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Ostkreis Zwei Schulbauprojekte müssen noch warten
Landkreis Ostkreis Zwei Schulbauprojekte müssen noch warten
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12:00 31.08.2020
Das Oberstufengebäude der AWS in Kirchhain wird später saniert und erweitert als geplant.
Das Oberstufengebäude der AWS in Kirchhain wird später saniert und erweitert als geplant. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf / Kirchhain

Rund 14 Millionen Euro investiert der Landkreis als Schulträger gerade in laufende größere Bauvorhaben an Schulgebäuden. Darunter ist beispielsweise die Sanierung von Teilen der Turnhalle Süd der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain, der größten Schule im Kreisgebiet. Etwa 1,5 Millionen Euro kostet allein dieses Großprojekt (die OP berichtete ausführlich).

Bei allen Erfolgsmeldungen – gleichzeitig verzögern sich aber auch größere Vorhaben, auf die die betroffenen Schulen schon länger hoffen und warten und die ebenfalls finanziell zu den „dicken Brocken“ im Kreishaushalt gehören werden. Eines davon ist das Oberstufengebäude der AWS in Kirchhain, ein Projekt, das bei Schule und Landkreis schon lange auf der Agenda steht. Es soll grundsaniert und erweitert werden. Eigentlich, so die Ankündigung im vergangenen Februar, sollte das Bauprojekt nach diesen Sommerferien anlaufen.

Regenwasserkanal muss erweitert werden

Doch das wird nichts werden, wie Schuldezernent Marian Zachow (CDU) im Gespräch mit der OP erläutert. Denn bei der Planung hat sich ein Problem ergeben. Im Kern liegt es darin, dass der Regenwasserkanal, an den das Gebäude angeschlossen ist, bei einer Erweiterung nicht mehr genügend Fassungsvermögen für das Oberflächenwasser an dieser Stelle hat. Jetzt ist, so der Landkreis, der zusätzliche Bau von zwei Regenüberlaufbecken nötig. Sie puffern das vom Gebäude kommende Wasser, um es dann langsamer in den Kanal abzugeben, damit der nicht überlastet wird.

Wie Zachow der OP erläutert, soll das Vorhaben nun im nächsten Jahr starten. Angepeilt sei ein Baustart im Frühjahr; ob man das schaffe, lasse sich aber noch nicht sicher sagen. Dauern werden die gesamten Arbeiten nach früheren Angaben rund drei Jahre. Für den Kreis wird dies ein teures Projekt: Aktuell sind rund 8,5 Millionen Euro dafür veranschlagt. Davon finanziert der Landkreis rund 3,5 Millionen Euro aus dem Kommunalen Investitionspakt.

Das Oberstufengebäude bietet jetzt und auch in Zukunft rund 400 Schülern Platz. Sie müssen während der Bauzeit andernorts auf dem Schulgelände einquartiert werden. In diesen Ferien hat der Kreis bereits zwei neue Klassenräume in einem Gebäude geschaffen.

In Stadtallendorf ist der Boden zu feucht

In Stadtallendorf gibt es außerdem Verzögerungen beim Bau des geplanten zusätzlichen Gebäudes für die Südschule. Es soll unter anderem auch eine Mensa enthalten und für den dringend benötigten Platz sorgen. Dort ergaben sich die Probleme nach einer näheren Untersuchung des Baugrundes, wie Marian Zachow erklärt. Der Boden ist stellenweise viel zu feucht und muss teilweise ausgetauscht werden, zusätzliche Drainagen werden eingeplant.

„Wir hätten sonst möglicherweise in einen Sumpf gebaut“, sagt der Vizelandrat gegenüber dieser Zeitung. Bei der Untersuchung habe sich eine eigens angelegte Grube in kurzer Zeit mit Wasser gefüllt.

Wichtige Vorarbeiten für das Großprojekt hatte der Landkreis schon erledigt und im vergangenen Februar rund 6 000 Quadratmeter Bäume auf der Baufläche fällen lassen. Jetzt rechnet Zachow für Januar mit einem Baustart. Derzeit kalkuliert der Kreis mit Baukosten von etwa 6,5 Millionen Euro, wobei auch bei diesem Projekt Landeszuschüsse aus dem KIP-Programm von 3,5 Millionen Euro einkalkuliert sind.

von Michael Rinde

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