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Südkreis An- und Abreise mit Maske, ohne Abstand
Landkreis Südkreis An- und Abreise mit Maske, ohne Abstand
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11:58 27.08.2020
Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Heskem warten dichtgedrängt nach der sechsten Unterrichtsstunde am Busbahnhof der Schule. Quelle: foto: Tobias Hirsch
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Heskem

Mittlerweile sind die Schulen schon in der zweiten Woche unter Volllast im Betrieb. Die Anspannung, wie das alles werden wird, wegen der Corona-Gefahr, mag ein bisschen gewichen sein, weil die Fälle im Landkreis bisher überschaubar blieben. Doch fragt man Lehrer und Schüler, hält sich das mulmige Gefühl hartnäckig. Haben Schüler die Regeln in den Schulen weitgehend umgesetzt, monieren sie, dass eigentlich alles für die Katz' sei, wenn nicht auch beim Weg in die Schule, beziehungsweise von der Schule zurück in die Heimatdörfer, auf bessere Bedingungen geachtet werde. Natürlich kommen die meisten Schüler mit dem Bus. Dort herrscht Maskenpflicht, der auch nachgekommen wird, doch mit Abstand ist da nicht viel zu machen. Die Schüler sitzen und stehen dicht an dicht und das auch länger als 15 Minuten. Das gilt keineswegs nur für Busse, die in die Stadt fahren. Auch die gut besuchten Schulen auf dem Land sind betroffen.

 „Das Problem ist nicht neu“

„Das Problem ist in der Tat nicht neu, bekommt aber jetzt noch einmal wegen Corona eine andere Aufmerksamkeit“, sagt Ralph Pelka von der Gesamtschule Ebsdorfer Grund (GSE) in Heskem. Und er dämpft gleich die Hoffnung auf die vermeintlich einfachste Lösung, dass mehr Busse auf die Straße gebracht werden. „Das gestaltet sich alles viel komplizierter. In der Regel kann man nur einmal im Jahr zum Fahrplanwechsel Dinge verändern, aber sicher nicht in großer Dimension.“ Schließlich gibt es Verträge, die nicht einseitig verändert werden können, zumal das Geld schon für bestimmte Leistungen festgeschrieben ist. Da kann man nicht einfach mal schnell einen weiteren Bus anschaffen und Personal einstellen. Also muss man sich überlegen, was man im Rahmen des Möglichen tun kann. Pelka berichtet davon, dass man sich in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr am 3. September treffen werde, um die Möglichkeiten auszuloten. Mit am Tisch sitzen dann gleich Vertreter von drei Busunternehmen, die Kinder nach Heskem bringen und von dort auch wieder abholen: Wagner, Herrmann und Nau. „Wir werden ergebnisoffen diskutieren und sehen, was möglich ist“, sagt Pelka. Will heißen, vielleicht gibt es tatsächlich Möglichkeiten, Routen zum Fahrplanwechsel im Dezember etwas zu verändern, was einen positiven Effekt auf die Zahl der Mitfahrer haben könnte.

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Den Pulk entzerren

Man müsse sich aber auch innerhalb der Schule Gedanken machen, wie man den Pulk entzerren kann.

Pelka versteht, dass die Eltern gerade jetzt wegen Corona darauf drängen, dass ihren Kindern auch ein sicherer Schulweg angeboten werden kann. Nach dem Aufschlag am Morgen kommt es dann mittags auch noch mal zu Stress, wenn viele Schüler nach sechs Stunden nach Hause fahren.

Generell ist sich Pelka sicher, dass irgendwann einmal in Deutschland noch eine andere Diskussion geführt wird, die erst die wahren Probleme aufzeigen wird, nämlich die Diskussion nach einer Standard-Sicherheit.

Sitzplatz mit Gurt

„Die Frage lautet dann, was uns unsere Kinder wert sind“, sagt er. Dann gehe es nämlich um Themen wie Sitzplatzgarantie mit Sicherheitsgurt. Es sei doch schon eigenartig, wenn in Autos überall Gurtpflicht bestehe, aber in den Bussen gestanden werden könne und keine Anschnallpflicht herrsche.

Von Götz Schaub