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Südkreis 200000 Euro für grundhafte Sanierung
Landkreis Südkreis 200000 Euro für grundhafte Sanierung
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16:58 01.08.2012
Von Götz Schaub
Fronhausens Bauamtleiter Jürgen Würz (von links), Kurt Moog vom Amt für Bodenmanagement Marburg, Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber und Ernst Breitstadt von der Teilnehmergemeinschaft vor der zu sanierenden Köbergsbrücke. Quelle: Götz Schaub
Hassenhausen

Die Erneuerung der Köbergs- und der Rackebachbrücke ist laut Ernst Breitstadt eine über Jahre gefordertes Anliegen der Hassenhäuser, dessen Verwirklichung er sich seit einiger Zeit persönlich auf die Fahne geschrieben habe. Die Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens Fronhausen-Bellnhausen, vertreten durch das Amt für Bodenmanagement Marburg und die Gemeinde Fronhausen haben nun mit der grundhaften Erneuerung der beiden Zwester-Ohm-Brücken begonnen. Breitstadt fungiert dabei nicht nur als Ortsvorsteher, sondern auch als Sprecher der Teilnehmergemeinschaft.

„Wir sprechen hier über eine Investition von 200000 Euro“, sagt Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber. Die Baukosten werden im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens Fronhausen-Sichertshausen mit 80 Prozent aus der Diversifizierungsbeihilfe der EU-Zuckermarktordnung bezuschusst. Die verbleibenden 20 Prozent trägt die Gemeinde Fronhausen, wobei sich bei der Rackebrücke auch noch die Jagdgenossen mit einem Zuschuss beteiligen. Die Köbergsbrücke ist nicht nur die Verbindung zu zwei Wohnhäusern, die an der Straße „Am Köberg“ stehen, sie ist auch Teil des Weges, der zum Sportplatz der Spielvereinigung Hassenhausen/Bellnhausen führt. Zudem erschließt sie zusammen mit der Rackebachbrücke den gesamten Feld- und Waldbereich nördlich der Zwester-Ohm in der Gemarkung Hassenhausen. Das bedeutet, die Brücken werden auch von schweren landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren.

Aufgrund ihres baulichen Zustandes waren sie zuletzt auf eine Verkehrsbelastung von sechs Tonnen beschränkt.

Brücken wurden vorrund 60 Jahren gebaut

Um die Standfestigkeit zu gewährleisten, müssen die rund 60 Jahre alten Brücken nun saniert werden. Für die Anwohner der Köbergsbrücke sowie Spaziergänger und Radfahrer wurde neben dem Brückenbauwerk eine Behelfsbrücke errichtet. Kurt Moog vom Amt für Bodenmanagement, das zur Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation gehört, erinnerte daran, dass die Menschen vor 60 Jahren, mit dem Baumaterial auskommen mussten, das gerade zur Verfügung stand und sicher nicht daran gedacht haben, dass die Brücke im Jahr 2012 noch Tonnenlasten im zweistelligen Bereich aushalten müssen. Es gibt auch keine Bauzeichnungen aus der Entstehungszeit der Brücken.

Kurt Moog erläutert: „Die Widerlager und die Herdmauern bestehen aus gemauerten behauenen Basalt- beziehungsweise Sandsteinen. Das Brückengewölbe wurde aus brettrau eingeschaltem Beton hergestellt und außen jeweils mit behauenen Sandsteinen verblendet. Die Herdmauern aus gemauerten Sandsteinen sind mit Mörtel verfugt und zeigen einige Fehlstellen und Risse.“ Teilweise haben sich die Mauern auch deutlich nach außen gedrückt und verschoben. Eine statische Verbindung der Herdmauern mit dem Gewölbebogen fehlt.

Unter anderem werden die Betongewölbe und die Herdmauern aus Sandstein nun mit neuem Beton verstärkt und statisch stabilisiert. Die neuen Fahrbahnplatten erhalten eine Fahrbahnbreite von 4,25 Metern. Zum Abschluss erhalten die Brücken auch neue Stahlgeländer. Bis voraussichtlich Mitte September sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Hintergrund: Der europäische Zuckermarkt wird streng reguliert. Dies ging nicht nur zu Lasten von Zuckerherstellern, sondern auch von Landwirten, die beispielsweise Zuckerrüben anbauten. Im Zuge der Zuckermarktreform unterstützt die Diversifizierungsbeihilfe der EU-Zuckermarktordnung die Finanzierung von Projekten, die speziell der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Verbesserung der Lebensqualität in den ländlichen Gebieten oder der Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft dienen.

von Götz Schaub

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