen. Dieser Punkt hatte in der Sitzung der Gemeindevertretung zu einer Kontroverse geführt. Reinhard Ahrens (Die Grünen) hatte sich dafür ausgesprochen, die Bahnsteige lediglich auf 55 Zentimeter zu erhöhen.

Trasse kann nicht gesperrt werden

Mit einem Antrag wollte er die Gemeinde dazu bringen, bei der Bahn auf dieses Anliegen hinzuwirken, scheiterte aber krachend. Für den Umbau hatte die Bahn Fördermittel eingeplant. Um an diese Fördergelder zu gelangen, hätte der Umbau noch in diesem Jahr starten müssen. Das gelingt nun nicht mehr.

In der Erklärung verweist die Bahn auf Verzögerungen im Planrechtsverfahren. Diese Verzögerungen hätten zur Folge, dass bis zum eigentlich avisierten Baubeginn im November noch kein Baurecht vorliegt. Diese Unwägbarkeiten wirkten sich auch auf die notwendige Sperrung der Trasse aus. Die Strecke sei hoch ausgelastet und die verbindlichen Verabredungen bezüglich der Sperrpausen bereiteten Probleme, heißt es in dem Schreiben der Bahn.

Unterlagen mit
 erheblichen Defiziten

Zum anderen, so die Bahn weiter, wurden in den Unterlagen, die ein Planungsbüro erstellt hatte, erhebliche Defizite festgestellt. Mit diesen Unterlagen könnten die Arbeiten nicht vergeben und umgesetzt werden. All diese Schwierigkeiten führten unterm Strich zu Kostenrisiken für das Projekt, die nicht in Einklang zu bringen seien mit den Vorgaben des Gesetzgebers an einen wirtschaftlichen Einsatz der Mittel.

Die Bahn schreibt ausdrücklich, dass die Baumaßnahme aufgrund dieser Schwierigkeiten zurückgestellt, im Umkehrschluss also nicht fallengelassen wird. Allerdings machen die Verantwortlichen bei der DB Station & Service AG auch deutlich, dass sie noch nicht wissen wie und wann sie den Bahnsteig-Umbau finanzieren sollen, weil der eigentlich angepeilte Fördertopf ausläuft und damit für das Projekt wegfällt.

Es müsse geprüft werden, zu welchem späteren Zeitpunkt die Baumaßnahme durchgeführt werden kann, heißt es in dem Schreiben.
Weimars Bürgermeister Peter Eidam weilt derzeit im Urlaub und war für eine Stellungnahme zu dieser Sache nicht zu erreichen.

von Dominic Heitz