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Südkreis Eine Küche aus Nussbaumholz
Landkreis Südkreis Eine Küche aus Nussbaumholz
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15:06 11.03.2020
Lukas Rühl (großes Bild, Mitte) von der Tischlerei Spengler erklärte bei der Artinea 2020 in Rauischholzhausen die Entstehung eines Küchenblocks aus französischem Nussbaum. Insgesamt 145 Exponate aus Holz konnten Besucher der Ausstellung am Wochenende im Schlosshof und den Fluren bestaunen. Quelle: Fotos: Katja Peters
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Rauischholzhausen

Fasziniert stand Michael Baumgart vor dem E-Bike aus Holz auf der diesjährigen Artinea im Schloss Rauischholzhausen. Die Ulme stammte sogar aus dem Schlosspark. Die Idee stammte von Martin Schlimbach, einem der wenigen Aussteller, der nicht aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf kam, sondern aus Pohlheim-Grüningen im Nachbarkreis Gießen.

Besucher Baumgart aus dem Siegerland war zum ersten Mal auf der Artinea und konnte sich nicht vorstellen, dass Handwerk und Kunst so gut harmonieren können. „Und dieses Fahrrad ist ja nun wirklich Handwerk“, sagte er und gab zu, dass er auch wegen des Schlosses nach Rauischholzhausen gekommen war. „Das war ja kürzlich erst im Fernsehen zu sehen und hat mich sehr beeindruckt.“

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Beeindruckend war auch der Küchenblock der Tischlerei Stengel. Inhaber Frank Stengel hatte alle seine Ideen in dieser „Handwerkskunst“ verewigt. Als Hobbykoch wusste er, auf was es ankommt – eine robuste und großzügige Arbeitsfläche, gepaart mit viel Stauraum unterhalb. Die versenkbare Induktions-Kochfläche war das Highlight, neben der sehr eleganten Arbeitsplatte aus französischem Nussbaum und dem hellblauen Epoxitharz.

Faszinierend waren nicht nur die Ausstellungsstücke auf der Artinea, sondern auch der Ort. Das Schloss Rauischholzhausen bot den perfekten Rahmen für Kunst und Handwerk.

Als „innovativ“ bezeichnete sein Mitarbeiter Lukas Rühl das „Kunstwerk“ und beschrieb den Prozess: „Was ist machbar, sowohl gestalterisch als auch praktisch. Alle interessieren sich für Küchen, weil sich alle damit identifizieren können“, weiß der Tischlermeister, der an den drei Ausstellungstagen viele Fragen beantworten musste. Denn der Küchenblock war ein absoluter Besuchermagnet. „Es sollte mehr sein als nur Schränke und Platte“, sagte Ideengeber Frank Stengel aus Marburg, der sogar bei den Schubladengriffen etwas Neues ausprobierte und diese aus den Holzabfällen fertigte. Einen Raum weiter stand übrigens der große Esstisch, passenderweise ebenfalls aus französischem Nussbaum gefertigt.

Auch vor dem Schloss waren Ausstellungsstücke der Artinea aufgebaut. Quelle: Katja Peters

Insgesamt 145 Exponate aus Holz, Metall, Stein, Glas und Ton von 49 Ausstellern zogen tausende Besucher ins Schloss. Die Inhalte waren Möbel, möbelartige Objekte, freie Kunst, Skulpturen und Plastiken, Malerei, Fotografie und Grafik. Hingucker war auch die Sitzbank gesäumt von futuristischen Baumkronen, einer Ulme von Willi Schütz und Sophia Sillmann aus Wetter. Viele Besucher machten schon einmal Probesitzen.

Landrätin lobt Vielseitigkeit der Ausstellung

Organisiert hatten die Ausstellung die Schreiner-Innung Biedenkopf, die Tischler-Innung Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die künstlerische Leitung lag bei Horst Barthel. „Dass die Artinea mittlerweile schon zum neunten Mal stattfindet, macht deutlich, wie konstant die hohe Qualität der ausgestellten Kunstwerke ist. Mit dieser Schau bekommen die vielseitig talentierten Künstler ein wichtiges Forum, um ihre ganze Kreativität zu zeigen. Ich freue mich, dass die Besucher wieder ein Wochenende voller Handwerks- und Designkunst erleben können. Danke an alle Mitwirkenden“, sagte Landrätin und Schirmherrin Kirsten Fründ bei der Eröffnung am Freitagnachmittag.

Von Katja Peters