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Ostkreis Kein Geld, kein Bier: Ausraster
Landkreis Ostkreis Kein Geld, kein Bier: Ausraster
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00:19 27.10.2018
(Symbolfoto) Ein Kirchhainer soll mit dem Barhocker auf den Beistand der Wirtin eingeschlagen haben. Quelle: Thorsten Richter
Kirchhain

Er soll zu später Stunde des 13. August 2017 einen Mann verletzt sowie einen weiteren auf dem Boden Liegenden mit einem Barhocker attackiert haben.

Der Angeklagte, der vor Strafrichter Joachim Filmer ohne Rechtsbeistand erschienen war, zeigte sich voll umfänglich geständig. Er sei volltrunken gewesen, entschuldigte er sein Verhalten. „Ich bin kein Schläger“, beteuerte er mehrfach.

Er habe sich gerade von seiner Frau getrennt, sich deswegen betrunken und sei dann wohl außer Kontrolle geraten. An seine Taten könne er sich nur noch bruchstückhaft erinnern, räumte er ein. Er wisse noch, dass er jemanden geschlagen und einen Barhocker in der Hand gehabt habe.

Die Besitzerin des Kirchhainer Lokals schilderte als Zeugin, dass der Angeklagte zu vorgerückter Stunde bereits volltrunken in ihr Lokal gekommen sei, sein bestelltes Bier aber nicht habe bezahlen können. Da er ausfallend wurde, sei ihr ein Gast zu Hilfe geeilt, den der ­Angeklagte dann mit einem Faustschlag niederstreckte. Was weiter passiert sei könne sie nicht sagen, weil sie zum Tresen geeilt sei, um die Polizei zu rufen.

Als zweiter Zeuge war ein Mann geladen, der versucht hatte, den Angeklagten von weiteren Gewalttaten abzuhalten. Dabei habe er letztlich mit dem Ellenbogen des Angeklagten eins abbekommen. Er sei gestürzt und habe sich dabei Prellungen am Rippenbogen zugezogen. Einen Arzt habe er nicht aufsuchen müssen. Auch deshalb habe er auf eine Anzeige verzichtet, erklärte der Zeuge.

Nachdem der Richter mit 2,1 Promille die Volltrunkenheit des Angeklagten bestätigt hatte, gab es eine kurze Abstimmung mit dem Vertreter der Anklage. Der Hauptgeschädigte, der als Zeuge geladen war, fehlte unentschuldigt. Die Wirtin berichtete, dass er einen schweren Arbeitsunfall gehabt habe und wohl deswegen nicht da sei.

„Wir können ohne ihn nicht auskommen“, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Es mache eben einen Unterschied, ob jemand mit der Faust geschlagen, oder aber auf dem Boden liegend, mit einem Barhocker auf ihn eingeschlagen werde, erläuterte der Ankläger dem Angeklagten.

So endete die Verhandlung ohne Urteil. Ein neuer Termin für die Hauptverhandlung, bei der auf die bereits gehörten Zeugen verzichtet werden solle, steht noch nicht fest.

von Heinz-Dieter Henkel