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Ostkreis Zaun zwingt zu einigen Umwegen
Landkreis Ostkreis Zaun zwingt zu einigen Umwegen
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16:04 17.03.2022
Auch nach Ende der Arbeiten am Außenbahnsteig bleibt dieser Zaun am Kirchhainer Bahnhof und versperrt die Durchgänge.
Auch nach Ende der Arbeiten am Außenbahnsteig bleibt dieser Zaun am Kirchhainer Bahnhof und versperrt die Durchgänge. Quelle: Michael Rinde
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Kirchhain

Der Außenbahnsteig am Kirchhainer Bahnhof ist fertig saniert und angehoben, der „dicke Brocken“, der Einbau der Aufzüge und der eigentliche Hauptbahnsteig, stehen aber noch aus. Seit den Arbeiten am Außenbahnsteig „ziert“ allerdings ein Absperrzaun des Bahnhofsgebäudes den frisch sanierten Bahnsteig. Alle früheren Durchgänge auf den – allerdings kaum genutzten – Außenbahnsteig sind seitdem versperrt oder besser gesperrt. So steht es seitdem auch auf den Hinweisschildern.

„Bahnsteig und Zugang zum Radweg gesperrt“, ist auf den Hinweisschildern seitdem zu lesen. Und das wird auch noch lange Zeit so bleiben, nämlich bis Abschluss des zweiten, deutlich aufwendigeren Bauabschnittes. Der soll spätestens Ende diesen Jahres beginnen und den erwähnten Aufzugbau und die Anhebung des zentralen Bahnsteiges auf dann 55 Zentimeter Höhe umfassen.

Auf eine Anfrage von Reiner Nau (B90/Die Grünen) erklärte der Magistrat, dass die Abzäunung, insbesondere ein Metallzaun unter der Eisenbahnbrücke und neben dem Bahnhofsgebäude, kein Dauerzustand sein wird. Die Absperrung sei lediglich als Bestandteil der Baumaßnahme zu sehen. Der Grund für die Sperrung der Zugänge liege in der Verkehrssicherungspflicht, denn bei den Bauarbeiten wurde die bisherige Beleuchtung entfernt. Für einen barrierefreien Zugang bleibt jetzt nur noch der öffentliche Fußweg.

Auf die Frage Naus, ob der Magistrat die Meinung teile, dass es sich bei der Sperrung um eine „inakzeptable Verschlechterung“ für den Übergang Hauptbahnsteig–Nebenbahnsteig handele, gibt es eine ausweichende Antwort. Nämlich den Hinweis auf den Gestattungsvertrag zwischen Stadt und Bahn aus dem Jahr 2013. Darin hatte die Stadt der Teilnutzung des Bahnsteiges zugestimmt. Spätestens mit Abschluss der Baumaßnahme 2024 werde die Durchgängigkeit wieder hergestellt, heißt es vom Magistrat. Die Sperrung wurde im Vorfeld nicht mit der Stadt kommuniziert, heißt es in einer weiteren Antwort auf die Anfrage von Reiner Nau.

Seitens der Bahn selbst gibt es ein klares Statement zu dem Thema: Der besagte Zaun diene der Sicherheit der Reisenden und Besucher, da im Verlauf dieses Jahres weitere Baumaßnahmen rund um den Bahnhof geplant seien, erklärte eine Sprecherin der Bahn AG in Frankfurt gegenüber der OP. Auch sie verweist bei der Zugänglichkeit auf den öffentlichen Fußweg.

Das gesamte Bahnhofsprojekt mit beiden Bauabschnitten ist auf rund 11 Millionen Euro veranschlagt worden, von denen das Land den Löwenanteil aufbringen wird. Hauptziel ist wie gesagt die Barrierefreiheit, ein langgehegter Wunsch der Reisenden wie auch der Stadt Kirchhain.

Von Michael Rinde