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15:58 24.03.2021
Irike Seiler mit Handy und Anika Seiffert am Touchscreen zeigen auf, wie man sich virtuell über Ebsdorf und die Großgemeinde informieren kann.
Irike Seiler mit Handy und Anika Seiffert am Touchscreen zeigen auf, wie man sich virtuell über Ebsdorf und die Großgemeinde informieren kann.
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Ebsdorf

Moderner Tourismus besteht auch aus modernen Komponenten. In Ebsdorf gibt es jetzt am Bürgerhaus als Teil des Millionenprojekts Musik’er’garten einen Info-Terminal, der keine Wünsche offenlässt. Per Touchscreen kann sich dort jeder Interessierte alle Informationen aufrufen, die er als Tourist beziehungsweise Ortsfremder benötigt. In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es einen Parkplatz mit vier E-Tankstellen, zudem sind Ladestationen für E-Bikes vorhanden. Dazu gibt es, was insbesondere für Rad- und Wander-Touristen interessant sein dürfte, Boxen zur Aufbewahrung von Gepäck. So kann man nach einer virtuellen Einführung dann einen tatsächlichen Ortsrundgang starten, ohne sein Gepäck mitnehmen zu müssen, und so leicht und von Lasten befreit alle aufgelisteten Sehenswürdigkeiten aufsuchen. Wer sich den Dorfrundgang nicht merken kann, muss gar keine große Gedächtnisleistung erbringen, er kann ihn sich auch direkt auf sein Smartphone laden und dann entspannt losziehen.

Wie kommen die Infos aufs Handy? Entweder über einen QR-Code direkt vor Ort oder über die die kostenfreie GrundApp zum Herunterladen in den AppStores. Freies WLAN gibt es natürlich auch vor Ort. Das Angebot ist nicht statisch, sondern kann jederzeit bequem vom Schreibtisch aus aktualisiert werden, sagt Irike Seiler. Das wird später einmal wichtiger werden, wenn etwa aktuelle Veranstaltungen eingestellt werden.

Der Musik’er’garten entwickelt sich also zum Kernpunkt des Dorfes, weil es dort Infos gibt, aber noch weitere Gründe zum Verweilen, insbesondere wenn man kleine Kinder dabei hat. Dazu später mehr in diesem Artikel. Bleiben wir noch beim Info-Point. Anika Seiffert vom Planungsbüro Cognitio aus Niedenstein hat in Zuarbeit von Irike Seiler von der Gemeinde Ebsdorfergrund, die unter anderem für Events und Tourismus zuständig ist, das Hauptmenü und die Unterpunkte ausgestaltet.

Die Themenreiter sind Veranstaltungen, Wandern und Radfahren, Gastronomie und Übernachtung, Sehenswürdigkeiten und Mobilität. Unter dem zuletzt aufgezählten Punkt gibt es alle Infos zum öffentlichen Nahverkehr. Und unter „Gemeinde Ebsdorfergrund“ gibt es noch mehr Infos über die Großgemeinde. Es gibt auch eine englische Version.

Man kann sich die Informationen auch vorlesen lassen auf Deutsch und Englisch. Wer jetzt denkt, der Punkt Sehenswürdigkeiten kann ja nicht pralle sein, der sollte sich mal die App runterladen. Da kommt schon was zusammen. Mit dabei ist natürlich auch die Wehrkirche des Dorfes, die auch öffentlich zugänglich ist.

So, und wer dann doch lieber etwas in den Händen halten will, der kann sich auch eine Broschüre nehmen, und wer nicht auf dem Touchscreen navigieren will, bekommt bestimmte Infos komprimiert auf drei attraktiv gestalteten Infotafeln dargeboten. Die Themenfelder lauten „Aktiv in Ebsdorfergrund“, „Ebsdorf entdecken“ und der „Musik’er’garten“. Und das lohnt sich, wenn man ein bisschen daran interessiert ist, etwas über den Ort kennenzulernen, der der Großgemeinde praktisch den Namen gab. Inhalte der Tafeln lieferten Wolfgang und Annelore Richardt, die auch zum Team des Ebsdorfer Heimat- und Verschönerungsvereins gehören, welches das umfangreiche Dorfarchiv betreut. Wer den Rundweg durchs Dorf zu Fuß unternimmt, wird etwa 30 Minuten unterwegs sein, wobei keine Gewähr übernommen werden kann, dass man sich an dem einen oder anderen Ort dann doch länger aufhalten möchte.

Der Musik’er’garten soll übrigens eins von zwei „touristischen Toren“ im Grund sein. Das zweite wird in Rauischholzhausen entstehen. Dort will das Land Hessen etwa 25 Millionen Euro in die Aufwertung des historischen Schlossparks investieren.

So und jetzt zu den Kindern: Direkt neben dem Informationsbereich für Touristen, zentral auf dem Platz, liegt der brandneue Kinderspielplatz des Musik’er’gartens, der bereits rege genutzt wird. Und auch der ist themengerecht aufgebaut: Ein Highlight für die Kleinsten dürfte das Tanzglockenspiel sein – neun im Boden eingelassene Druckplatten, von denen jede einen anderen Ton erzeugt, sobald man darauf tritt. Mit etwas Übung entsteht eine kleine Melodie, die auch die großen Besucher zu musikalischen Probeläufen herausfordert.

Ebenfalls finden sich eine Wasserspielanlage und ein Matschtisch, doch Musik ist das zentrale Element. Vom Glöckchen im Kletterbereich bis zum Litophon, mehrere Klangkörper aus Granit wurden installiert, auf denen mithilfe eines Klöppels Musik gespielt werden kann.

Nach den bereits thematisch aufgeteilten Bürgerhäusern in der Gemeinde sind nun die Spielplätze an der Reihe, „wir wollen alle unsere Spielplätze nach und nach unter Themen stellen“, berichtet Bürgermeister Andreas Schulz. In Ebsdorf mit seinen aktiven Chören ist das klar die Musik. Die kann übrigens beim Tanzglockenspiel den Tag über erklingen, nachts sollen die Druckplatten ausgeschaltet werden, um die Ruhe der Anwohner nicht zu stören.

Der Spielplatz ist für Kleinkinder gedacht und wurde auf Bitten von Eltern noch eingezäunt, schließlich liegt der Bereich zwischen Ortsdurchfahrt, Zwester Ohm und Ausfahrt der Feuerwehr. Die Kinder-Anlage kostete insgesamt rund 100 000 Euro und kann zu 70 Prozent aus Fördermitteln finanziert werden.

Von Götz Schaub und Ina Tannert

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