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Südkreis Ernährungsberaterin hilft durch eigene Erfahrungen
Landkreis Südkreis Ernährungsberaterin hilft durch eigene Erfahrungen
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13:00 13.02.2022
Angela Beltz aus Niederwalgern ist Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit.
Angela Beltz aus Niederwalgern ist Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit. Quelle: Thorsten Richter
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Niederwalgern

Es gab eine Zeit, da hat sich Angela Beltz keine sonderlich großen Gedanken darüber gemacht, was sie ihrem Körper für Nahrungsmittel anbot. Mittlerweile, über 20 Jahre später, steuert die heute 45-jährige Mutter zweier Söhne nicht nur als erstes im Supermarkt die Obst- und Gemüseabteilung an, sondern will zudem als Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit Menschen individuell bei ihrer Ernährungsumstellung unterstützen. Denn sie hat diese Erfahrung selbst durchlebt, nachdem bei ihr im Alter von 22 Jahren erblich bedingter Bluthochdruck festgestellt wurde.

Pizza, Nudeln, dazu Spinat oder Tomatensuppe, eine Reihe an Fix-Produkten sowie Brötchen und Schokomüsli – diese Einkaufsliste der 22-jährigen Angela Beltz bot nicht nur eine wenig abwechslungsreiche Ernährung, sondern, davon geht sie heute aus, könnte auch für ihre gelegentlichen Schlafstörungen verantwortlich sein. Dennoch war es erst die Zufallsdiagnose des Werkarztes ihrer damaligen Arbeitsstelle, der einen sehr hohen Blutdruck bei ihr feststellte und sie schließlich zur Abklärung zu ihrem Hausarzt schickte.

„Ich habe mich sehr auf die Werbung eingelassen“

„Ich war eigentlich nicht wahnsinnig schockiert. Meine Eltern haben beide Bluthochdruck, das war mir also nicht fremd“, erzählt die heute 45-Jährige. Dennoch stellte ihr Arzt sie vor die Wahl: Entweder ab sofort regelmäßig Medikamente einnehmen oder eine Ernährungsumstellung. „Da war mir klar, jetzt muss ich etwas ändern.“ Und das tat sie auch. Statt Brötchen aus Weißmehl gab es von nun an die aus Vollkorn, dazu mehr Rohkostgemüse und weniger Süßigkeiten. Und nachdem sie seit sechs Jahren gelegentlich am Wochenende in Gesellschaft rauchte, musste auch das aufhören – wobei das schon länger der Plan gewesen war. „Ich habe schon früh in der Jugend angefangen, aber nur selten geraucht“, berichtet sie. Neben der Ernährungsumstellung kam fortan noch mehr Sport dazu, vor allem der für die Ausdauer, da dieser sich positiv auf Bluthochdruck auswirke. Doch der Weg zu einer gesunden Ernährung war nicht leicht und führte Beltz nicht ohne Umweg ans Ziel. So bringt sie sich im Selbststudium mit der Hilfe des Internets und über das Fernsehen das bei, was sie über eine gesunde Ernährung braucht – beziehungsweise was ihr vermittelt wurde, wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat. „Ich habe mich sehr auf die Werbung eingelassen und davon beeinflussen lassen“, sagt sie heute. So verzichtete sie in der Folge zwar auf Fleisch, konsumierte dafür allerdings zahlreiche Milchprodukte wie Joghurt, zum Teil mit sehr viel Zucker, sowie übermäßig viele Artikel mit Kohlenhydraten. „Ich habe das eine Übel gegen das andere eingetauscht“, bilanziert sie heute.

„Man sollte sich möglichst auf natürliche Art ernähren“

Nachdem in ihrem Umfeld vermehrt auch jüngere Menschen betroffen waren, die an sogenannten Zivilisationskrankheiten leiden – gemeint sind Krankheiten, die im Zuge des modernen Lebensstils auftreten –, beschließt sie, herauszufinden, wie eine wirklich vernünftige Ernährung aussieht. „Ich wollte wissen, wie sich was auf meinen Körper auswirkt“, erklärt sie und entschied sich für eine Weiterbildung zur Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit. 

Nachdem sie über die Jahre weiteres Wissen gesammelt hat, möchte sie nun ihre Erfahrungen gerne weitergeben. Daher berät sie nebenberuflich seit einem Jahr Klientinnen und Klienten bei der individuellen Ernährungsumstellung und veröffentlicht neben einem Jahresrückblick beispielsweise zahlreiche Rezepte auf ihrem Blog und bietet Beratungshilfe auf ihrer Website. „Man sollte sich möglichst auf eine natürliche Art ernähren. Dabei ist wichtig, dass es sich tendenziell um vollwertige Nahrungsmittel handelt, sprich keine durch die Industrie hergestellten Produkte“, erklärt sie.

Dass nur die Diagnose der Auslöser für ihre Ernährungsumstellung war, bezweifelt sie allerdings. „Ich glaube schon, dass ich diesen Schritt auch so gemacht hätte, es hätte nur etwas länger gedauert“, sagt sie heute. Und auch wenn sie weiterhin auf Weißmehl- und Milchprodukte verzichtet, für ihre Familie macht sie gerne eine Ausnahme. „Auf manche Sachen möchten sie nicht verzichten und ich zwinge sie nicht“, sagt sie. Ebenso hat sie auch selbst nicht das Gefühl, auf etwas zu verzichten zu müssen, und sucht sich stattdessen gesündere Alternativen: „Müsli mixe ich mir selbst. Und ab und zu auch mit Dattelschokolade“, verrät sie.

Von Felix Hamann