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Ostkreis Zweischichtbetrieb für maximal 660 Besucher
Landkreis Ostkreis Zweischichtbetrieb für maximal 660 Besucher
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09:58 01.07.2020
Seit diesem Mittwoch ist das Kirchhainer Freibad wieder für Besucher geöffnet. Allerdings mit einigen Besonderheiten. Quelle: Stadt Kirchhain
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Kirchhain

Der Betrieb im Kirchhainer Freibad läuft wieder – standesgemäß in Corona-Zeiten unter Einhaltung verschiedener Hygienevorschriften.

„Wir haben technisch und baulich alles vorbereitet, das Hygienekonzept steht – das Freibad ist bereit“, sagte Bürgermeister Olaf Hausmann während einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

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Die Basis bildet ein Fünf-Quadratmeter-Modell – will heißen: sowohl im Wasser als auch auf dem Gelände an sich müssen je fünf Quadratmeter pro Besucher Platz sein. Das bedeutet, dass maximal 220 Menschen gleichzeitig im Wasser sein dürfen beziehungsweise maximal 660 Menschen gleichzeitig auf der Anlage.

Die Stadt organisiert einen Zweischichtbetrieb: Sie öffnet das Bad von 9 bis 14 Uhr, dann müssen alle Besucher raus und es folgt die Zwischenreinigung. Der zweite Block ist für 14.30 bis 20 Uhr geplant (Einlass bis jeweils eine Stunde vor Blockende).

Webseite soll Badbelegung anzeigen

„So geben wir möglichst vielen Menschen die Möglichkeit, unser Bad zu besuchen“, erläutert Hausmann und gibt zu, dass die Stadt mit dieser Block-Regelung eigentlich gegen die Freibadsatzung verstoße: „Ich glaube aber, dass eine Satzungsänderung nicht wirklich notwendig ist“, betont er – es sei schließlich eine Extremsituation und es gelte zu handeln.

Er glaubt auch nicht, dass die Besucherobergrenze kritisch werde: „In normalen Zeiten überschreiten wir die Grenze vielleicht an 15 bis 20 Tagen.“ Die kritische Zeit sei eher nachmittags, wenn – wie er lachend sagte – „die Schüler einfallen“. Vorgesehen ist, auf der städtischen Homepage www.kirchhain.de eine Art Ampel einzurichten, die anzeigt, wie es mit der Auslastung aussieht und ob ein Besuch möglich ist.

Im Eingangsbereich des Freibades (Tragen eines Mund-Nase-Schutzes ist Pflicht) wird zusätzliches Personal eingesetzt: Neben dem Automaten wird eine zweite Kasse geöffnet.

Hausmann: Eintrittspreise nicht kostendeckend

Unterstützung bekommt die Stadt dabei von den Hausmeistern der Dorfgemeinschaftshäuser und der Bädergesellschaft. Gäste müssen bei Betreten des Bades einen Bogen ausfüllen mit ihren Kontaktdaten (diesen gibt es an der Kasse, er kann aber auch von der Homepage heruntergeladen werden).

Vorgesehen ist, das Freibad bis zum 15. September zu öffnen. Die Preise sind, trotz Blockbildung, wie im Vorjahr. Bürgermeister Hausmann teilt in diesem Zusammenhang mit: „Die Stadt hat deutlich erhöhte Kosten bezüglich Personal, Reinigung und Desinfektion. Die Eintrittspreise in das Freibad sind nicht kostendeckend, daher ist eine Reduktion der Preise nicht möglich.“

Hausmann äußerte sich im Ausschuss auch zur Situation im Hallenbad: Die Mitarbeiter seien in Kurzarbeit, dennoch entstünden einige Kosten – beziehungsweise Gelder fließen nicht, da Schulschwimmen nicht stattfindet, die Vereine nicht aktiv sind und natürlich die Schwimmer insgesamt fehlten. Das monatliche Defizit sei fünfstellig. Positiv sei, dass die Bädergesellschaft, die sich um das Hallenbad kümmert, noch Rücklagen habe.

Finanzierung bereitet Probleme

„Wir suchen momentan nach Möglichkeiten, um sie zu unterstützen, denn drei Wochen Stillstand sind einfach ein Problem“, sagte Hausmann und erklärte, die sichere das Investitionsprogramm ab: 70.000 Euro müssten nämlich in die Fliesen gesteckt werden. Insgesamt decke die Stadt 130.000 Euro im Haushalt ab: Dieser Betrag ergibt sich aus erwähnten 70.000 Euro plus einem monatlichen Defizit von 10.000 bis 20.000 Euro.

„Wir suchen noch nach Unterstützung beim Land“, betonte Hausmann und ärgerte sich, dass verbandsgebundene Sportvereine über das Corona-Paket des Landes Mittel erhalten können, aber Vereine, die Bäder tragen, dies nicht in Anspruch nehmen könnten. „Das Problem ist bekannt, wir wollen uns um Lösungen bemühen“, kommentierte Rosemarie Lecher – Mitglied des Kirchhainer Haupt- und Finanzausschusses und des Landtags in Personalunion.

Von Florian Lerchbacher

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